Wie ich gestern vor dem Kühlregal im Netto entschieden habe keine negativen Rezensionen mehr zu schreiben

13. März 2016 |
Gestern habe ich eine negative Rezension zu einem Buch geschrieben und danach, also nicht unmittelbar danach, später halt, war ich im Nachbardorf unterwegs, um ein paar Besorgungen und Erledigungen zu machen.
Ich bin dann auch kurz zum Netto reingesprungen, weil ich Frischkäse und Kinder Choco Fresh kaufen wollte. Letzter waren im Angebot und ich liebe die Teile einfach. Und als ich dann da vor dem Käse-Abteil stand, dachte ich mir: Wie können Menschen nur Käse essen? Überbacken, auf Pizza oder Toast Hawaii oder so, ja, aber in Scheiben? In Würfeln oder am Stück? Bäh! Ich mag keinen Käse. Ich mag weder den Geruch, noch die Farbe und den Geschmack erst recht nicht. Das habe ich Frau Knappe zu verdanken, die mich im Kindergarten beim "Probier-Frühstück" dazu gezwungen hat, Käse zu essen. Seitdem habe ich eine Käse-Sperre, wie Guido Maria Kretschmer es nennen würde. Aber ich mag Frischkäse, weil der halt einfach nicht nach Käse schmeckt. Aber jetzt auch nicht jeden, so Almette und Buko sind ganz nice, der Rest na ja.
Jedenfalls stand ich dann da so rum, und natürlich waren da auch andere Kunden, verständlich an einem Samstag. Und dann kam mir der Gedanken, was ist, wenn dich jetzt jemand fragt wie dieser oder jener Frischkäse schmeckt, den du mal gegessen hast, der dir aber überhaupt nicht geschmeckt hat? Um ehrlich zu sein, wäre der Einzelhändler in mir an die Oberfläche gebrochen (passiert mir doch recht oft, wenn ich jetzt mal so darüber nachdenken) und ich hätte diese Person beraten, und ihr gesagt dass sie doch liebe diesen Frischkäse kaufen soll. Gedacht hätte ich mir aber, nehmen Sie auf keinen Fall diese widerliche Paste, damit können Sie höchstens irgendwelche Scharniere fetten, aber bitte nicht auf's Brot damit! Und dann dachte ich, was ist, wenn diese Person wegen mir ein unvergessliches Geschmackserlebnis verpasst? Nur weil ich gesagt habe, dass der Frischkäse kacke ist? Ich meine, wenn mir jemande so 'nen geilen Frischkäse vorenthalten würde, dann wäre ich auch mega angepisst. Und dann dachte ich weiter, so in etwa ist es ja eigentlich auch mit Büchern die ich negativ/kritisch rezensiert habe. Möchte ich das? Möchte ich die Verantwortung dafür übernehmen, anderen etwas ausgeredet zu haben, was sie vielleicht gemocht hätten?

Natürlich können negative Rezensionen, gerade von Freunden/ befreundeten Bloggern/Lesern, einen davor bewahren ein richtig mieses Buch zu lesen und unnötig Lebenszeit zu vergeuden. Ich habe da auch ein paar Personen, auf deren Meinungen ich etwas gebe und denen ich, was Bücher angeht, blind vertraue.
Auf der anderen Seite ist es doch eigentlich so, dass man sich letztlich immer selber ein Bild machen muss, um wirklich sicherzugehen, ob ein Buch etwas für einen ist oder nicht.
Jüngstes Beispiel bei mir war "Red Queen/Die Rote Königin". Leute denen ich vertraue sagten das Buch wäre Müll. Ich hab es dann trotzdem gelesen, weil ich doch neugierig war und sehen wollte was an der Kritik so dran ist. Die Leute hatten natürlich recht, das Buch ist Schrott. Aber, jene Leute sagten mir auch das "I'll give you the sun'' von Jandy Nelson beschissen sei. Auch das habe ich trotzdem gelesen, und, die Leute hatten unrecht. Ich mochte das Buch, sehr gerne sogar.

Ich hab dann meinen Frischkäse und mein Kinder Choco Fresh gekauft und bin Heim. Ich hab dann noch weiter über dieses Thema nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich fortan keine negativen Rezensionen mehr schreiben möchte.

Weniger wegen den Autoren, ich meine, wenn man sich dazu entschließt mit einem Buch an die Öffentlichkeit zu gehen, dann muss man Kritik (so harsch sie auch formuliert sein mag, und ich meine jetzt nicht "Deine Nase ist hässlich und deswegen ist dein Buch kacke!"), selbst wenn man sie ungefragt in die Fresse geballert bekommt, hinnehmen und aushalten können. Autoren sind mir da eher egal.

Mir geht es darum was ich eigentlich möchte. Und ich möchte meine Freude und meine Begeisterung für Bücher mit anderen Menschen teilen. Das geht mit negativen Rezensionen zwar auch, weil viele (ich selbst eingeschlossen) gerne Rants lesen. Ist ja auch immer recht unterhaltsam wenn Menschen sich über Bücher aufregen. Finde ich jetzt.
Aber, ich möchte das nicht mehr. Ich bin irgendwie müde und genervt. Genervt von den schlechten Büchern und müde mich über sie aufzuregen. Ich möchte Bücher empfehlen können, möchte dass Menschen sagen: "Jo, deine Rezension war hat mich davon überzeugt das Buch zu kaufen, auszuleihen", was auch immer. Ich möchte nicht, dass andere Leser wegen mir, ein für sie vielleicht sehr cooles Buch verpassen. Nicht, dass ich denke, ich könnte andere Leute wirklich dazu bringen, ein Buch nicht zu kaufen oder so,
 Ich möchte über die Bücher schreiben, die mich aus den Socken gehauen, begeistert, bewegt und sprachlos (im positiven Sinne versteht sich), gemacht haben. Ich möchte fanboyen (Gott, wie kacke das einfach klingt ne) und nicht "haten". Ich fühle mich zwar nicht als Hater, aber wenn man viel kritisiert, denke ja viele Leute sehr schnell man wäre einer. Ist mir eigentlich egal, was Leute am anderen Ende des Internets so denken, aber es muss ja nicht so sein.

Daher, werden auf diesem Blog ab jetzt nur noch Rezensionen von mir veröffentlicht werden, zu Büchern die ich für den besten Shit der Welt halte, den unbedingt jeder Lesen muss. 4-5 Sterne-Rezensionen ausschließlich. Keine Rezensionen mehr zu Büchern, die okay waren, ernsthaft was soll man da auch schreiben? Keine negativen Rezensionen mehr, keine Rants mehr über Bücher!

Gut, ich könnte meine Kritik auch einfach netter formulieren, sachlicher, konstruktiver. Aber bevor ich mich selbst "zensiere" oder einschränke (sorry, aber dazu bin ich a) zu faul und b) zu egoistisch), lass ich es lieber ganz bleiben. Entweder haut man richtig auf die Kacke oder man lässt es bleiben. Auf so halbgaren Wischiwaschi-Bullshit, habe ich keinen Bock.

Klar, können  Leute dan auch sagen: "Ey, der bewertet ja alles nur positiv, voll der Faker!" Aber das nehme ich in Kauf. Wenn ich, um Bücher zu feiern die ich geil finde, einen Teil meiner Glaubwürdigkeit opfern muss, dann ist das so.

Kommentare:

  1. Ich versteh deine Meinung voll, aber ich finde sie eigentlich auch extrem Schade.
    Denn keine negativen Meinungen mehr zu schreiben empfinde ich ebenfalls als Einschränkung.

    Eine Meinung (ganz egal ob sie positiv oder negativ ist) sollte dem Leser der Rezension nur einen Blickwinkel geben. Für mich geht es immer noch darum, sich eine eigene Meinung machen zu WOLLEN und nicht blind auf die der anderen zu vertrauen.

    Ich geb dir vollkommen Recht - das schlimmste sind Rezensionen zu Büchern die OK waren, denn was soll man da auch wirklich schreiben. Es war nicht scheiße aber auch nicht gut - das war es dann auch schon wieder. Das man die weglässt würde ich sogar noch mehr verstehen, aber negative finde ich persönlich immer recht wichtig. Die machen neugierig, egal auf welche Art und Weise. Und es sollte eben danach darum gehen sich auch mal eine eigene Meinung zu etwas bilden zu WOLLEN und nicht immer nur bling auf andere zu vertrauen. Wer sich von einer negativen Meinung den Spaß an einem Buch verderben lässt, der ist meiner Meinung nach selbst Schuld.

    Ich finde es auch besonders Schade um deine Rants - die waren immer toll zu lesen. Und das sag ich, obwohl ich zum Beispiel Red Queen nicht so grottig fand ;) Aber es ist eben nur eine Meinung. Man kann es egal mit was und eben auch nicht mit einem Buch allen Recht machen. Doch warum sich deshalb "die eigene Meinung verbieten". Ich versteh schon, dass du das nicht tust, aber du schränkst dich selbst mit deiner Meinung ein.

    Ich finds wirklich schade, aber kann dich schon auf verstehen. Doch trotzdem ist die Problematik die du beschreibst für mich eine, an der der Leser der Rezension selbst Schuld ist. Denn man sollte sich nicht von einer Meinung zu sehr beeinflussen lassen. Wer Rezensionen liest, der liest zumeist mehrere und nicht nur eine auf deren er seine Entscheidung basiert. Und wenn man sich von einer einzigen beeinflussen lässt, dann hat man scheinbar selbst sowieso keine und daran ist man selbst Schuld. Ist alles jetzt ein wenig hart und verallgemeinernd aber ich denke du verstehst was ich meine ;)

    Aber ich les trotzdem weiter bei dir ;)
    Deine Rants werd ich vermissen, aber deine Fanboy-Hymnen sind genauso top :)

    LG Nina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach ja und ich wollte noch dazu sagen warum ich deine Rants immer so gut fand: Weil sie ehrlich und kritisch sind! Du rantest nicht herum weil du das willst und gerade Bock drauf hast. Du rantest weil es teilweise wichtig ist, dass über bestimmte Dinge gerantet bzw überhaupt geredet wird!

      Gerade deine letzte Rezension ist so toll, weil du so Recht hast und so viele nicht über diese Dinge nachdenken. Es ist nicht immer alles perfekt und wie es die Literatur schreibt und warum muss jede dramatische Geschihcte immer einen Funken positves haben? Doch wenn man solche Rezensionen liest beginnt man vielleicht ein klein wenig zu denken. Nicht nur über das Buch sondern über Themen wie Emanzipation und Feminismus und alles andere noch dazu.

      Gerade die Jugendliteratur ist da wirklich schrecklich, warum ich von dem Kitsch-Teil dessen schon nen riesen Abstand genommen habe. Auch diese ganzen Dreiecksbeziehungen sind schrecklich - wo zur HÖLLE findet man solche Dinge in der Realität und dann auch noch mit solchen überperfekten Personen. Aber wenn niemand mehr genau diese "Fehlstände in der Masse" aufzeigt, dann wird sich auch niemals etwas ändern. Weil dann finden es ja sowieso scheinbar alle toll.

      Aber warum habe ich selbst angefangen darüber nachzudenken? weil ich mittlerweile älter geworden bin und weil ich diese Meinungsanstöße durchaus auch von außen bekommen habe. Man wird selbst kritischer, aber genau das sollt man gut und gerne auch weitergeben. Aber ich hab andere Meinungen eben nie einfach so akzeptiert sonder mir selbst meine Gedanken dazu gemacht. Und genau dazu kannst du mit deinen Rants immer super anstoßen - zum selber Denken.

      Das musste einfach auch noch gesagt werden!

      Löschen
    2. Kann ich alles genau so unterschreiben =)

      Löschen
    3. Da hast du natürlich vollkommen recht, und ehrt und freut mich auch, dass du meine Verrisse nicht als bloße Rants, sondern als Denkanstöße gesehen hast. Und klar, muss und sollte sich jeder immer eine eigene Meinung bilden, ich wollte damit jetzt auch nicht irgendwie sagen, dass meine Meinung irgendwie maßgebend wäre oder, dass ist sie absolut nicht. Ich möchte nur halt nicht mehr dass vielleicht doch jemand ein Buch nicht in die Hand, nur weil er meinen Rant gelesen hat. Ob das nun passiert oder nicht, sei mal dahingestellt.

      Und ich möchte, wie ich schon auf FB geschrieben habe, diesen beschissenen Büchern einfach keinen Platz mehr bieten. Die Lektüre alleine ist oft ja schon Qual genug, dann muss ich nicht auch noch Zeit/Energie/Nerven in eine Rezension investieren, wenn ich stattdessen ein Buch rezensieren kann, das mir wirklich richtig gut gefallen hat :D

      Die Rants verschwinden auch nicht, sie werden in anderer Form bestehen bleiben. Aber Rezensionen zu schlechten Büchern oder Verrisse wird es nicht mehr geben ^_^

      Ich freue mich aber sehr, dass du auch weiterhin mit an Bord bist *_*

      Löschen
  2. Also ich kann es gut nachvollziehen, dass du lieber positive Meinungen schreibst und somit ausschließlich deine Liebe zu Büchern teilen willst, aber ich brauche eben auch mal Rants um entscheiden zu können, ob ich gewisse Bücher nun lesen muss, oder nicht. Und da hat mir besonders dein Blog immer sehr weitergeholfen, der neben all den rosaroten 5-Sterne-Besprechungen von anderen auch mal kritische Seiten von Büchern beleuchtet hat (siehe nur mal deine Rezension von gestern).

    Deswegen kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen und akzeptiere deine Entscheidung ... find es aber auch echt schade.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und das ist ja auch vollkommen okay. Rants sind ja auch an sich nichts Schlechtes oder etwas, für das man sich schämen muss. Aber, wenn selbst sehr viele schreibt, wie es bei mir halt bisher war, dann fragte man sich irgendwann: Warum gibst du diesem Kackbuch, jetzt auch noch Platz auf deinem Blog? Warum investierst du Zeit und Energie und auch Kreativität (was Jokes und so angeht) in dieses beschissene Buch? Und das kann man ja dann auch einfach lassen, und sich anderen Dingen, wie etwa guten Büchern widmen. Rants schreiben macht natürlich auch Fun, so ist es ja nicht, aber irgendwie gibt einem auch nichts, bzw. gibt es mir jetzt nicht mehr die Genugtuung die ich früher immer hatte.

      Und diese Dinge, die da falsch laufen oder genauer beleuchtet gehören, finden ja in vielen Büchern statt, daher werde ich wohl auch mehr so themenbezogene Beiträge dazu machen, und es nicht alles an einem Buch auslassen :D

      Danke natürlich und ich hoffe du bleibst auch weiterhin mit dabei ^^

      Löschen
  3. Heyho :)
    ja die frage habe ich mir auch schon mal gestellt muss ich zugeben, aber da ich einfach ein ehrlicher Mensch bin und eben MEINE Meinung über ein Buch mitteilen will, habe ich damit trotzdem nicht aufgehört. Ein richtig schlechtes Buch gab es bei mir eh noch nicht und wird es auch nicht geben, so schlecht die Story auch in MEINEN Augen ist. Weil jeder der mal versucht hat ein Buch zu schreiben weiß wie nervenaufreibend und anstrengend das sein kann und jeder der das geschafft hat, ein Buch zu veröffentlichen bekommt erst einmal meinen Respekt.^^

    Naja aber genau wegen der Sache das jeder sich seine Meinung selbst über ein Buch bilden soll. Und nicht sagen soll der findet das scheiße, deswegen finde ich das auch scheiße, aus dem Grund steht bei meinen Rezensionen ob Gut oder Schlecht ein Satz dabei, das dies MEINE Meinung ist, jeder andere aber natürlich eine andere Meinung haben kann und deshalb lieber selbst das Buch lesen soll um sich sein Meinung zu bilden. Vielleicht bin ich in dieser Sache auch ein bisschen zu egoistisch, aber ich möchte einfach meine Meinung über ein Buch auch mitteilen. ^^ Muss ja aber nicht heißen das alle der selben Meinung sein sollen.

    Aber so wie ich meine Meinung habe, darfst auch du und jeder andere seine Meinung haben und wenn deine ist das du über "nicht so gute" Bücher nicht mehr schreiben willst dann ist das so. ^^

    So und nun bin ich auch schon wieder mal weg, viel Spaß beim lesen und Bloggen. :)
    Liebe Grüße,
    Birdy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Klar, das könnte ich natürlich auch machen. Darauf hinweisen dass das lediglich meine Meinung ist, die niemand als Leitbild nehmen soll oder so. Und ich werde ja auch jetzt keine Bücher mehr lesen, die ich kacke finde, kann ich ja gar nicht beeinflussen (leider) aber ich kann entscheiden, ob ich über diese schlechten Bücher schreibe oder nicht. Ich habe mich dagegen entschieden ^^

      Dir auch ^_^

      Löschen
  4. Ich kann deine Entscheidung verstehen, auch wenn ich das definitiv anders machen würde bzw. es sowieso tue. Eine negative Rezension muss nicht zwingend ein Rant werden, sondern kann auch den persönlichen Lesegeschmack des Bloggers sauber markieren. Ich habe z.B. "Ein ganzes halbes Jahr" gar nicht gemocht, was aber daran liegt, dass ich keine Liebesromane mag, und habe beides in meine Rezension dazu geschrieben. Grundsätzlich stimme ich dir zu: Verisse, die in einem allgemein gültigen Stil daher kommen, sind problematisch, denn selten ist ein Buch o.ä. für jede Person gleich gut oder schlecht, aber genauso problematisch sind dann himmelhohe Lobgesänge, diese Kennzeichnung, dass das Urteil immer noch vom Autor der Rezi als Einzelperson abhängt, muss denke ich in jedem Fall klar sein. Und jetzt unabhängig davon, ob die Rezension gut oder schlecht ausfällt, verlasse ich z.B. auch als Leserin mich nur auf so einen Text, wenn absolut klar wird, warum etwas jetzt gut oder schlecht ist und wie die Präferenzen des Rezensenten sind. Überspitzt formuliert überzeugt mich da also "Twilight ist scheiße, da glitzern Vampire!" genauso wenig wie "Twilight ist so wunderbar, weil die Liebesgeschichte soooo toll ist.", denn beides bringt mir herzlich wenig, wenn ich überlege, ob mir persönlich das Buch gefallen würde, da muss ich zumindest wissen, wessem Buchgeschmack ich näher bin, um darüber eine Vermutung anstellen zu können.

    (Aber wie gesagt: Nachvollziehen kann ich deine Entscheidung trotzdem ;))

    AntwortenLöschen
  5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  6. Hmm, also wenn du es so siehst, kann es auch ganz andersherum laufen. Du schwärmst wie wahnsinnig für ein Buch, jemand liest es deshalb und für denjenigen geht es - wegen des unterschiedlichen Geschmacks - total in die Hose. Was ist jetzt schlimmer? Ein Buch nicht lesen, dass einem vielleicht sonst gefallen hätte. Oder mit riesen Erwartungen an ein Buch herangehen und dann total enttäuscht sein? Beides doof. Ich persönlich gehe im Zweifel lieber das Risiko ein, ein Buch zu verpassen, statt dass ich mich im schlechten Fall hunderte von Seiten durchquälen muss.

    Also deshalb muss einfach jeder selbst sehen, wie er mit Rezensionen (egal ob gut oder schlecht) umgeht. Ich selbst schaue einfach, würden mich die Punkte, die denjenigen gestört haben, tatsächlich so stören? Oder auch andersherum, finde ich Aspekte generell auch so gut, wie sie hier angepriesen werden? Letztendlich muss man auf seinen Bauch hören und sich eben die Infos aus den Rezensionen rausziehen, auf die es ankommt.

    Ich persönlich finde deine Entscheidung nicht so gut. Muss ich dir ganz ehrlich sagen. Für mich nimmt es ein ganzes Stück Glaubwürdigkeit immer nur tolle Rezensionen zu lesen. Auch im Hinblick auf Abwechslung will man ja nicht immer dasselbe lesen. Wenn du jetzt nur noch darüber schreibst, wie großartig du alles fandest, dann ist das (für mich als Leser) leider etwas einseitig. Auch wenn es natürlich immer andere Bücher sind.

    Grundsätzlich kann ich auch verstehen, wenn du sagst, du hast keinen Bock dich noch einmal mit Meh-Büchern nach dem Lesen auseinanderzusetzen. Wenn es so ist, klar kein Thema. Doch falls es dich doch mal in den Fingern juckt, vielleicht musst du es ja nicht ganz kategorisch ausschließen.

    Liebe Grüße
    Tina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da hast du natürlich recht, das könnte man sich im Umkehrschluss natürlich auch fragen. Im Grunde, wenn man es genau nimmt, dürfte ich ja dann gar keine Bücher mehr rezensieren. Und natürlich hast du auch recht damit, dass sich jeder trotz der Rezensionen immer ein eigenes Bild machen sollte, und wer das nicht macht, hat halt Pech.
      Aber, wahrscheinlich ist das in dem Beitrag nicht so deutlich oder missverständlich rübergekommen, mir geht es eher um etwas anderes. Nämlich die schiere Unlust, Bücher die ich nicht mochte weiterhin zu rezensieren. Klar, und in dem Punkt hast du ebenfalls recht, gehören auch negative Rezensionen zum Gesamtbild einer Meinung und es sollte sich möglichst die Waage halten. Allerdings gibt es diese Waage auf meine Blog gar nicht, weil die negativen Rezensionen deutlich überwiegen.
      Was ich allerdings sagen will ist, dass die Leser ja nicht sehen wie viel Zeit und Energie und auch Hirnschmalz in so eine negative Rezension fließt, ich versuche die ja immer etwas lustig und sarkastisch zu halten und wenn man das auf Dauer einfach macht, dann laugt diese ganze Aufregung, über die immer gleichen Themen in Büchern einfach mega aus. Und ich bin an den Punkt gekommen, wo ich mir sagen: Wozu die Mühe machen, eine negative (aber möglichst unterhaltsame) Rezension zu einem Buch zu schreiben, dass du kacke gefunden hast, wenn du in der Zeit, mit der Energie und dem Input auch etwas anderes für den Blog machen könntest. Natürlich macht es auch Spaß Verrisse zu schreiben, es macht aber auch müde. Und wie ich in dem Beitrag geschrieben habe, bin ich es einfach leid mich aufzuregen für nichts und wieder nichts. Ich akzeptiere deine Sicht natürlich, hoffe aber, du kannst meine auch verstehen.

      Löschen
    2. Klar Fabian, ich verstehe dich natürlich. Dass du es leid bist, dich mit schrottigen Büchern auseinanderzusetzen klang ja auch in deinem Beitrag durch. In der Hinsicht kann ich dich voll verstehen. Mir geht es zum Beispiel so, dass ich mich während des Schreibens einer schlechten Rezension sogar fast oder noch mehr darüber aufrege, als während dem Lesen. Das kostet viel Energie und Kraft, aber hinterher geht's mir meistens besser. Das musste einfach mal raus :P

      Vielleicht tut es dir jetzt auch mal gut, die besseren Bücher in den Vordergrund zu rücken und wieder ein Gleichgewicht herzustellen.

      Ich respektiere selbstverständlich deine Entscheidung, ist ja schließlich ganz allein dein Blog. Und ich freue mich weiterhin von dir zu lesen, aber hoffentlich nicht vollkommen kritikfrei :) Denn gerade dein Humor, etwas auch melde durch den Kakao zu ziehen, ist immer wieder lesenswert!

      Löschen
    3. *mal satt melde natürlich, danke Autokorrektur :P

      Löschen
    4. Danke :D
      Nee, ganz ohne Kritik wird es natürlich nicht gehen xD
      Aber ja, vielleicht muss ich erstmal eine Positivakkus wieder aufladen, damit ich anständig negativ sein kann, bzw. Lust darauf kriege :D

      Löschen
  7. So, endlich bin ich nun dazugekommen, nachzulesen, was genau vor diesem ominösen Kühlregal passiert ist. Und ich muss sagen: Bumm! Wenn mir öfter solche wegweisenden Gedanken im Supermarkt kämen, würde ich mein Büro noch heute im Lidl um die Ecke einrichten.

    Ich denk mir eigentlich, dass ein Verriss, der sachlich ist und argumentiert, warum der Käse (oder auch ein Buch) einfach scheiße schmeckt, also konstruktiv und ehrlich ist, ja für alle nur von Vorteil sein kann, auch wenn's vl weh tut. Eine "schlechte" Rezension sollte einen sowieso nie davon abhalten, sich selbst ein Bild von Käse/Buch zu machen. Ich unterstelle diese Mündigkeit einfach mal meinen/deinen/unseren LeserInnen. Aber vermutlich sieht die Realität schon so aus, dass man so manchen dann vom schmausen/lesen abhält. Eine 1*-Rezension vergibt man aber auch nur im Ernstfall, oder? Also, wenn man wirklich sagen möchte: Du kannst deine €20 natürlich gerne für dieses Buch ausgeben, aber ich kann dir gleich sagen, ohne dich zu kennen, du wirst es für Käse halten. Leichtfertig schreibt man ja keinen Verriss (außer man ist eines jener saudämlichen Exemplare, die's ganz toll finden, andere schlecht zu machen, weil sie sich dadurch ganz groß fühlen. Ich habe aber die Vermutung, dass solche ewigen Nörgler-Besserwisser-Ungustln von der Leserschaft recht schnell enttarnt und nicht mehr ernst genommen werden).

    Ich kann deine Entscheidung aber auch zu 100% nachvollziehen und verstehen, und weiß nun, wenn ich in Zukunft zu dir komme, um nach Büchern zu stöbern, werde ich nur auf Highlights treffen. Ist ja auch ein verteufelt schöner Gedanke... :)

    PS: Mich würd interessieren: Nimmst du Rezensionsexemplare an oder ist das mit deiner Entscheidung auch gegessen?

    LG :) Hab einen schönen Abend,
    Nana

    AntwortenLöschen