Gangsta-Oma - David Walliams

21. Juli 2016 |
David Walliams war mir bisher nur als Comedian (u.a. "Little Britain") und als Juror von "Britain's got Talent" bekannt. Das er auch Autor ist, und dazu auch noch ein sehr erfolgreicher (immerhin, gilt er als der aktuell beliebteste  Kinderbuchautor in Großbritannien), hatte ich trotz dessen, dass ich viel auf Englisch lese, nicht auf dem Schirm.
Ein Glück, dass der Rowohlt Verlag sich entschlossen hat, die Bücher zu übersetzen und auf dem deutschen Markt zu veröffentlichen. Ich hätte Walliams Bücher ansonsten, wahrscheinlich auch weiterhin nicht auf dem Radar gehabt. Daher erstmal ein fettes Dankeschön, an das Rowohlt-Team!

Ben ist elf Jahre alt und sein größter Traum ist, irgendwann einmal Klempner zu werden! Das gefällt Bens Eltern allerdings so gar nicht, haben sie für ihren Sohn doch eine Karriere als Profitänzer im Sinn. Und dann ist da noch Bens Oma die er jeden Freitag besuchen muss, die nach Kohl stinkt und tierisch langweilig ist.

Aus dieser, wie man vielleicht vermuten würde, recht einfachen Prämisse entspinnt sich eine Geschichte, die nicht nur verdammt lustig und spannend ist, sondern auch sehr zu Herzen geht. Das Cover und der Titel, mögen vielleicht schon eine grobe Richtung vorweg geben, aber ich glaube die meisten werden während der Lektüre wohl doch überrascht werden. Mich hat das Buch an vielen Stellen überrascht.

Den Vergleich zu Roald Dahl, einem der bekanntesten Kinderbuchautoren überhaupt (u.a. "Matilda", "The BFG" oder "Charlie und die Schokoladenfabrik"), als dessen Nachfolger David Walliams gehandelt wird, kann ich nur bestätigen. "Gangsta-Oma" besitzt die gleich Mischung aus feinem schwarzen Humor und einem überraschenden Ende, wie man sie auch in den Büchern von Roald Dahl finden kann.

Was mir neben den schrulligen Charakteren (allen voran Bens Oma, die einem einfach nur ans Herz wachsen kann), und dem tollen Schreibstil, besonders gut gefallen hat, ist die Art und Weise, wie David Walliams wichtige Themen, ohne erhobenen Zeigefinger, in die Geschichte einfließen lässt. So wird nicht nur auf sehr humorige Weise vermittelt, wie wichtige es ist, sich die Zähne zu putzen, oder das Stehlen einfach ziemlich übel ist, sondern auch, dass man Menschen, besonders älteren Jahrgangs, nicht einfach an die Seitenlinie stellen sollte, weil man glaubt, dass sie zu nichts mehr zu gebrauchen sind. Und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich dabei ertappt gefühlt habe. Ich habe meine Oma auch schon das eine oder andere Mal angeflunkert, behauptet dass ich keine Zeit hätte oder ähnliches.

In der Klappe unter dem Schutzumschlag steht: 

"Du wirst lachen oder vielleicht weinen, 
aber auf jeden Fall wirst du deine Oma mit anderen Augen sehen."

Dem kann ich nur absolut zustimmen, ich habe wahnsinnig oft gelacht, hier und da ein kleines Tränchen verdrückt, und würde schon auch sagen, dass ich meine Oma jetzt etwas anders wahrnehmen. Deutlicher auf jeden Fall.

Abschließend kann ich nur sagen, dass mir "Gangsta-Oma" wahnsinnig gut gefallen hat. Ich mochte den Humor, den Schreibstil, die Charaktere und deren herzige Art, und kann es daher nur jedem empfehlen, der selbst gerne Kinderbücher liest, oder eine kleine Leseratte zu Hause hat. Ben und seine Oma werden Jungen und Mädchen gleichermaßen in ihren  Bann ziehen, da bin ich mir absolut sicher.

Anmerken möchte ich noch kurz, das "Gangsta-Oma", nicht Walliams Debütroman ist, sonder bereits sein viertes Buch. Seine  Bücher erscheinen in Deutschland nicht in der selben Reihenfolge, wie in Großbritannien.

 Rowohlt Rotfuchs   Gebunden, 251 Seiten   Einzelband • 14.99€ 
Übersetzung:  Salah Naoura • Illustrationen: Tony Ross  Lektorat: Christiane Steen
ISBN: 978-3-499-21740-1

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