Warum der Tod nicht sexy ist.

24. Juli 2016 |
"Death is coming for everyone and everything", heißt es in Game of Thrones, und auch wenn ich persönlich finde, dass Game of Thrones (oder die Romanvorlage A Song of Ice and Fire) ein gutes Beispiel dafür ist, die Wahllosigkeit des Tode darzustellen, gibt es mache Bücher, gerade im Jugendbuch-Sektor, die den Tod romantisieren und damit umgehen, als wäre Sterben total süß und sexy.

Es gibt sogar eine literarische Bezeichnung dafür - SickLit. Bücher in denen mindestens ein Charakter, an einer Krankheit leidet. Manchmal sind es tödliche Krankheiten (bspw. Krebs) oder psychische Krankheiten (Depressionen ect.), am Ende ist auf jeden Fall immer eine Person tot.

An und für sich, ist das eigentlich nicht verkehrt. Im Gegenteil. Wenn es diese Bücher schaffen, irgendwie Wissen zu vermitteln oder aufzuklären (gerade bei psychischen Erkrankungen, bedarf es meiner Meinung nach, noch sehr viel mehr Aufklärung), dann ist das eine super Sache. Leider passiert das aber in der Regel nicht.

In der Regel ist einer der Protagonisten todkrank (oder wird von suizidalen Gedanken geplagt), trifft plötzlich auf jemanden (meistens auf einen total hotten Typen, mit Bauchmuskeln die sich unter dem Shirt abzeichnen, einem schiefen Lächeln und tollen Augen und so), der entweder in einer ähnlichen Lage steckt, oder gesund ist. Und wie das in Jugendbüchern leider nun einmal so der Fall ist, verlieben sich die beiden unsterblich ineinander. Meistens reicht da schon ein bisschen quer durch den Raum anstarren, oder halt wenn er frisch duftet. Eine echte Auseinandersetzung mit der Krankheit an sich, was es bedeutet zu sterben, welche Sorgen, Nöte und Ängste einen dabei quälen, findet so gut wie nie statt. Es muss ja auch schön fluffy sein, sonst wird es zu emo.
Ich habe eher oft das Gefühl, dass diese Krankheit dann als Plot device benutzt wird, um die ohnehin schon verkitschte Liebesgeschichte noch kitschiger und tragischer zu machen. Im Grunde wird die Krankheit nicht nur instrumentalisiert sondern auch romantisiert, weil es ja so so romantisch ist, dass die beiden so sehr verliebt sind, aber diese Liebe leider keine Zukunft hat, weil einer von beiden muss ja noch sterben.
DAS ist für mich, dass eigentlich kranke an SickLit.

Gerade was psychische Erkrankungen und deren Darstellung angeht, bin ich äußerst kritisch, weil oft wird es so gedreht, dass die Liebe der Protagonistin doch ausreicht, um den Typen aus seiner Depression zu befreien. Funfact, Liebe kann nicht alle Hindernisse überwinden! Die Vorstellung mag einigen zwar romantisch erscheinen, aber sie ist falsch, und so etwas in Bücher für Jugendliche zu vermitteln halte ich für fahrlässig. Liebe lässt keine Tumore schrumpfen und Liebe kann depressive Menschen auch nicht wieder gesund machen. Ich meine nicht, dass der Tod tabuisiert werden sollte, nein, aber was auf gar keinen Fall passieren darf, ist dass der Tod und das Sterben romantisiert werden.

Viele Autoren, die sich in diesem Genre bewegen, scheinen sich auch überhaupt gar keine Gedanken zu machen, wie es sich für ihre Charaktere wohl anfühlen muss, wenn einer todkrank ist. Wie schwer es, gerade für so einen jungen Menschen sein, muss, jemanden den man liebt, beim Sterben zu begleiten. Nicht helfen zu können, machtlos zu sein, keine Zeit zu haben. Noch ein Punkt, mit dem sich in diesen Büchern, nicht auseinandergesetzt wird. Am Ende ist die Liebe des Lebens dann gestorben, aber was das mit dem, der zurückbleibt macht, dass es ihn/sie zerstört und für das Leben zeichnet, interessiert einfach keine Sau. Der Love interest kriegt dann halt einfach einen Brief, in dem der Verstorbene dann noch einmal seine unsterbliche Liebe beteuert, und damit ist die Sache dann gegessen.
Was ist daran bitte romantisch? Das ist doch einfach nur schlimm und traurig und nichts, bei dem einem das Herz aufgeht!

Versteht mich nicht falsch, Liebesgeschichten können ruhig, kitschig, fluffig, glitzrig und sexy sein, sobald aber der Tod oder sterben an sich, eine Rolle spielen, ist es einfach nicht mehr sexy.
Ich verstehe auch nicht, woher da diese Anziehungskraft kommt, warum sich Leser auf solche Bücher stürzen. Warum, "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", so viele zum Flennen gebracht hat, obwohl die (Liebes)Geschichte nicht noch hanebüchener sein könnte. Oder warum ein Buch, wie "Mein bester letzter Sommer" in dem die Protagonistin vor dem nahenden Ableben, als höchste Priorität für sich festmacht, von einem Typen entjungfert zu werden den sie überhaupt nicht kennt, gefeiert und bejubelt wird. Oder "Mein Herz und andere schwarze Löcher", wo beide Charaktere sich umbringen möchten, die Protagonistin dann aber merkt, dass es ja doch ganz knorke wäre am Leben zu beleiben, und es mit ihrer Liebe schafft, auch ihr Herzblatt von seinen Depressionen zu befreien.

Das sind alles so sensible Themen, doch das, worauf sich dann wieder fokussiert wird, ist die Liebesgeschichte, weil Liebe zu einem Honk, den man gar nicht wirklich kennt, spielt im Leben einer kranken Person ja auch einfach die wichtigste Rolle. Das die Liebe von der Familie, von Freunden und (wenn dann vorhanden) vom Partner entscheidend und wichtig und hilfreich sind, ist ja klar, aber es sollte nicht romantisiert werden, Und Autoren die das trotzdem machen, sollten nicht gefeiert, sondern viel öfter, viel kritischer und viel offener auf ihren problematischen Umgang mit solchen Themen hingewiesen werden. Gerade weil sie irgendwo auch eine Verantwortung für ihre Leser haben. Selbiges gilt auch für Verlage, die solche Bücher veröffentlichen. Aufklärung sollte wichtiger sein, als auf's Cash zu starren, den man mit diesen Büchern verdienen kann.

Krankheiten, der Tod und sterben sind nicht sexy, waren es nie und werde es auch niemals sein.  Sollte man sich ab und an mal bewusst machen.





Kommentare:

  1. Da lese (und feiere) so oft deine Beiträge und kommentiere nie. Das versuche ich jetzt mal zu ändern. ;-)
    Also. Diese ganzen SickLit-Bücher gehen mir ja tatsächlich auch schon seit längerer Zeit ein wenig auf die Nerven. Auch aus den von dir genannten Gründen, aber auch, weil es letztendlich eben immer das Gleiche ist. Aber gerade "My Heart and other black holes" hat mir persönlich zB sehr gut gefallen. Ich wünsche mir ja immer ein bisschen, dass all diese Geschichten ihre Leser ein wenig zum Nachdenken anregen, in Bezug auf die Krankheiten. Und nicht, dass sie denken, wenn sie krank werden, lernen sie ihren Traumtypen kennen.

    Ich denke, viel hängt einfach davon ab, wie man als Leser diese Bücher wahrnimmt und interpretiert. Romantisiert man den Tod, die Krankheit und konzentriert sich nur auf die "große Liebe", ist das natürlich nicht so toll. Aber ich glaube, es gibt eben auch die andere Seite der Leser.

    Trotzdem gilt - ich würde mir bitte wieder andere Bücher, andere Themen wünschen. Möchte in den nächsten Vorschauen bitte nicht mehr nur SickLit-Bücher sehen. Und ja, nach TFIOS verkaufen sich diese Bücher halt eben super. Meh.

    Liebe Grüße!
    Jess

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    1. Hallo Jess!

      Genau das denken bzw. erhoffe ich mir bei diesen Büchern auch immer. Das sie den Lesern die keinerlei Berührungspunkte mit einer solchen Krankheit haben, aufzeigen wie schwer es ist damit zu leben. Und ich finde auch, dass sich Autoren da auch mehr in der Verantwortung sehen.

      Das stimmt natürlich auch, es liegt auch beim Leser selbst. Aber viele Bücher, so kommt es mir zumindest vor, lassen überhaupt gar keinen Rahmen zur Interpretation zu. Mein bester letzter Sommer, wäre da ein sehr passendes Beispiel.

      Hm ja, vielleicht verschwindet dieser "Trend" ja bald wieder, oder es findet ein Umschwung, weg vom romantisieren hin zur realistischen Darstellung statt. Ich würde es mir sehr wünschen.

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  2. Ich hab dem nix hinzuzufügen, du triffst haargenau die Dinge die ich mir beim Lesen so oft denke.
    Mein liebstes Buchreizthema ist seit einiger Zeit tatsächlich die Depression in all ihren ätzenden Facetten. Wenn man selbst daran leidet ( ich bin mittlerweile sehr gut therapiert ),dann hat man bei manchen Büchern oft das Bedürfnis den Autor anzuschreien, weil er sich im Vorfeld einfach überhaupt oder nur ganz mäßig schlau gemacht hat. Oft hab ich auch das Gefühl, das sie sich dabei denken: "Hey das Thema klingt spannend,da mach ich jetzt was draus". Nervt mich...die sollten sich im Vorfeld mal mit Betroffenen unterhalten, denn es bedarf in der Realität so viel mehr als ein paar glückliche und verliebte Wochen, damit es einem besser geht.

    Irgendwie finde ich das realitätsfern und als Mutter finde ich zudem diese verklärte Vorstellung von depressriver Romantik oder wie immer man es benennen will auch echt bedenklich. Man sollte feinfühliger an diese Themen herangehen,sich realistisch mit ihnen befassen, wenn man sie schon zum Handlungsstrang seiner Geschichte macht.

    Also ja, nochmal, ich bin total deiner Meinung und hoffe das es sich vielleicht manch ein Autor oder einr Autorin zu Herzen nimmt.

    Liebe Grüße Ina

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    1. Hey Ina!

      Isso! Ich denke auch, Krankheiten sind so mit die einzigen Themen, über die man nicht authentisch schreiben kann, wenn selbst nie daran gelitten hat. Die vielen Bücher zu diesem Thema, beweisen ja auch dass es so. Es ist nämlich immer noch etwas anderes, ob man selbst betroffen ist, oder ob man jemanden kennt der betroffen ist oder ob man anders, irgendwie mit Betroffenen zu tun hat. Und diesen Punkt, sollten sich Autoren einfach mal klar machen.

      Sehe ich ganz genauso. Solche sensiblen Themen, brauchen einfach einen sehr sensiblen und vorsichtigen Umgang, sie einfach nur einzubauen, weil man weiß dass es zieht ist schlichtweg falsch.

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  3. Sehr interessanter Beitrag zum Genre! Ich lese und schreibe selber Sick Lit und kann sehr gut verstehen, dass dich die oftmals vorherrschende Oberflächlichkeit und übertriebene Romantisierung nerven.

    Allerdings finde ich, dass es auch sehr viele gute Bücher (vor allem zu psychischen Krankheiten) in diesem Bereich gibt, die aufklären und dazu führen, dass man sich auch mal mit diesen Themen auseinandersetzt. Die Sick Lit hat meiner Meinung nach schon jetzt bedeutsam dazu beigetragen, gerade psychische Krankheiten aus dem Tabubereich zu ziehen. Und in diesem Fall ist am Ende auch nicht immer eine Person tot. Es gibt schließlich auch psychische Krankheiten, bei denen es nicht ums Sterben oder den Tod geht. ;)

    Wo ich zustimmen muss, ist, dass ein solches Thema entsprechend tiefschürfend behandelt werden und nicht mal eben so als „spannender“ Nebeneffekt aufgegriffen werden sollte! Es müssen dann eben auch alle Schreckensseiten einer Krankheit gezeigt werden .. als Autor sollte man sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben und auch ich kenne Fälle, in denen man dies doch sehr bezweifeln darf. Ich schreibe selber gegen diese Oberflächlichkeit an, da ich mit der in meinem Roman behandelten Krankheit selber Erfahrung sammeln musste.

    Zur Romantisierung: Klar ist die Krankheit an sich nichts Romantisches oder gar Erstrebenswertes oder Schlüssel, um die große Liebe zu finden! Auf Jugendliche sollte dies keinesfalls so wirken oder eine ähnliche Botschaft transportiert werden, dagegen spreche ich mich ebenfalls aus. (Deswegen muss der Krankheitsteil auch entsprechend ernst behandelt werden.)
    Aber dass es unromantisch sei, wenn man sich (trotz Krankheit) verliebt, dem möchte ich widersprechen. Es ist doch gerade romantisch und schön und heilsam/abmildernd, wenn man gerade in so einer schwierigen Situation jemanden findet, der einen liebt!!! (Zumal dies den meisten in der Realität wohl nicht passieren wird. Bücher sind eben auch Wunschvorstellung.) Es ist natürlich traurig, so etwas zu lesen, aber auch – wie ich finde – schön! Schön, dass eine kranke Person auch Glück erfährt.
    „sobald aber der Tod oder sterben an sich, eine Rolle spielen, ist es einfach nicht mehr sexy.“
    Das klingt ja schon fast, als wäre eine Liebe, die unter entsprechenden Umständen auflebt, nichts wert und man dürfe nicht darüber schreiben, weil es ja falsche Vorstellungen wecken könnte, wie toll so etwas doch wäre … aber das tun doch so viele Bücher, unrealistische Vorstellungen wecken (gerade Liebsromane ;)). Und es ist doch toll, wenn sich jemand, der krank ist, (noch mal) verlieben darf bzw. zurückgeliebt wird! Oder etwa nicht? Romantisch ist eine Liebe mit jemandem, der krank ist, selbstverständlich auch! Eine solche Liebe ist nur nicht unbedingt erstrebenswert bzw. leicht, auch ist es wohl nicht sehr wahrscheinlich, dass eine kranke Person jemanden findet, der sie so liebt wie es in diesen Romanen oft dargestellt wird. Aber wie gesagt: Wunschvorstellung!

    Und zuletzt: Natürlich kann die Liebe niemanden (vollständig) heilen, aber ich kann bestätigen, dass sie eine ganze Menge im Leben einer kranken Person verbessern kann (vielleicht sogar mehr als die Liebe von Familie oder Freunden, auch wenn man die Person noch nicht lange kennt!!!). Der Aspekt an sich ist ebenfalls durchaus realistisch! Das allein ist also noch keine Romantisierung. Allerdings gibt es Bücher, in denen dies realitätsfern dargestellt wird.

    Ach ja, und wieso Leser sich auf solche Bücher stürzen?
    Für mich ganz klar: Um zum Nachdenken über das eigene Leben angeregt zu werden oder mich selbst irgendwo wiederzufinden.

    So, das wollte ich dazu mal loswerden :)

    Liebe Grüße
    Marnie

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    1. Hi Marnie!

      Natürlich sollen, können und dürfen sich kranke Menschen verliebe, wer bin ich auch, ihnen dies abzusprechen? Die Art und Weise, wie die aber in Jugendromanen geschieht, hat nichts mit der Realität zu tun, und sollte in dem Zusammenhang so auch nicht stattfinden. Es damit zu rechtfertigen, dass die Liebesgeschichten ja ohnehin nicht sonderlich realistisch sind, finde ich ein bisschen schwach. Die eine Sache macht die andere ja nicht besser.

      Was die Bücher über psychische Erkrankungen angeht, kann ich dir, was Jugendbücher angeht, nur widersprechen. Denn mit nichten, haben viele davon dazu beigetragen diese Themen aus der Tabuisierung zu ziehen. Gerade dadurch, dass viele dieser Bücher ehe romantisieren als wirkliche Tatsachen wiederzugeben, kann ich dem einfach nicht zustimmen. Und die Bücher, in denen eine realistische Auseinandersetzung stattfindet, kann man an einer Hand abzählen.


      Aber das ist doch der Punkt. Warum sollte eine kranke Person, nur dann "Glück erfahren" wenn sie jemanden findet, der sie liebt? Natürlich ist Liebe etwas schöne und wünschenswertes und hilfreiches, aber sie zu instrumentalisieren, weil eine kranke Person sie zu ihrem Glück braucht, ist einfach nur falsch.

      Exakt! Wunschvorstellungen, und die haben bei solchen Themen, meiner Meinung nach aber echt nichts zu suchen, gerade weil, wie du es selber schreibst, das Leben eben kein Wunschkonzert ist.

      Und aus persönlichen Erfahrungen kann ich dir versichern, dass Liebe (also die, zu einem Partner) überhaupt keine Rolle spielt wenn man krank ist. Wenn man einen Partner hat, dann natürlich. Aber nicht wenn man single ist. Glaub mir, da hat man definitiv andere Probleme und ist, im Falle von psychischen Erkrankungen auch nur schwer in der Lage sich überhaupt damit auseinander zu setzen, wenn überhaupt. Depressionen lassen gar keinen Raum für Liebe.

      Nee, denke ich nicht, denn die meisten dieser Bücher vermitteln ja überhaupt gar nicht, eine solche Botschaft. Der Grund warum sich die Leser darauf stürzen, ist der, dass Bücher wie "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" massiv dazu beigetragen haben, Krankheiten zu romantisieren und zu verkitchen. Und wenn ein Roman eine solche Prämisse bietet, dann ist es ja nur logisch dass die Leser sich darauf werfen.




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  4. Hey Fabian!

    Entschuldige die späte Antwort, ich hatte vorher leider nicht die Zeit dazu.

    Wie gesagt befürworte ich es nicht, dass gerade ernste, sensible Themen unrealistisch und verkitscht verzerrt dargestellt werden. Das wollte ich in keiner Weise "entschuldigen", indem ich geschrieben habe, dass die meisten Liebesgeschichten in Büchern ohnehin nicht besonders realistisch seien und es deswegen auch bei dieser Art Roman ruhig ein bisschen "beschönigt" dargestellt werden dürfe. Ich meinte eher, dass solche Bücher, in denen auch von Krankheit gebeutelten Menschen gute Dinge passieren, ein bisschen Hoffnung geben können - auch wenn sich positive Dinge in der Realität anders präsentieren als in derartigen Romanen. Und ja, oft ist es wirklich zu beschönigt dargestellt!

    Für völlig abwegig halte ich die Art und Weise, wie sich Liebesgeschichten in Sick Lit-Romanen entwickeln jedoch nicht. Auch scheint es so sein, dass persönliche Erfahrungen/Krankheitserleben sich doch sehr unterscheiden können. Was ich sehr spannend finde! Ich kann dir nämlich aus meiner Erfahrung versichern, dass man sich durchaus für die Liebe öffnen (und von ihr "gerettet" werden kann), wenn man zuvor Single ist und in einer Depression steckt. Mit "gerettet" meine ich aber natürlich nicht, vollkommen von einem auf den anderen Tag geheilt oder so was Illusorisches (oder überhaupt geheilt). Aber "gerettet" trifft durchaus zu. Es wird so sein, dass viele Menschen in so einer Situation nicht mehr empfänglich für Liebe sind, aber das trifft nicht auf alle Menschen zu. Wenn der/die Richtige daher kommt ... Und keine Sorge, ich spiele den Begriff der Depression nicht herunter, indem ich mich auf ein bisschen Traurigkeit/Niedergeschlagenheit beziehe.
    Natürlich kann man genauso viel Liebe und Hilfe von Freunden und Familie erhalten und auch genau so Glück erfahren, ohne dass man plötzlich noch einen Partner findet. Liebe zu/von einem Partner sollte auf keinen Fall als "Must-have" für Glück oder ein lebenswertes Leben dargestellt werden!
    Aber es ist auch falsch pauschal zu sagen, dass Liebe zu einem Partner (wenn man vorher Single ist) keine Rolle spielt, wenn man krank ist. Sie kann eine große Rolle spielen.

    PS. Anscheinend nehmen wir den Inhalt besagter Bücher auch einfach sehr unterschiedlich wahr. Wobei ich die von dir in deinem Artikel genannten Bücher auch sehr realitätsfern und romantisierend fand!
    Mich würde interessieren, in welchen Büchern Krankheit deiner Meinung nach ernsthaft behandelt und authentisch dargestellt wurde?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen (auch wenn meine sehr verspätet kam .. noch mal Entschuldigung!). :)

    Liebe Grüße
    Marnie

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