Buchblogger: Dumm oder gefährlich?

20. Juli 2016 |
Kennt ihr Star Wars? Okay, wahrscheinlich eine sehr überflüssige Frage, aber es kann ja durchaus sein, dass ein paar von euch unter Steinen wohnen, und nichts mitbekommen oder so. Also, wenn ihr Star Wars kennt, dann kennt ihr ja sicherlich auch die Sith und die Jedi-Ritter. Klar, muss ja, weil ne, um die geht es ja in Star Wars.

Nun, kürzlich gab es wieder eine dieser unsäglichen Feuilleton VS. Buchblogger-Debatten, ausgelöst durch einen Artikel in der Welt, und dann zu einer Diskussion aufgebauscht (ich meine, diese Artikel kriegen nur dann Gewicht, wenn man ihnen Aufmerksamkeit schenkt), von einer Person die es eigentlich besser wissen müssten. Na ja, jedenfalls, habe ich mir die Diskussion angeschaut. Ich diskutiere halt selber äußerst gerne, und andere beim diskutieren zu beobachten, kann sehr amüsant sein. Ich hab mir also diese Diskussion angeschaut, und plötzlich, ich weiß gar nicht so genau warum dachte ich mir: "Holy Shit, Fabian, stehst du etwa auf der dunklen Seite der Macht?!" Wenn ich dem Feuilleton, oder Teilen davon, glauben schenken darf, dann ist das wirklich so. Als Buchblogger stehe ich auf der dunklen Seite, die mit ihrem (Macht)Hunger (auf Unterhaltungsliteratur) den Frieden in der Literarischen Republik bedroht. Und dann dachte ich mir, muss das eigentlich so sein?

Ich weiß nicht warum teile des Feuilleton, etwas gegen Buchblogger haben, verstehe ich echt nicht. Weil in meinem Kopf, kämpfen und begeistern wir uns doch für die selbe Sache - Bücher. Ob jetzt zur späten Stunde, alle paar Monate im TV, oder in einer renommierten Tages-/Wochenzeitung oder 24/7 auf Twitter und Facebook oder eben auf einem Blog, spielt dabei doch eigentlich keine Rolle. Zumindest sollte es dass doch nicht. Das Ziel ist dasselbe, Menschen für gute Bücher/Literatur zu begeistern. Ganz einfach eigentlich.

Also, habe ich mir mal Gedanken gemacht, versucht dass aus der Sicht von so einem Feuilletonist zu sehen. Zu schauen ob an der geäußerten Kritik, vielleicht nicht doch etwas Wahres dran ist. Meine Buchblogger-Ehre sagt natürlich ganz klar nein, aber der kleine Teil in mir, der die Wahrheit nicht gerne ohne Butter auf's Brot geschmiert bekommt, der sagt ja. Viele Jugendbücher sind nun einmal weder sprachlich noch inhaltlich sonderlich anspruchsvoll, wer etwas anderes behauptet, der ist einfach nur ignorant. In vielen Jugendbüchern, wird man mit sexistischen Geschlechterklischees, Stereotypen, Plotschablonen,  ausgenudelten Tropes usw. zugemüllt. Ist man ein dummer Mensch, der keine Ahnung von Literatur hat, wenn man solche Bücher liest und sich für sie begeistert? Nö. Müssen wir Blogger uns den Vorwurf gefallen lassen, nicht sonderlich anspruchsvoll zu sein, wenn wir dafür sorgen dass solche Titel auf der Bestsellerliste landen? Ja. Denn genau dieser Eindruck wird vermittelt.
Können wir etwas daran ändern? Hm ja, vielleicht wenn wir kritischer sind, mehr hinterfragen was wir da eigentlich so alles hypen. Wenn wir reflektieren, was wir lesen und besprechen. Wenn wir die inhaltliche Qualität der Bücher, nicht daran fest machen, was uns ein Beitrag darüber wohl für Aufmerksamkeit beschert. Wenn wir Bücher mit sexistischen Rollenbildern, wieder und wieder recycelten Plots und 08/15 Protagonisten ignorieren und den Verlagen so vermitteln, dass sie etwas anderes bieten müssen. Etwas, dass vielleicht einen kleinen Ticken mehr Gehalt hat. Etwas, wo vielleicht nicht im Vordergrund steht, wie unfassbar geil die Charaktere doch aussehen, und wie spitz sie deswegen aufeinander sind. Etwas, wo die Großartigkeit eines Buches, nicht daran festgemacht wird, wie "swoon-worthy" der Bad Boy/Love interest doch ist.

Und dann ist da ja noch die Sache mit dem, "von oben herab behandelt werden". Kleiner Funfact, dass macht nicht nur der Feuilleton. Sondern auch wir Blogger und  Buchmenschen. Wie sooft im Leben, stehen wir auch in dieser Community auf einer Leiter, dieses Gerede davon, dass wir ja alle auf Augenhöhe unterwegs sind, ist schlichtweg Quatsch. Der Feuilleton schaut auf die populären Buchmenschen herab, die Meinungsmacher/Influencer wie sie genannt werden. Die verstehen sich gut mit den großen und bekannte Buchbloggern, und schauen zusammen auf die weniger großen und bekannten Buchblogger herab. Die schauen dann auf die kleinen und kaum bekannten Buchblogger herab, und die wiederum schauen auf die unbekannten Buchblogger herab. Und von ganz oben, winken die Verlage und machen sich 'nen chilligen. Es hat ein bisschen was von einem Kastensystem. Ich weiß gar nicht, wie oft in den letzten drei Jahren, in denen ich jetzt mit diesem Blog unterwegs bin, meine Anfragen an große Blogger/Meinungsmacher ignoriert oder abgeblockt wurden. Wie oft ich mich darüber kaputtgelacht habe, wenn mal wieder der starke Zusammenhalt in der Community beschworen wurde. Wann du nämlich wirklich Teil dieser Community bist, entscheidest du nicht selber, sondern dass entscheidet die Community. Wenn du genug Reichweite und Einfluss bei den Einflussreichen gewonnen hast, dann bist du im Club, vorher nicht. Klar, werden die Leute die oben auf der Leiter stehen, jetzt sagen dass das ja nicht stimme und jeder willkommen sei und und und. Aber von oben sehen die Dinge ja immer anders aus. Was ich jetzt damit sagen möchte ist, bevor wir uns darüber beschweren, dass uns andere von oben herab behandeln, sollte wir uns vielleicht erst einmal an die eigene Nase fassen.

Bei vielen Menschen in der Community habe ich auch das Gefühl, dass sie sich und ihren Einfluss so unfassbar wichtig nehmen, dass ich da eigentlich kaum einen Unterschied zur Überheblichkeit des Feuilletons sehe. Das mit dem erst genommen werden wollen, ist ja auch nochmal so eine Sache für sich. Die Verlage, der Buchhandel und der Feuilleton sollen uns gefälligst ernst nehmen, denn immerhin sind wir mit Leidenschaft und Herzblut bei der Sache. Wir machen dass ja als Hobby, auch wenn es eigentlich voll viel Arbeit ist. Funfact, wenn dein Hobby in Arbeit ausartet, solltest du dir vielleicht mal ein neues Hobby suchen. Wir wollen Anerkennung, Wertschätzung und wenn's möglich ist auch noch ein bisschen Cash. Ich für meinen Teil, habe mich damit abgefunden, dass ich keines dieser Dinge bekomme. Was nicht daran liegt, dass ja alle Buchmenschen/Verlage so gemein sind mimimi, nö, ich bin einfach nicht ambitioniert genug, um irgendwem dafür in den Arsch zu kriechen. Ich habe den Verlagen oder dem Buchhandel aber auch nichts anzubieten. Außer vielleicht Sarkasmus und Zynismus. Wenn das jemand gebrauchen kann, meine Mailaddy steht im Impressum.
Die Verlage arbeiten ja dann mit den Beautybloggern. Weil wegen der Reichweite und so. Und wahrscheinlich auch, weil die einfach schöner sind, als so ein Hässlon mit Brille und Buch. Verstehen kann ich das nicht, nicht zur Gänze. Aber ich versteh auch, dass die Verlage sich nicht an die Buchblogger wenden, denn denen fehlt einfach die Reichweite. Mit Herzblut alleine lassen sich halt leider keine Bücher verkaufen. Und was ich auch nicht verstehe, ist dass sich Buchblogger immer mit den Beautybloggern vergleichen. Ich habe immer das Gefühl, dass die meisten gar nicht bedenken, dass diese Beautyblogger einfach auch jeden Scheiß mitmachen, und sich selten für etwas zu schade sind. Von dem Ruf den die meisten weghaben, und der ja eher negativ behaftet ist, will ich gar nicht erst anfangen.
Hätten wir in dieser Community eine "Bibis Bücherbüchse" dann würde diese Person von allen gehasst werden. Nicht von den Verlagen, weil die hätten ja dann endlich jemanden mit fetter Reichweite, aber von den anderen Bloggern. Denn Neid ist ein treuer Begleiter in dieser Community. Hier gönnt selten jemand, dem anderen ein Rezensionsexemplar, also je nachdem, wo genau man auf dieser Leiter steht.

Was ist also die Lösung? Sich zu professionalisieren und monetarisieren? Aus dem Hobby, das ohnehin schon viel Arbeit macht, einen Beruf machen? Damit dann seine Freiheit, seine Subjektivität und auch ein Stück seiner Glaubwürdigkeit aufgeben? Somit über kurz oder lang, selbst zum Feuilleton zu werden? Denn das würde zwangsläufig passieren. Sieht man gut in der amerikanischen Community. Booktuber die ich früher sehr gerne geschaut, und auf deren unabhängige Meinungen ich gebaut habe, sind heute nichts weiter als Werbefiguren, die jeden noch so kleinen Dreck in den Himmel loben, wenn die Kohle stimmt. Ich glaube zwar nicht, dass es bei uns jemals so weit kommen würde, einfach schon weil die Neidkultur viel zu stark ausgeprägt ist, und es somit schier unmöglich ist, für Leute nach oben zu kommen. Und zum anderen weil die Branche gar nicht darauf ausgelegt ist. Vielleicht irre mich aber auch. Vielleicht sind all die Dinge, die ich hier geschrieben habe, der größte Bullshit und ich tue uns Buchbloggern unrecht. Aber, bevor man verlangt, dass die Leute die am Rande dieser Community stehen, die nur eine Draufsicht haben, uns erst nehmen, uns anerkennen und wertschätzen, sollten wir vielleicht mal bei uns selber anfangen. Und nicht nur bei den Leuten, die neben einem auf der selben Stufe sitzen. Vielleicht lässt sich ja dann auch eine Brücke zum Feuilleton schlagen, und wir sitzen alle gemeinsam, mit einem guten Buch und 'ner Tasse Kaffee im Millenium Falcon.







Kommentare:

  1. Danke! Einfach nur danke. Deine Worte treffen wieder mal den Kern. Gerade der Vergleich mit der Leiter ist hervorragend getroffen.
    Ich durfte selbst schon im persönlichen Gespräch erleben, wie arrogant manch einer werden kann, weil derjenige ja mehr Klicks, Likes und weiß der Kuckuck was hat. Und wie unfair ja alles sei, weil man nicht immer und überall nen Vorteil hat.

    Deshalb Merci für deine Worte und möge die Macht mit dir sein

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    1. Hey Denise!

      Hehe, nichts zu danken! Ja, das kenne ich auch zu genüge, und ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht. Aber na ja, wenn es diesen Menschen weiterhilft, dieses Verhalten dann bitte.

      Haha, ich glaube die Macht ist mit uns allen.

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  2. Hey!

    Wieder sehr amüsant und treffend geschrieben!
    Ich kann eigentlich alles nachvollziehen, was du da so aufzählst. Das mit der Leiter/dem Kastensystem ... keine Ahnung. Wahrscheinlich ist das so, aber davon kriege ich nicht so viel mit. Ich mag die Blogger, die mir sympathisch sind, egal, wie viele Leser sie haben.

    Was die "seichte" Lektüre angeht - ich finde die teilweise auch total anspruchslos und kann damit nicht viel anfangen. Manchmal lese ich aber auch sowas zwischendurch, auch wenns selten ist. Und diejenigen, die das mögen: warum nicht! Manche mögen eben zum abschalten diese immer wiederkehrenden HAndlungsabläufe lesen, die Beschreibungen von sexy Typen oder sie suhlen sich in den Klischees.
    Das ist doch grad das schöne, weil auf dem Buchmarkt für jeden Geschmack etwas dabei ist! ^^

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee!

      Hehe, danke, danke, freut mich sehr. Ich glaube ob man das mitbekommt oder nicht, hängt auch damit zusammen, auf welcher Sprosse dieser Leiter man steht. Im Grunde besteht diese Community aus vielen kleinen Cliquen. Die einen sind dann mehr davon "betroffen", die anderen weniger, und manche auch gar nicht.
      Genau, ich sage ja auch nicht, dass daran etwas verkehrt ist. Jeder soll lesen was ihm Freude bereitet. Man darf sich dann aber auch nicht wundern, wenn Leute von außerhalb eben eine Meinung dazu äußern, die nicht so nett ist.

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    2. Ich hab deinen Beitrag heut in meiner Stöberrunde verlinkt ;)

      LG und ein schönes Wochenende!

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  3. Überall gibt es Eliten, die glauben, dass sie diejenigen, die nicht dazugehören, ignorieren können. Das trifft z.B. auch auf den etablierten Buchhandel zu. Da wird gejammert und geheult wegen der bösen Online-Konkurrenten, aber mal die E-Mail von einem unbekannten Autor zu beantworten ist dann doch zu viel. Vielleicht ist das typisch Deutsch? Hier in den USA habe ich diese Erfahrung nicht gemacht.
    Viele Grüße aus Chicago
    Kai

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    1. Hi Kai!
      Da hast du natürlich vollkommen recht. Ich verstehe dann nur nicht, warum nicht einfach ehrlich ist, und zugibt dass es unter den Bloggern auch so ist, als so zu tun, als wären wir eine große glückliche Community. Hm ja, könnte sein. Aber bei euch drüben, ist die ganze Branche und die Community ja eh ganz anders strukturiert.

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  4. Hach,selten einen so tollen und auch inhaltlich genialen Beitrag gelesen.
    Weißt du was, vielleicht solltest du genau das machen - deine ehrliche ungeschönte Meinung kundtun.
    Ruhig mit noch mehr Sarkasmus und Selbstironie.
    Ich würde dein Buch ehrlich kaufen.
    Zuerst dachte ich mir 'böser blöder Feuilleton' aber alles was du ansprichst stimmt und macht mir klar so wie wir miteinander umgehen brauchen wir uns über die Folgen nicht wundern.
    Aber sei es drum.
    Ich befürchte leider dass genau das Klientel dass sich wirklich mal an die eigene Nase fassen sollte wieder genau die sein werden, die aufrichtig beteuern sie würden sowas nie tun.
    Also wenn Gott nicht bald mal Einsehen hat und manchen Menschen zur Selbsterkenntnis verhilft wird es immer wieder selbst gezogene Probleme geben.
    Denn WIR machen doch NIE etwas falsch... *Ironie off*

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    1. HeyHo!

      Das freu mich, sehr sogar. Haha, ja vielleicht, als schauen xD
      Danke, das ist sehr lieb. Vielleicht passiert es ja irgendwann einmal, und es gibt wirklich ein Buch dass du dann kaufen kannst, würde mich wahnsinnig freuen.
      Exakt! Es ist immer besser, erst vor der eigenen Haustür die Kacke wegzuräumen, bevor man sich um den Schiss von anderen kümmert.
      Ja, das befürchte ich leider auch. Aber, wir können ja mit einem guten Beispiel voran gehen und es besser machen. :D

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  5. Ach, ich seh das so:
    1.) Nur weil ich gerne 'anspruchslosere' Literatur zu mir nehme, heißt das nicht, dass mein Hirn anspruchslos ist - im Gegenteil. Aber Lesen soll für mich das sein, als was es ja mitunter auch gedacht ist: Entspannen, Abschalten, Ablenken.
    Ich lese, weil ich meinem Hirn eine Pause verschaffen will.

    2.)Bin ich der Meinung, dass Lesen und Bloggen bleiben sollte was es ist (für mich) - ein Hobbie. Ich habe natürlich nichts dagegen, wenn das jemand anders sieht und anders macht. Für mich tuts das aber. Geld verdiene ich auf andere Weise und Arbeit ist relativ, die muss man auch bei anderen Hobbies investieren.


    Ansonsten; Applaus für den gelungenen Artikel!

    Liebe Grüße,
    Linda

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    1. Hey Linda!

      Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, ich persönlich finde aber auch, dass man sein Hirn beim Lesen ruhig auch mal anstrengen kann und darf. Gut, viele Bücher laden zwar nicht dazu sein, aber ja, schaden kanns ja nicht.
      Sehe ich auch so, über Bücher zu bloggen ist und war für mich schon immer eine Sache von Lesern für Leser, mehr nicht. Ich glaube auch nicht, dass da jemals wirklich ernsthaft etwas daraus wird.

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  6. Ein sehr schöner Artikel. Ich bin leider auch von den Bösen, da Autor. Also einer von den Idioten die Bücher schreiben. In diesen Kreisen gibt es ebenfalls viel Neid, Mißgunst und Konkurrenzdenken. Es ist leider immer so, wenn manche erfolgreich werden, ziehen sie die Aufmerksamkeit auf sich und von anderen ab. Man ist zwar in einer Community, aber mit jedem neuen Buch, Blogbeitrag oder Vlogvideo entsteht auch Konkurrenz. Wer da sagt, wir lieben uns alle, schaut nicht richtig hin. Als Autor bekommt man auch viel ab. Es gibt tolle und nette Blogger, mit denen man sich gut verstehen und austauschen kann und sogar Privat miteinander redet. Aber auch viele, die Arrogant und abgehoben sind. Sie schreiben nur Ebooks? Das sind keine Bücher, sowas lese ich nicht. Sie sind Selfpublisher? Das sind keine richtigen Autoren. Sie haben in einem Kleinverlag veröffentlicht? Ich lese nur Zeug von den ganz großen Verlagen. Ich soll ihr Buch lesen? Aber nur wenn ich Geschenke bekomme und mit einem Amazongutschein dabei, lese ich es vielleicht sogar schneller... Was kommt dabei raus? Lahmes BlaBla über lahme Bücher, das zeigt, dass manche keine Ahnung von Literatur haben. Und dann werden Bücher gehypt, die handwerklich schlecht sind, aber das merkt ja keiner, dafür ist das Cover schön und der Held ist sexy und die anderen Blogger lieben es auch. Wie könnte es da einer wagen, kritisch zu sein, nachher meiden ihn die netten Blogger von nebenan... Als Autor wird viel von mir verlangt. Was verlangt man von einem Blogger? Was darf man erwarten? Proffesionalisierung? Muss nicht sein, finde ich. Aber zumindest sollte er gewisse handwerkliche Kentnisse haben, was ein Buch ausmacht. Im Grunde sitzen wir alle im selben Boot. Es geht um Bücher! Die einen schreiben, die anderen verlegen und wieder andere schreiben darüber. Aber jeder scheint in seiner Blase zu sitzen und auf die anderen einzuhacken. Man sollte mehr über den Tellerand schauen und gemeinsam den Leser umwerben. Denn darum geht es doch am Ende. Um den Leser.

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  7. Hey ho,
    dein Beitrag ist wirklich sehr interessant. Das einzig schlüssige Argument in dem "Die Welt"- Artikel war die Sache mit den fünf Sterne Rezensionen. Denn auch bei mir kommen selbst Bücher, die mich nicht wirklich überzeugen konnten, mit 2-3 Sternen weg, weil ich mir denke, dass es ja ne subjektive Meinung ist und andere Leser es anders empfinden können.
    Nun zu deinem Artikel:

    1.) Neid unter Bloggern: Am Anfang meiner Bloggerlaufbahn war ich oft sehr neidisch. Warum bekommen andere für einen inhaltlich schlechten Beitrag mehr Likes und Reichweite als ich, die sich wirklich reinhängt? Mittlerweile stehe ich aber drüber und denke mir, jeder liest das, was er lesen möchte. Wenn ich den Geschmack einiger Leser treffe, freut es mich und wenn nicht, ist das halt so.

    2.) Die Community: Ja, ein bisschen verstehe ich was du meinst :-). Allerdings möchte ich an dieser Stelle auch ein positives Beispiel erwähnen. Ein Bloggerkollege von mir fing auch "klein" an, und schaffte es sich gut zu vernetzen und zwar nicht aus Berechnung, sondern aus Freude am Kontakt zu anderen. Und ich habe auch das Gefühl, dass er von den "großen" Bloggern ernst genommen und nicht belächelt wird. Ihm gefällt es in "der Community" wirklich gut.

    3.) Projekte: Ich stelle auch fest, je nachdem, welche Projekte ich planen möchte, wird die Community plötzlich ganz klein. Zum einen, weil ich den Eindruck habe, dass jeder sein Ding machen will, andererseits weil ich das Gefühl habe, dass jeder andere Prioritäten hat, was auch ok ist, nur wäre dann eine klare Zu- oder Absage schon ganz cool, einfach damit man planen kann.
    Die "Großen" haben auch sicher volle Postfächer von daher kann ich es schon verstehen, dass da Mails untergehen. Also wenn du Projektideen hast: Schreib mir gerne, ich bin bei fast allem dabei :-)

    4.) Einbeziehen der "Großen": Ich verfolge 2-3 bekannte Bloggerinnen und habe schon das Gefühl, dass sie auf alle Kommentare gleichermaßen eingehen, egal ob es sich jetzt um den Kollegen mit der großen Reichweite, den "No Name"- Blogger wie mich, oder den Leser ohne Blog handelt.

    5.) Bevorzugung bei Verlagen: Den Beauty Blogger Vergleich höre ich jetzt erst zum zweiten Mal. Sonst waren für mich immer die "großen" Blogger, die bei Publikumsverlagen punkten. Aber ich kann das mittlerweile auch vollkommen nachvollziehen (Reichweite). Dank dem Bloggerportal habe ich aber eine tolle Nische gefunden :-).

    Kurzum: Vielen Dank für diesen Beitrag. Hätten sie mal den in "Der Welt" abgedruckt :-)
    viele Grüße
    Emma

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  8. Huhu!

    Ist doch sehr gemütlich hier, auf der dunklen Seite der Macht. Du weißt doch: wir haben Cookies.

    Großartiger Artikel, du dröselst die ganze Situation wirklich sehr gut auf!

    Ich muss zugeben, in letzter Zeit wünsche ich mir oft, dass wir alle ein bisschen kritischer lesen würden, damit die Verlage vielleicht mal von den Klischees ablassen und uns mehr Bücher anbieten, die was wirklich Neues sind, ohne das vermaledeite Liebesdreieck oder den heißen Jungen, der eigentlich der total kontrollierende Stalker ist, der das aber ja nur macht, weil er sie SOOOOoooo liebt.

    Andererseits möchte ich niemandem, dem das gefällt, das Recht dazu absprechen oder deswegen auf ihn/sie herabblicken. Schwierig...

    Der Neid ist mir auch immer mal wieder unschön aufgefallen. Warum hat xxx das Buch gekriegt? Ich hab doch früher angefragt und ich hab mehr Leser und WAAAAaaah. Auch ein Grund, warum ich keine Rezensionsexemplare mehr anfrage.

    LG,
    Mikka

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