Morgens leerer, abends voller - Tobias Keller

8. Juni 2016 |
Das mit dem Humor  ist so eine Sache. Geschmackssache würden wohl die meisten sagen. Ich würde über mich selbst sagen, dass ich einen ziemlich breitgefächerten Humor habe, und auch ziemlich leicht zum Lachen gebracht werden kann. Ich erinnere mich da bspw. an meine Ausbildungszeit zurück, wo nur ich wegen des Wortes "Minischnitzel" vor Lachen fast kollabiert und in eine der Tiefkühltruhen gefallen bin.
Und alleine deswegen, ziehe ich meinen Hut vor Tobias Keller, der sich mit seinem Debütroman gleich auf so unsicheres Terrain gewagt hat. Leute zum Lachen zu bringen, generell sie zu unterhalten und zu amüsieren, erscheint mir nämlich äußerst schwer. Gerade wegen der Geschmackssachenproblematik und so.

Mich hat dieser Roman unterhalten, amüsiert und zum Lachen gebracht. Nicht aber, weil einem hier ein gewaltiges Gagfeuerwerk geboten wird, bei dem einem die Pointen nur so um die Ohren knallen, nein. Sondern weil der Autor weder sich, noch seine Figuren, noch den Plot zu ernst nimmt. Wodurch ich gar nicht erst das Gefühl hatte, dass hier jemand in Joko und Klaas-Manier forciert lustig sein will. Der Humor erschien mir natürlich und hat sich gut in die Lektüre eingefügt. Ein weiterer, wenn auch sehr subjektiver Pluspunkt, ist für mich der Name des Protagonisten - Fabian. Ich finde meinen Namen zwar nicht sonderlich schön, aber dennoch ist es sehr cool, wenn in einem Buch mal jemand auftaucht, der auch diesen Namen trägt. Es hat zwar ein paar Seiten gebraucht, bis ich mit meinem Namensvetter warm geworden bin, aber irgendwann war er mir dann doch sympathisch. Anders als seine Freundin, Tine. Die war nämlich einfach nur eine blöde Pute, der ich nur zugute halten würde, dass sie Poseidon, den fetten roten Kater (den man auch schon auf dem Cover zu sehen bekommt), mit ins Spiel gebracht hat. Der war nämlich ein echtes, kleines Highlight in dem Buch.

Natürlich kamen mir beim Lesen auch gleich "Fack ju Göhte" oder "Those who can't" oder "Bad Teacher" in den Sinn, und ich hatte auch, so muss ich gestehen, anfänglich etwas Angst, dass der Autor hier vielleicht nur einen Aufguss dessen bieten wird, was man eben aus diesen Filmen/Serien schon kennt. Dem war zum Glück nicht so, im Gegenteil, "Morgens leerer, abends voller" besitzt genug Eigenständigkeit und Originalität um mit diesen Titeln, in einem Atemzug genannt werden zu können.

Und auch wenn mich der Roman absolut überzeugt hat, und ich Tobis Keller definitiv auf meine Fave-Author/Auto-to-buy-Liste gesetzt habe, denke ich, wird das Buch seine ganze Strahlkraft bei den Leuten entfalten, die selbst in dieser Branche tätig sind.

Falls ihr aber noch auf der Suche nach einem unterhaltsamen Buch für den Sommer seid, oder vielleicht gerne etwas lesen möchtet, dass in die Richtung von "Fack ju Göhte" geht, dann kann ich euch "Morgens leerer, abends voller" nur ans Herz legen. Tobis Keller hat hier nämlich ein sehr amüsantes Debüt vorgelegt, das auch schöne ruhige Momente bietet, und einen definitiv an seine eigenen Schulzeit zurückdenken lässt. Ich für meinen Teil bin begeistert, und freue mich sehr darauf ein weiteres Buch des Autors zu lesen.
 dtv   Taschenbuch, 336 Seiten   Einzelband 9.95€ 

Kommentare:

  1. Mich hätte das Cover jetzt eher abgeschreckt, aber ich finde inhaltlich klingt das Buch ganz cool :D Vielleicht lese ich es mal zwischen den typischen Jugendbüchern, die hier noch bei mir so rumliegen ^^

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    1. Ja, kann ich dir nur empfehlen, ist wirklich sehr lustig! :D

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