Anne Freytag - Den Mund voll ungesagter Dinge

17. März 2017 |
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich diese Rezension schreiben soll. Ich habe mir (sehr viele) Notizen zu dem Buch gemacht. Habe mir die Woche über die Zeit genommen, meine Gedanken und Gefühle zu diesem Buch abkühlen zu lassen, sie zu sortieren und irgendwie in Worte zu fassen. Das Ergebnis davon war, eine Rezension die ich gestern vorbereitet habe und die einfach mal über 3000 Wörter umfasst, und sich auf sechs Word-Seiten verteilt. Viel zu viel. Deswegen habe ich die Rezension wieder gelöscht.
Sie hat nicht auf den Punkt gebracht, was ich eigentlich sagen wollte. Also, doch irgendwie schon, aber es war einfach von allem zu viel. Zu viele Ausführungen, etwa warum ich die Autorin nicht leiden mag. Oder dass es mir unheimlich schwer fällt, zu verstehen, warum so viele Bloggerkollegen, so voll des Lobes für dieses Buch sind, und scheinbar nicht reflektieren, was sie da empfehlen. Es waren zu viele Anmerkungen, die eigentlich keinerlei Relevanz haben. Zu viele kleine Seitenhiebe auf die Autorin, den Verlag usw. Das muss nicht sein.

Deswegen schreibe ich diese Rezension jetzt quasi "live" und direkt und ungefilterte (was wahrscheinlich, nicht unbedingt die beste Idee ist), hier rein. Ich hoffe ihr seht es mir nach, aber ich glaube so funktioniert es für mich einfach am besten. Einige werden sich jetzt sicher einen Rant erhoffen, hab ich ja auch so angekündigt. Die Sache ist die, ich könnte das Buch jetzt zerreißen. Ganz easy sogar. Brauche ich keine fünf Minuten für, dann wäre das Buch durch. Aber das will ich nicht. Nicht um jetzt irgendwie gönnerhaft zu wirken, sondern weil es niemandem etwas bringen wird. Klar, es ist immer ein bisschen unterhaltsamer, wenn man mit Sarkasmus nur so um sich ballert, aber ich möchte, das Leute (und allen voran oben genannte Bloggerkollegen), wirklich verstehen können, warum dieses Buch auf so vielen Ebenen einfach nur problematisch und falsch ist.

Es fängt schon damit an, dass Sophie (die 17-jährige Protagonistin in diesem Roman), eine wirklich unausstehliche Person ist. Und das nicht, weil sie (wie es im Buch geschildert wird), ein negatives, verkopftes und launisches Mädchen ist. Nee, sondern weil sie eine extrem voreingenommene, vorverurteilende, verzogene, präpubertäre Pute ist. Sie steckt Menschen, die sie überhaupt nicht kennt, mit denen sie noch kein Wort (oder nur wenige Worte), gewechselt hat, auf Grund von Äußerlichkeiten in Schubladen und verpasst ihnen irgendwelche Label. Wer macht so was? Jeder hat irgendwelche Vorurteile. Kann man gar nicht leugnen. Aber was Sophie macht, ist einfach nur unfair. Sie gibt niemandem eine Chance, und findet es auch noch okay so. Ob es jetzt Lena ist (die neue Freundin ihres Vaters), oder die Freunde des Nachbarsmädchen Alex (Clemens, Nikals und Jasmin), sie alle werden von Sophie bewertet, kategorisiert und in Schubladen gesteckt. Und das nur, wegen dem wie sie aussehen.

Der nächste Punkt, der es mir schwer gemacht hat Sympathie für Sophie zu empfinden oder sie irgendwie ernst zu nehmen, ist der, dass sie sich andauernd einfach nur selbst widerspricht. Auf der einen Seite, ist die wütend auf ihren Vater, der mit ihr von Hamburg nach München zieht, auf der anderen Seite sagt sie aber selbst, dass sie in Hamburg (nachdem ihr BFF Lukas nach Frankreich gegangen ist), keine Freunde oder sonst was mehr hat. Ja, was denn nu? Wenn in Hamburg doch eh nichts mehr ist, das sie hält warum flippt sie dann so aus? Oder auch die Sache mit ihrem Vater. Sie ist sauer, weil er sie (nachdem sie in München angekommen und bei Lena und ihren beiden Kindern eingezogen sind), ständig alleine ist. Erwähnt dann aber, dass sie in Hamburg ja auch immer alleine war, und es daher gewohnt ist alleine zu sein? Dass ihr Vater ständig seine Versprechen bricht ist eine Sache, ihm aber Vorwürfe zu machen, wegen einer Sache mit der sie sich eigentlich schon längst abgefunden hat, erscheint mir nicht sonderlich schlüssig.

Wo ich ihn gerade erwähnt habe, Lukas, Sophies bester Freund. Sein "Spitzname" für sie ist "Das Flittchen". Weil Sophie mal eine lange Zeit roten Lippenstift getragen hat, und Lukas der Meinung war, dass sie damit aussehe wie, "eine Märchenprinzessin mit wütendem Blick und obszönen Mund"
Fragt mich nicht, wie ein Mund obszön sein kann. Sophie sagt zuvor auch, dass ihre Mutter den Mund einer Hure habe. Kein Ahnung, wie so ein Hurenmund aussehen soll, und worin er sich von normalen Mündern unterscheidet.
Lukas nennt seine beste Freundin aber nicht nur deswegen Flittchen. Sondern auch deswegen, weil Sophie sexuell sehr aktiv ist. Andere mögen das vielleicht irgendwie lustig finden oder sonst was, aber für mich ist es Slut-shaming. Wer jetzt denkt, okay, wenn die Autorin dieses Fass aufmacht, dann wird sie doch sicherlich auf das Thema eingehen, und die Gelegenheit nutzen, ihren Lesern durch diese Sache zu vermitteln, dass es total egal ist mit wie vielen Jungen ein Mädchen schläft. Dass es ihr Körper ist, mit dem sie anstellen kann was sie möchte und dass sie niemand deswegen als Schlampe oder Flittchen zu bezeichnen hat. Ist aber nicht der Fall. Stattdessen wird munter und fröhlich weiter ge-slut-shamed. Sophie, sagt im späteren Verlauf sogar einmal selbst, nachdem sie auf einer Party einen Jungen und Alex (oben genanntes Nachbarsmädchen) geküsst hat, dass sie kein "Schlampenimage" haben möchte. Mal davon abgesehen, dass einen zwei Küsse wohl kaum zu einer Schlampe machen würden, was soll das bitte? Welches Signal oder welche Message soll denn damit, an die (vor allem jungen, weiblichen) Leser gesendet werden?

Kommen wir zum Kern des Buches. Als ich gesehen habe, dass der Roman sich um ein lesbisches Paar drehen würde, war ich sofort begeistert. LGBT-Charaktere, gerade lesbische Mädchen bekommen im YA-Bereich einfach zu wenige Aufmerksamkeit. Und wir brauchen definitiv mehr solcher Geschichten! Also, jetzt nicht Geschichten wie diese hier, aber mit lesbischen, schwulen, bisexuellen oder trans Charakteren.
Ich weiß natürlich nicht, inwiefern und wie intensiv Anne Freytag für dieses Buch recherchiert hat. Das Buch lässt mich vermuten, dass sie sich absolut nicht informiert hat. Mit niemandem gesprochen hat, der etwas derartiges durchlebt hat, oder sich sonst irgendwie mit dem Thema beschäftigt hat. Ich glaube ja, dass sie lediglich den Film "Blau ist eine warme Farbe" gesehen hat (inhaltlich gibt es auch einige sehr offensichtliche Parallelen), und sich dann gedacht hat, okay cool, so was mache ich jetzt. Der Film zeigt ja wie lesbischer Sex funktioniert, mehr muss ich nicht wissen. Und der Verlag ist wohl drauf angesprungen, weil es ja gerade eh ein "Trendthema" ist. Darf ich an dieser Stell kurz erwähnen, wie krass ich es einfach finde, wenn die Sexualität von Millionen von Menschen einfach zum "Trend" erklärt wird, und gar nicht berücksichtigt wird, dass diese Menschen täglich diskriminiert und marginalisiert werden?
Hier sind wir auch schon beim größten Problem des Buches, es geht total am Thema vorbei. Ja, Sophie und Alex sind lesbisch. Bisexuell sind sie nicht, weil ihnen der Sex mit Jungs absolut keinen Spaß bereitet. Und ich würde Frau Freytag jetzt auch einfach mal unterstellen, dass ihr sowohl das Fingerspitzengefühl, als auch die Empathie fehlen um über solche Themen zu schreiben. Man kriegt es zwar nicht so mit, weil der Fokus oft auf Schwulen-, Lesbischen- und Trans-Personen liegt, aber Bisexuelle werden ebenfalls krass diskriminiert. Entweder wird ihnen ihre Existenz abgesprochen, weil  man kann ja nur Homo oder Hetero sein. Oder es wird ihnen unterstellt, einfach alles und jeden nageln zu wollen, oder gar keine Ahnung zu haben, was sie eigentlich wollen.

Jedenfalls bleibt das Buch die ganze Zeit über auf der sexuellen Ebene. Sophie und Alex schlafen die ganze Zeit miteinander (was ja total klar geht), aber was sie aneinander finden, bleibt offen. Noch viel wichtiger aber ist der Punkt, dass all diese wichtigen Fragen die man sich als homosexueller Teenager stellt, komplett ausgeklammert werden. Sie werden einfach ignoriert. Aus Erfahrung kann ich euch sagen, das Sex in dieser Zeit eine eher untergeordnete Rolle spielt. Und dass man nicht erst eine Person des eigenen Geschlechts küssen muss (so wie es in dem Buch dargestellt wird), um zu wissen ob man schwul oder lesbisch ist. Das ist einem schon früher bewusst. Sehr viel früher. Aber damit umzugehen, sich einzugestehen dass man es ist, zu realisieren was es für einen selbst und das Umfeld bedeutet, ist das, was einen in dieser Zeit wirklich beschäftigt. Was ist wenn es jemand merkt? Wie kann ich es am besten verheimlichen? Soll ich es jemandem sagen? Wenn ja, wann und wem? Was passiert, wenn meine Eltern mich deswegen verstoßen? Was mache ich, wenn sich meine Freunde deswegen von mir abwenden? In diesem Buch wird sich einfach nicht damit befasst. Es wird einfach nicht erwähnt, dass der Weg zum Coming-Out mit Selbstzweifeln, Selbsthass, Selbstverleugnung und Angst gepflastert ist. Es wird nicht geschildert, wie unfassbar schwer es ist, sich zu öffnen, zu diesem kleinen Teil zu stehen der zu einem gehört. Wie schwer es ist, offen schwul oder lesbisch zu leben, weil man im Alltag ständig damit konfrontiert wird, dass es nicht normal ist, dass man diskriminiert, marginalisiert und generell angefeindet wird.

Wüsste Anne Freytag, hätte sie sich ernsthaft dem Thema genähert. Aber lieber darüber schreiben, dass die beiden Mädels sich durch halb München vögeln, das wirkt dann sicher für viele realistischer und man ist so super progressive, wenn man über gleichgeschlechtlichen Sex schreibt.

Dann ist da noch die Sache mit dem Fremdgehen. Ich weiß nicht woher dieser Trend kommt, aber was zur Hölle soll das einfach? Seit wann ist denn in Ordnung, jemanden zu betrügen? Und kann man nicht, wenn man als Autor/in dagegen ist, das auch so in das Buch reinschreiben? Dass es eben nicht okay ist? Warum rechtfertigt man betrügen damit, dass die beiden ja verliebt sind und hach, es ist doch so schön wenn sie endlich zusammen sein können. Fun fact, sie könnten die eine Sache auch erst beenden und dann zusammen sein. Der Mindfuck an der Sache in diesem Buch ist aber, dass Alex darunter leidet dass ihr Vater ihre Mutter mit einer jüngeren Frau betrügt, und die Familie deswegen verlassen will. Und nicht nur das, Niklas einer ihrer Freunde, betrügt seine Freundin Jasmin am laufenden Band. Alex ist also von Menschen umgeben, die ohne Ende cheaten und stört sich nur bei ihrem Vater daran, macht dann aber genau das, was ihr Vater macht? Wie soll man das ernst nehmen? Wie soll ich Alex wegen ihrer Familienverhältnisse bedauern, wenn sie das gleiche Arschlochtum an den Tag legt, wie ihr Vater?

Als letzten Punkt, möchte ich noch über den Sex in diesem Buch sprechen. Ich bin total dafür, dass Autoren in Jugendbüchern Sex thematisieren und zu einem Bestandteil machen. Jugendliche haben nun mal eben Sex, ob es den Erwachsenen passt oder nicht. Und vor allem gleichgeschlechtlicher Sex, sollte viel öfter dargestellt werden. Jetzt nicht in diesen hirnverbrannten, PWP-Gay Romance Trashbüchern. Aber sonst so. Was ich in diesem Buch aber problematisch finde, ist einfach die Art und Weise wie Sex hier instrumentalisiert wird. Sophie hat keinen Spaß am Sex mit Jungs, an sich total okay. Wenn sie merkt, dass es sie nicht kickt, gut für sie. In dem Buch sagt Sophie, dass sie aber trotzdem immer und immer wieder (besoffen) mit Jungs gebumst hat, einfach weil sie in ihrem Kopf ein paar Fantasien hatte, die sich nicht in der Realität bestätigt haben. Und zwar deswegen nicht, weil beim Sex zwischen Mann und Frau, ja sowieso nur der Penis des Mannes im Vordergrund steht, Jungs per se ja ehe kein Plan haben, was sie da eigentlich machen, und Mädchen den Mund beim Sex natürlich nur öffnen können, wenns um Blowjobs geht. Aber sagen, was einem gefällt, was einem Spaß macht oder so geht ja nicht. Lieber regungslos auf dem Rücken liegen, und es über sich ergehen lassen, so wie Sophie (und auch Alex) in diesem Buch. Problematisch daran ist aber, dass es im Kern so wirkt, als wären Sophie und Alex deswegen lesbisch, weil Jungs es ihnen ja eh nicht richtig besorgen könnten, und das ist einfach so dumm und falsch, da ist mir bei der Lektüre echt die Luft weggeblieben. Der Umkehrschluss dessen wäre nämlich, dieses dumm aber immer wieder herangezogene Klischee, dass Lesben ja nur lesbisch seien, weil sie noch nicht den richtigen Mann hatten. Dass sie ja nur mal von dem passenden Mann richtige gebumst werden müssen, um wieder "normal" zu werden.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass Anne Freytag schreiben kann. Ist einfach so, kann man ihr nicht absprechen. Es gab auch durchaus Stellen in diesem Buch, die ich vom Stil her echt gut fand. Aber der Schreibstil ist nur die halbe Miete. Wenn der Rest, wie in diesem Fall, einfach nur problematischer Bullshit ist, dann hilft einem eine tolle Schreibe auch nicht weiter.
Meine vorherrschenden Gefühle im Moment sind Angst und Wut. Wütend bin ich deswegen, dass der Verlag und auch die Autorin sich ihrer Verantwortung anscheinend überhaupt nicht bewusst sind. Oder dass es ihnen egal ist, wie dieses Buch vielleicht bei Leute ankommt, die sich in einer ähnlichen Situation wie Sophie befinden. Und Angst habe ich davor, dass ein junges Mädchen (das in dieser ganz besonderen Selbstfindungsphase ist, die heterosexuelle Menschen zum Glück nicht durchleben müssen), in die Buchhandlung geht um vielleicht dort ein paar Antworten zu finden. Oder ein paar aufmunternde, trostspenden Worte. Das zu diesem Buch greift, weil es denkt, es ginge um sie. Das dieses Buch liest und keine Antworten, keinen Trost, keine Bestärkung findet. Sondern das Gegenteil. Und so was, sollte eigentlich nicht sein.










Kommentare:

  1. Dein letzter Absatz bricht mir das Herz. Er ist so wahr. Ich hoffe, Menschen, die daran beteiligt waren oder zukünftig an Ähnlichem beteiligt sein werden, nehmen sich deine Worte zu Herzen!

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    1. Leider, muss ich wohl noch hinzufügen. Leider ist es wahr. Um ehrlich zu sein, ich glaube es wird sich in der Hinsicht nicht viel ändern. Ich hoffe es natürlich, wo ja Bücher wie THUG auch hier veröffentlicht werden. Aber wahrscheinlich auch nur, weil es gerade "Trendthema" ist. Und so lange sich an diesem Denken, dass das ganze Diversity-Thema nur ein Trend sei, nichts ändert, werden sich wohl auch weiterhin AutorenInnen dazu bestärkt fühlen, solche Bücher zu schreiben.

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  2. AMEN, DANKESCHÖN! Ich persönlich habe von dem Buch nur deine Instagramstories verfolgt und das eine oder andere Exemple gelesen, aber nicht das ganze Buch. Allerdings hat meine Schwester es gelesen, die selbst homosexuell ist und gerne ein Buch gelesen hätte mit einer Protagonistin, mit der sie sich identifizieren kann und in dem sie, wie du schreibst, ein paar Gedanken wiederfindet, die ihr selbst so kommen. Genau wie du war sie absolut enttäuscht von dem Buch, ja sogar verständlicherweise Recht wütend und fühlte sich darin bestätigt, in der Literatur keine "representation" zu finden, die auch nur annährend der Wirklichkeit entspricht.

    Ich persönlich finde das einfach nur unheimlich traurig. Nicht nur, weil ich es satt habe, zu sehen, wie meine Schwester und so viele andere Jugendliche durch Bücher enttäuscht werden, sondern auch weil ich es so schade finde, dass anscheinend weder Verlag noch Autorin sich darum kümmern. Und natürlich können Blogger mögen was sich möchte, ich möchte mir oder irgendjemand anderen da gar keinen Heiligenschein aufsetzen, schließlich würden mir spontan eine Menge problematischer Bücher einfallen, denen auch ich eine positiven Bewertung gegeben habe, aber umso wichtiger finde ich Beiträge wie deinen.

    Klar, auch ich liebe deine Rants, aber du hast, eine solche Rezension hat in diesem Fall einfach so viel mehr gebracht. Hut ab, du hast das wunderbar in Worte gefasst und ich kann echt nur hoffen, dass der eine oder andere dies hier liest und darüber nachdenkt, so wie ich gerade hier sitze und am Grübeln bin.

    Ich frage mich echt, woher dieser neue Trend kommt. Ich liebe es, wie die Schreie nach Diversity immer lauter werden, aber ich hasse es, wenn sie derart beantwortet werden. Gerade, wenn dadurch großartige Diversity Bücher dafür weniger Aufmerksamkeit bekommen.

    Okay...das Kommentar wird irgendwie nur verwirrend und ich hab echt Angst, wie ein Moralapostel zu klingen. Deswegen, long story short: Eine tolle Rezension, die meiner Meinung noch den Nagel auf den Kopf trifft und vor allem im letzten Abschnitt wirklich kraftvoll zum Ausdruck gebracht hat, warum solche Bücher so unglaublich problematisch sind.

    Liebe Grüße
    Kücki

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    1. Hey Kücki!

      Keine Angst, dein Kommentar ist gerade richtig und überhaupt nicht verwirrend und du klingst auch nicht wie ein Moralapostel. Ich kann dir auch eigentlich nur in allen Punkten zustimmen. Und es tut mir für deine Schwester wirklich unheimlich leid, aber vielleicht hilft es ihr zu wissen, dass wir da leider alle irgendwie im selben Boot sitzen. Es wäre halt schön, wenn Autoren und Verlage sich etwas bewusster machen würden, dass das was sie schreiben/veröffentlichen auch wirklich bei Leute ankommt, sie beeinflusst und einen Effekt auf ihr Leben hat. Anstatt sich nur zu denken, jo cool ist gerade Trend, machen wir das mal dann kriegen wir wieder Kohle rein.

      Exakt, vor allem, wenn offenbar gedacht wird, solche Bücher wären wirklich eine gute Antwort auf diesen Schrei nach Diversitiy. Dabei sollte eigentlich jeder, mit ein bissle Menschenverstand erkennen können, dass es das nicht ist. Trotzdem wird es veröffentlicht, weil wie gerade schon geschrieben, andere Faktoren halt einfach wichtiger sind. Und man sieht an den ganzen unreflektierten Rezensionen ja, wie wenige Aufmerksamkeit eigentlich vorhanden ist, und dass die Autorin gelobt wird, obwohl es eigentlich nicht lobenswert ist. Aber so ist es nun einmal. Bleibt nur weiterhin die Stimme erheben und sich gegen solchen Unsinn stark zu machen.

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    2. Jetzt nach dem Lesen deines Artikels würde ich brennend gerne erfahren, was sich die Autorin gedacht hat. Genau wie Kücki finde ich es großartig, wenn Vielfalt und Diversity eine wichtige Rolle in der Gesellschaft einnehmen - aber soll es nicht eher um allgemeine Akzeptanz gehen als dass man aus den Gefühlen von der LGBT-Community einen "Trend" macht!
      Ich kann richtig wütend werden, wenn Autoren anscheinend denken: ,,Hm, geb ich diesem Charakter mal eine andere sexuelle Orientierung - aber auch nur, weil es im Trend ist, mehr interessiert mich das alles nicht." Ich meine, so kommt es mir bei manchen Büchern vor und es ist verdammt verletzend. Bücher sollen authentisch sein, für Akzeptanz und Toleranz sorgen und nicht alles auf diese "unehrliche" und bedenkliche Art in geheuchelten Rampenlicht zerren.

      Ich kann mich auf jeden Fall deiner Meinung zu 100% anschließen. Von diesem Buch werde ich in Zukunft meilenweiten Abstand halten. Da frage ich mich wirklich, wie es so viele begeisterte Stimmen zu ,,Den Mund voll ungesagter Dinge" geben kann ...

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  3. Puh. Das klingt nach einem richtig ungesunden Buch. Ich denke das bestätigt wieder, weshalb ich mittlerweile fast vollständig auf den englischsprachigen Buchmarkt gewechselt bin. Da hat man dann doch viel mehr authentische LGBT Romane, eben weil sie von lesbischen, schwulen etc. Menschen geschrieben werden. Auf dem deutschen Markt ist die Auswahl da noch etwas begrenzt, aber es gibt ein paar kleinere Verlage die sich genau darauf spezialisiert haben. Einer davon ist zum Beispiel der Butze Verlag (da erscheint im Juni auch mein erster Roman, also versteht das jetzt bitte nicht als Schleichwerbung). Lina Kaiser hat da beispielsweise einen lesbischen YA Coming-Out Roman geschrieben, bzw. zwei. Ich denke da ist man als lesbisches Mädchen besser aufgehoben, einfach weil die schreibende Person weiß, wovon sie spricht.

    LG Sam

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    1. Hi Sam!

      Geht mir ähnlich. Ich glaube auch einfach, dass es dort in den USA einfach viel wichtiger genommen, und nicht einfach als "Trendthema" angesehen wird. Haha, keine Sorge, fass ich nicht als Schleichwerbung auf. Und schaue ich mir gerne mal bei Gelegenheit an. Traurig ist es aber trotzdem, dass solche Bücher dann immer in kleinen Nischen-Verlagen erscheinen, und sich die großen Häuser dann eher auf so BS konzentrieren wie diesen hier, einfach weil der Name der Autorin zieht.

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    2. Das glaube ich auch. Irgendwie scheint es dort auch eine stärkere Bewegung in der Hinsicht zu geben und viel mehr Verlage die sich bilden. Wobei ich aber auch festgestellt habe, dass sich zumindest TOR öfter mal was traut. Von Max Gladstone bis Ellen Klages oder Nnedi Okorafor haben die ja doch verhältnismäßig viel Diversity im Programm. Bei uns sieht es da wirklich eher mau aus. Mir fällt spontan kein deutscher Verlag ein bei dem ich mal gedacht hätte "wow, der traut sich was!". Aber ich habe die Hoffnung, dass da langsam ein Wandel kommt. Man kann den Fortschritt ausbremsen, aber nicht ewig aufhalten. :-)
      Wenn du in mein Buch mal reinschauen magst, würde mich das natürlich tierisch freuen, aber fühl dich nicht "gedrängt". ;-) Irgendwann werde ich vielleicht auch mal etwas genauer davon berichten, was ich mit den Agenturen so erlebt habe, bevor ich dann angefangen habe nach Nischenverlagen zu suchen. Da war vor allem eine Agentur, bei deren doch sehr persönlich werdenden Absage wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll (hab mich für ersteres entschieden - es war einfach so herrlich unprofessionell und engstirnig, dass mir die Dame fast schon wieder leid tut).

      Aber ich schweife ab, darum bin ich jetzt still. Ich finde es jedenfalls klasse, wie viele Blogger sich mehr und mehr mit dem Thema Diversity auseinandersetzen und auch gezielt nach entsprechender Lektüre suchen.

      Schönes Wochenende!
      LG Sam

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  4. Ich bin froh, dass es kein Rant geworden ist. Du hast sehr sachlich und ausführlich erläutert, was an dem Buch so problematisch ist, und das Ganze einfach perfekt auf den Punkt gebracht. Ich habe das Buch nicht gelesen (bis auf die Ausschnitte in deiner Instagram-Story), aber wie z.B. auch die Debatte um "Paper Princess" die um "Den Mund voll ungesagter Dinge" verfolgt. Ich finde, man muss zwischen Büchern differenzieren, bei denen es einfach Geschmacksache ist, ob man sie mag oder nicht, und zwischen denen, die einfach so problematisch sind, dass man sie nur gut finden kann, wenn man all diese Probleme blindlings ignoriert. Hierbei geht's um letzteres. Wie du es im letzten Absatz beschrieben hast - der Gedanke, dass jemand nach dem Buch greift und einfach... einfach ein komplett falsches und krankes Bild vermittelt kriegt, ist erschreckend. So was sollte nicht veröffentlicht worden sein. Irgendjemand hätte hier einschreiten müssen, an irgendeinem Punkt, wenn man mich fragt.
    Ich find's gut, dass es endlich mehr diverse Bücher gibt. Aber - hier kann ich deine Worte nur wiederholen - das Ganze ist kein Trend.

    Wünsche dir einen schönen Abend, und vielen Dank für deine ehrlichen Worte!
    Isabella

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  5. Danke für diesen Beitrag! Ich habe das Buch eben zu Ende gelesen und auch direkt meine Meinung dazu geschrieben, die ich auch nicht in einer normalen Rezension zusammenfassen kann und will. Bei mir ist das deutlich kürzer geraten, aber einige Punkte haben wir da gemeinsam.
    Auch wenn Sophie wirklich kein Sympathieträger ist, wie sie es ja sogar selbst so schön feststellt, hat mir das Buch anfangs wirklich gut gefallen. Aber eben nur bis zu dem Punkt, an dem sie mit Alex zusammenkam (oder zusammen kam. ha.). Die Beziehung zwischen den beiden hätte an sich auch wirklich gut werden können, wäre da halt nicht ihr Freund. Dass sie nicht einfach Schluss gemacht hat, erschließt sich mir einfach nicht und keinen der beiden juckt es auch nur ein Stück, dass er da betrogen wird. Wäre das am Ende wenigstens kritisch angesprochen worden, na gut, aber nein, das wird als absolut okay dargestellt, wie du schon sagst. Ich hab das gar nicht mit ihrem Vater in Verbindung gebracht, aber das macht es ja noch hundert mal schlimmer. Und "ich muss lesbisch sein, ich hatte bisher keinen guten Sex mit einem Kerl" AHHHHH WAS. Dümmste Begründung ever. Ich hatte echt Hoffnung, dass das ein richtig gutes Buch wird, aber nope. Jetzt hab ich das Bedürfnis, alle positiven Rezensionen zu kommentieren und zu fragen, ob sie eine andere Version gelesen haben, die nicht so viel problematischen Inhalt hatte.
    Du hast das alles super angesprochen und formuliert, gerade den letzten Abschnitt, danke dafür!

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    1. Heyho Jacquy!

      Danke für dein Lob, das freut mich wirklich sehr. Und jupp, sehe ich komplett genauso. Vor allem, es macht halt auch einfach keinen Sinn, auf der einen Seite den Vater für ein Verhalten zu verurteilen, dass Alex dann im Grunde selbst an den Tag legt. Dass das Thema nicht angesprochen wurde finde ich auch echt krass, aber es wurden ja viele Dinge einfach ausgelassen und nicht besprochen, wie Leute das dann wiederum als "echt" und "realistisch" empfinden können, ist mir wirklich schleierhaft.

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  6. Urghs. Ich habe das Buch nicht gelesen, ich hatte auch nicht vor, es zu lesen, aber es klingt echt... gruselig.

    Ich habe übrigens die Comicvorlage zu "Blau ist eine warme Farbe" gelesen, die angeblich besser sein soll als der Film, und fand sie recht... inhaltslos. Wunderschön gezeichnet, aber halt die typische Lesben-Coming-Out-Fremdgeh-Geschichte, die Protagonistin passiv bis zum Geht-Nicht-Mehr. Wie man da einen langen Spielfilm draus gemacht hat, weiß ich nicht. Will ich mir nicht angucken. Es muss doch bessere Geschichten geben als das?

    Ich mag sie ja selber schreiben, die besseren Geschichten (also ob sie anderen Leuten gefallen, ist eine andere Frage, aber vom Prinzip her). Ich sitze aktuell an einem Manuskript, in dem es lesbische und heterosexuelle Charaktere gibt, in dem alle irgendwie psychisch krank sind, in dem die Hauptfiguren Frauen sind, die Hauptkonflikte zwischen Frauen sind, es aber nicht primär um Liebe geht. Ach so, Fantasy ist es auch noch. Aber das wird kein Großverlag nehmen, weil Fantasybücher, Die-Welt-retten-Bücher, doch bitte Männergeschichten sein müssen und "Frauen"-Fantasy um Liebe, also auch wieder um Männer, zu kreisen hat. Da bleibt ja nur Kleinstverlag/Selfpublishing und anschließend Blogger nerven ("Duu-uh, ich lese deinen Blog schon seit drölzig Jahren, guck mal, im März '17 habe ich einen Kommentar geschrieben...").

    Ich bin bestimmt nicht die einzige, die diese anderen Geschichten schreibt. Es gibt sie, sicher auch veröffentlicht. Aber sie sind nicht im Mainstream, in den großen Verlagen, auf den Präsentiertischen im Buchhandel oder den Top-Positionen bei Amazon. Da kann man sich schon fragen, warum kommt ein Buch über ein eigentlich marginalisiertes Thema in so eine Position und warum, wenn das passiert, gerade das falsche? Sex sells? Oder Struktur-reproduziere-dich? Ist das zu einfach gedacht?

    Ratlose Grüße
    Miriam

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    1. Hallo Miriam!

      Ich kann zu deinem Kommentar nur laut "Ja und Amen!" sagen, mehr bleibt mir eigentlich nicht zu tun. Die Graphic Novel zu "Blau ist eine warme Farbe" habe ich nicht gelesen, aber der Film kam mir schon recht aufgebläht vor. Die Spielzeit von 3h finde ich aber auch echt überzogen, wo der Film gerade mal Plot hat, der in einen 30 Minuten Kurzfilm passt, aber gut. Der Autorin haben diese 3h ja anscheinend gereicht, um zu glauben zu wissen worum es geht, aber nope, das Buch beweist ganz treffend, dass es das nicht tut. Und was die Verlage angeht, hatte da ja in einem anderen Kommentar schon was zu geschrieben, es ist einfach furchtbar traurig, dass solche Bücher nur irgendwo in Nischen erscheinen, anstatt dort, wo es eigentlich der Fall sein sollte. Aber es beweist ja nur wieder, Repräsentation und Vielfalt interessiert die Buchbranche nur dann, wenn sich damit fett Kohle machen lässt. Dass es für die vielen jungen Menschen, da draußen aber die Welt bedeuten würde, eben nicht in einer Nische gesehen zu werden, tja, juckt ja niemanden...

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  7. Sehr gut geschrieben.
    Leider bereits die zweite Rezension, die ich über das Buch lese. Und die im Wesentlichen das gleiche bemängelt.
    Schade, denn das Buch hätte mich eigentlich interessiert.

    Liebe Grüße,
    Linda

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    1. Hi Linda!

      Danke, freut mich sehr. Ich hatte auch etwas vollkommen anderes erwartet, aber leider, na ja, kam es dann ja anders. Ist wirklich schade, weil die Autorin wunderbar schreiben kann. Aber das "was" ist halt einfach... ohne Worte.

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  8. Richtig tolle Rezension! Auch wenn ich das Buch nicht gelesen habe, finde ich es super, dass du so sachlich und - vor allem für Unwissende - nachvollziehbar argumentierst.

    Besonders deinen letzten Absatz unterschreibe ich sofort. Bei der Vorstellung, dass junge Menschen Hilfe (oder nennen wir es lieber einmal Bestätigung bzw. Bekräftigung brauchen) und zu diesem Buch greifen, graust es mir wirklich. Und selbst wenn sie es nicht wegen der sexuellen Orientierung lesen, hat es dennoch einen negativen Beigeschmack, da es ja bei den heutigen Beziehungen scheinbar völlig selbstverständlich ist, dass man seinen Partner hintergeht..

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    1. Howdy Lisa!

      Vielen lieben Dank, ich bin froh, dass es mir gelungen ist, die ganze Sache möglich verständlich rüberzubringen, damit Leute sehen, was an dem Buch falsch ist, und die ganzen positiven Rezensionen vielleicht nochmal überdenken. Bzw, diese hinterfragen.

      Jupp, sehe ich ganz genauso. Selbst wenn ein junges Mädel (das nicht mit dem Coming-Out zu kämpfen hat), zu diesem Buch greift, sind da einfach noch so viele Dinge drin, die einfach nicht sein müssen. Keine Ahnung, warum es trotzdem veröffentlicht wird?

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  9. Hi Fabian,

    wie konnte uns dein Blog bisher entgehen?
    Und, wow, da hat ein Buchblogger eine eigene Meinung! Also wirklich eine eigene. Und sagt sie auch noch sehr emotional und ehrlich, ohne auf Buchpakete zu schielen.
    Danke, dafür.

    All the best
    die Redbugx

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  10. Wow, recht schonungslose, offene, persönliche und erfrischend ehrliche Besprechung zum Buch.
    Chapeau!

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  11. Hallo Herr Booknerd,
    habe mit Interesse deine Rezension gelesen und sie auf meiner Wanderung durch die Welt der Bücherblogs verlinkt.
    Das Buch habe ich noch nicht gelesen und werde es nun auch nicht mehr tun. Was du beschreibst, ist absolut nachvollziehbar. Ich denke, du bist zu Recht wütend und enttäuscht. Da frag ich mich immer, ob die in den Verlagen keinen mit Verstand und Verständnis sitzen haben oder wie so ein Buch veröffentlicht werden kann.
    Bei deiner Rezension blieb mir die Luft weg, vielen Dank für deine Sicht
    Grüße
    Daniela

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  12. Ich habe das Buch selbst vor einer Weile gelesen und war im Gegensatz zu dir begeistert. Durch Zufall habe ich dann deine Rezension gefunden und finde es doch interessant, wie verschieden wir die unterschiedlichen Passagen verstanden haben.
    Du hast Recht, dass Sophie wirklich ziemlich launisch ist, aber sie steckt einfach in der Pubertät und muss gerade umziehen, was beides nicht so einfach ist. Ich bin selbst 15 und erlebe sozusagen live auch bei meinen Klassenkameraden, wie die Pubertät einen zu einem richtigen Miststück und einer Zicke verwandeln kann. Und stecken wir nicht alle Menschen in Kisten, allein durch ihr Aussehen und ihr Verhalten? Klar, es ist falsch und unfair und man sollte das definitiv nicht machen, aber ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich noch nie Menschen nach ihrem Aussehen oder ihrem Verhalten bewertet habe.
    Auch im nächsten Abschnitt deiner Rezension bin ich leider nicht deiner Meinung. Selbst wenn ich hier in meiner Heimat keine wirklichen Freunde mehr hätte, wäre auch ich ziemlich sauer und wütend, wenn ich umziehen müsste. Denn man verbindet doch trotzdem so viele Erinnerungen mit dem Ort, an dem man aufgewachsen ist. Auch ich wäre nicht begeistert, wenn ich an eine neue Schule gehen müsste und an einen Ort ziehen müsste, den mein Vater zwar liebt und sich auskennt, der für mich aber die Fremde ist und mich weiter von den Erinnerungen an meine Mutter entfernt. Sie weiß, wenn sie nach München zieht, ist das ein neuer Lebensabschnitt für ihren Vater, aber vielleicht ist Sophie doch einfach nicht so weit, loszulassen?
    Dann noch die Sache mit dem Alleinsein. In Hamburg war es nicht schlimm für sie, alleine zu sein, weil sie sich dort ausgekannt hat und sich wohlgefühlt hat. Jetzt zieht sie ihrem Vater zu liebe nach München, lässt alles Bekannte hinter sich. Da würde ich auch hoffen, dass mein Vater mir ein wenig Aufmerksamkeit widmet, schließlich kennt Sophie dort niemanden und es ist einfach eine andere Art des Alleinseins, Einsamkeit.

    In einigen der anderen Punkte magst du Recht haben, die Fragen kommen wirklich zu kurz in dem Roman und wie Sophies sexuelle Orientierung auf andere wirken kann, ist ja jedem seine Meinung.

    Was ich interessant finde, ist, dass du dich am Anfang deiner Rezension darüber beschwerst, wie viele Vorurteile Sophie hat und dass sie so vorschnelle Meinungen hat, aber ich finde, dass das, was du über die Autorin des Buches schreibst, nicht besser ist. Durch deine eigene Meinung so festgebissen, sagst du direkt, dass Anne Freytag wohl überhaupt keine Ahnung von dem Themen hat, über die sie schreibt, aber ehrlichgesagt denke ich, dass auch du im ersten Abschnitt deines Textet über etwas schreibst, dass du nur aus einem Sichtpunkt beobachtet hast. Deswegen habe ich jetzt mal noch meinem Sichtpunkt dazugeschrieben und hoffe, dass du das ganze als Kritik nimmst und nicht als persönlichen Angriff.

    Es hat mich schon ein wenig verwundert, als ich die Kommentare unter deinem Beitrag gelesen habe, und kein einziges dabei war, dass nicht deine Meinung unterstützt.

    Liebe Grüße,
    Anni

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