Was war zuerst da: Die Literatur oder das Buch?

21. Februar 2016 |

Nun, anscheinend gibt es da einige Konflikte in der Szene jener Menschen, die über Bücher bloggen. Auf der einen Seite wäre da der Feuilleton-vs-Literaturblogger-Konflikt und auf der anderen Seite, offensichtlich vollkommen unbemerkt von den meisten, der Literaturblogger-vs-Buchblogger-Konflikt.



Also, bis gerade eben, vor, ich schätze mal so ungefähr fünf Minuten, wusste ich gar nicht dass es einen Konflikt zwischen Buchbloggern und Literaturbloggern gibt. Doch dann habe ich auf Twitter, diesen Tweet entdeckt:


Der Tweet bezieht sich auf einen Artikel der Zeit, also den hier: "Dieses Buch wird ihr Leben verändern"
Soweit ich das mitbekommen habe, hat der Artikel sowohl bei den Buchbloggern als auch den Literaturbloggern für Aufsehen gesorgt. Bei den Buchbloggern weil sie sich alle über einen Kam geschoren und in eine Ecke gestellt fühlen, und bei den Literaturbloggern, zumindest jenen die in diesem Artikel genannt werden, weil er ihnen Aufmerksamkeit und Klicks auf den Blog beschert hat. Und wenn wir alle eines wissen, dann das Klicks auf den Blog immer ganz toll und wichtig sind. Weil ohne viele Aufrufe bist halt nichts, isso.

Gut, arbeiten wir die ganze Sache mal Punkt für Punkt ab.
Der Artikel, na ja, wayne? Also, jetzt mal ganz nüchtern gesehen, wen juckts? Ja ja, ich weiß viele fühlen sich auf den Schlipps getreten und so, aber ich kann da irgendwie nur lachen. Ich meine, die Kernaussage des Artikels ist ja, "Buchblogger sind alle Fans denen bei einem geilen Cover einer abgeht, und keine professionellen Kritiker,  thanks Captain Obvious, wäre ich ja im Leben nicht drauf gekommen. Inwiefern ist die Erwähnung einer ansprechenden Buchgestaltung bitte weniger qualifiziert, als folgende Aussage von Denis Scheck über Sebastian Fitzek:

Wie kann es sein, dass ein so talentloser, klischeeverhafteter und – mit Verlaub – dummer Autor wie Sebastian Fitzek landauf, landab von der deutschen Kritik als "Thriller-König" bejubelt wird? "
- Denis Scheck, Druckfrisch, Sendung vom 30.November 2015

Ich könnte jetzt natürlich auch einen unqualifizierten Witz darüber machen, dass da ein N im Vornamen von Herrn Scheck fehlt, was seinen Namen wie Penis klingen lässt, und er auch ein bisschen wie einer aussieht. Aber gut.
Mal davon abgesehen, dass Herr Scheck hier durch die Blume seinen Kollegen mitteilt, dass sie alle unfähige Stümper sind, zumindest jene die Sebastian Fitzek als "Thriller-König" betiteln, ist diese Aussage doch schlicht  und ergreifend subjektiver Bullshit. Jene Art von subjektivem Bullshit, der Buchbloggern wiederum als unprofessionell angekreidet wird. wenn sie ein Cover loben. Ähm jaaaaa.....
Ach stimmt, Herr Scheck ist ja Literaturkritiker, der hat das ja an der Maxim Biller Universität für angewandtes Kritisieren studiert, und Bücher die Blogger lesen sind ja keine Literatur.

Kommen wir zu dem oben eingebundenen Tweet. Herr Nazemi aka Buchrevier stört sich anscheinend daran, als Literaturblogger mit den pferdegesichtigen Buchbloggern in einen Topf geworfen zu werden. Verständlich, als letzter lesender Mann (der er laut seines Blogs ja ist), hat man doch bitteschön etwas besseres verdient, als mit diesem unqualifizierten, Jugendbücher lesenden Pack in einem Artikel genannt zu werden.Vor allem wenn man über Literatur bloggt und nicht über Bücher.
Nun, stellt sich mir, als Buchblogger, natürlich die Frage, was ist der Unterschied zwischen Herr Nazemi und mir? Also, klar, ich bin nicht der letzte lesenden Mann, sondern nur irgendein Mann der gerne liest. Aber ansonsten? Er rezensiert Bücher und das mache ich auch. Er schreibt keine Beiträge zu Monatsstatistiken, Bücher-Hauls ect. und ich auch nicht (zumindest seit zwei Jahren nicht mehr). Ein paar der Bücher die er gelesen und rezensiert hat, habe ich auch gelesen, bspw. "180° Grad Meer" oder "Am Ende schmeißen wir mit Gold". Letzteres habe ich noch nicht rezensiert, weil Faulheit und so, aber wo genau liegt nun also der Unterschied? Das meine Lieblingsautoren wie John Corey Whaley oder Patrick Ness, nun mal eben Bücher für und über Jugendliche schreiben, und die per se, schon mal noch weniger mit Literatur zu tun haben, als 50 Shades of Grey? Liegt es daran, dass Herr Nazemi (bloße Vermutung meinerseits) zwanzig Jahre älter ist als ich, und daher, Dank der höheren Lebenserfahrung, natürlich viel besser beurteilen kann, was denn nun hochwertige Literatur ist und was nicht? Oder daran das seine Facebook-Seite knapp 3500 Likes hat und meine nur etwas mehr als 150? Oder daran, dass die Verlage und Autoren seine Rezensionen auf Twitter re-tweeten, meine aber nicht? Oder daran, dass sich Herr Nazemi und seine Kollegen, gibt da ja noch mehr Literaturblogger, einbilden etwas zu sein, was eigentlich gar nicht existiert, weil sie (so scheint es zumindest) die gleiche antiquierte Ansicht darüber haben, was Literatur ist und was nicht, wie halt der Feuilleton.
Oder wären Literaturblogger nur gerne der Feuilleton unter den Buchbloggern?
Heißt das Literaturblogger zerfallen zu Staub wenn sie zu den Messen nach Leipzig und Frankfurt fahren, weil das ja Buchmessen sind, und keine Literaturmessen? Wo kaufen Literaturblogger ihre Bücher? Ich hab in der Stadt in der ich wohne, und Köln ist eine große Stadt, noch keine Literaturhandlung gesehen und soweit ich weiß, wird man auch nicht zum/r Literaturhändler/in ausgebildet. Heißt das also, wenn ich das Buch von Ronja von Rönne, auf das ich mich schon tierisch freue, rezensiere, dann ist es keine Literatur, weil ich Buchblogger bin? Das wird Frau Rönne ja mega freuen.
Was also ist Literatur, wenn Herr Nazemi eine Begriffsklärung wünscht. Worin unterscheidet sie sich von Büchern, worin unterscheiden sich die Literaturblogger von den Buchbloggern?

Oder liegt es eben daran, dass den Buchbloggern, wie die Zeit in ihrem Artikel ja so heldenhaft festgestellt hat, die nötige Objektivität fehlt, um angemessen über Bücher zu bloggen?
Warum ist es verpönt die Gestaltung eines Buches/Covers als Bewertungskriterium einfließen zu lassen? Haben die Grafiker denn kein Recht darauf, dass ihre Arbeit angemessen gewürdigt und/oder kritisiert wird? Ist die Bewertung eines Covers halt einfach nur oberflächlich, weil don't judge a book by it's cover, obgleich das Auge ja bekanntlich mit isst?

Oder aber, liegt es daran, was die Zeit in dem Artikel ebenfalls feststellt:

"Viele Buchblogger wählen Bücher ohnehin nur dann aus, wenn sie annehmen, dass sie ihnen gefallen."

Ich meine, wo kämen wir denn da bitte hin, wenn sich Menschen in ihrer Freizeit mit Dingen beschäftigen, die ihnen vielleicht gefallen könnten. Man isst ja auch nur Lebensmittel, die einem nicht schmecken und trifft sich grundsätzlich nur mit Menschen, die man ganz besonders schlecht leiden kann.

Und woher kommt eigentlich diese abstruse Hass-Spirale? Literaturkritiker aus dem Feuilleton haben Sand in der elitären Vagina, weil ihnen die Literaturblogger die Leser wegschnappen. Die Literaturblogger mögen die Buchblogger nicht, weil die halt stinken und keine Ahnung haben. Und die großen Buchblogger treten auf die kleinen Buchblogger, weil die gefälligst keine Rezensionsexemplare bekommen sollen, und auch nicht zu Bloggertreffen eingeladen gehören.


Kann nicht einfach jeder jeden machen lassen, wann, wie, wo, warum und ich welcher Form auch immer, er/sie es gerne möchte? Vor allem, wenn sich doch im Grunde alle einig sind, das Bücher verdammt cool sind. Warum dann dieser hirnlose Klassenkampf? Wozu dient dieser bescheuerte und sinnbefreite Schwanzvergleich?



Kommentare:

  1. Danke! Ich habe herzliche gelacht! Kann ich alles nur so unterschreiben.

    Mein Liebglingsabschnitt:
    "Ich meine, wo kämen wir denn da bitte hin, wenn sich Menschen in ihrer Freizeit mit Dingen beschäftigen, die ihnen vielleicht gefallen könnten. Man isst ja auch nur Lebensmittel, die einem nicht schmecken und trifft sich grundsätzlich nur mit Menschen, die man ganz besonders schlecht leiden kann."

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  2. Hach wie schön! Eine der besten Meinungen, die ich zu diesem Artikel bis jetzt gelesen habe.

    Aber wirklich, wir sollten uns schämen dafür, dass wir nicht das auswählen, was uns am wenigsten anspricht, sondern gezielt nach Büchern suchen, die uns gefallen.
    Ich sehe vor allem nicht mal den Sinn dahinter, Bücher zu lesen, die einem nicht gefallen könnten. Das nimmt dem Lesen an sich doch den Sinn. Ich lese doch, um das Leben anderer nahe gelegt zu bekommen und dafür vielleicht auch was für mein eigenes Leben mitzunehmen.
    Da kann es mir doch keiner übel nehmen, wenn ich Bücher suche, die mich dabei auch noch unterhalten.

    Aber eher habe ich das Gefühl, dass alle, die von Berufswegen her Bücher lesen müssen, die sie eben nicht mögen, neidisch sind auf alle, die sich aussuchen dürfen was sie lesen.
    Oder sie leben in einer komplett anderen Welt und nehmen sich selbst als Maßstab für alle anderen. Frei nach dem Motto: Was ich nicht darf, darfst du erst recht nicht!

    Natürlich darf man die Buchblogger nicht komplett in Schutz nehmen, wenn man die Literaturkritiker kritisiert.
    Aber warum muss denn immer Streit und Missgunst herrschen? Wie wärs wenn beide Seiten sich etwas mehr annähern und sich mal aufeinander einlassen?

    Um zu zitieren: Weil wir uns doch alle einig sind, dass Bücher verdammt cool sind.

    Schöne Grüße,
    Anna

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    1. Oha, da fühle ich mich aber geehrt! :D
      Isso! Wer beschäftigt sich schon mit Dingen, die er mag, ist doch total abartig!
      Na ja, vielleicht sind diese Bücher, die man liest obwohl sie einem nicht gefallen ja die sagenumwobene Literatur, keine Ahnung. Mir erschließt sich das auch nicht. Ich meine, zur Belustigung okay, habe ich auch schon gemacht, aber ansonsten...???

      Ich glaube es liegt einfach generell an dem Bild was viele Menschen von Literatur haben, das leicht antiquiert und eben einfach etwas dämlich ist. Bücher werden erst zu Literatur, wenn Menschen ihnen dieses Label aufdrücken. Ich meine was ist Kunst und was nicht? Ist Unterhaltungsliteratur wirklich Literatur oder doch nur Unterhaltung, und was ist eigentlich mit der Kunst des Unterhaltung, die wird ja auch nie so wirklich beachtet. Und Jugendbücher, die sind ja sowieso keine Literatur, weil die Thema ja zu trivial und für kleine Geister sind und so. Bullshit einfach! Jeder der das so sieht, versteht von Literatur genauso viel, wie vom Flöhe melken.

      Ich finde einfach, dass diese geistige Verkrustung endlich aufgebrochen gehört, weg von den Schubladen und einfach offener und weiterblicken, als in diesen engen Rahmen. Kunst ist immer subjektiv. Das ist in der Malerei so, bei Musik und bei Büchern eben auch, und daran können auch die werten Damen und Herren des Feuilleton auch nichts ändern.

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  3. Danke, kann ich nur unterschreiben! Witzig und auf den Punkt gebracht.

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  4. Mein Hauptverdacht ist ja, dass sich ganz viele Menschen ganz doll langweilen würden, wenn sie sich nicht mit irgendwem zanken könnten. Manchen reicht es eben nicht über Bücher zu schreiben, die brauchen wieder irgendeine Form von Bestätigung oder Bewunderung, weil ohne ist man halt nix. Und wenn dann so ein Buchblogger, der das Rezensieren nicht studiert hat, mehr Aufmerksamkeit kriegt als ein Literaturkritiker, der sich immerhin abmüht nur die Sachen zu lesen die geistig besonders wertvoll, wenn auch stinklangweilig (vor allem für ihn/sie) ist, dann ist das schon arg gemein und so. ;)
    Willkommen im Sandkasten für Erwachsene!

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    1. Hm, okay, kann sein. Aber man kann sich ja auch höflich zanken und ohne Bullshit über den anderen zu reden, besonders wenn man den anderen eigentlich gar nicht kennt, denke ich mal so jetzt.
      Tja, dann kann der liebe Kritiker mal kacken gehen, und/oder die Schnüss halten. Ich kann es ja irgendwie, irgendwo nachvollziehen, dass ein paar der Literaturkritiker etwas pikiert sind, wenn ihre Meinungen eben nicht mehr das Nonplusultra sind, ich meine wer bleibt schon gerne ungehört? Verschämt und ungehört? Niemand. Da ist es schon logisch irgendwie, dass Kritiker ein bisschen bitchy sind und gegen die Blogger schießen wollen.
      Vielen Dank. Jetzt weiß ich auch woher der Sand kommt, den der Feuilleton in der Mumu hat.

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  5. Haha, ich habe herzlich gelacht und kann das alles komplett nachvollziehen.

    Anstatt sich einfach zu freuen, dass es noch Menschen gibt, die sich in Zeiten von Netflix und Co. so für Bücher begeistern, dass sie ihre Freitzeit dafür opfern (und dann dreisterweise, obwohl sie KEIN Geld dafür bekommen, auch noch mit Büchern befassen, die sie wirklich mögen!), muss man aufeinander rumhacken.

    Als ich den Artikel gelesen habe, habe ich mich beim ersten Drittel noch aufgeregt, dann aber nur noch gelacht. Jedem das seine, und wenn die gute Autorin sich jetzt besser fühlt, nachdem sie die dummen Trivialliteratur-Leser "fertiggemacht" hat, bitteschön.

    Letztendlich werden wir alle weiter bloggen und vloggen und kritisieren, weil wir eine Sache gemeinsam haben: die Liebe zu Büchern! Ich wünschte, man könnte sich mehr darauf konzentrieren.

    Liebe Grüße
    Effi

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    1. Haha, freut mich!
      Ja, versteh das mal einer. Der Witz ist ja, dass keiner der Blogger, ich kenne zumindest keinen, von sich behauptet, ein professioneller Literaturkritiker zu sein, oder diese ersetzen zu wollen. Aus irgendeinem Grund, glauben einige Herrschaften im Feuilleton das aber. Und reagieren dann wie unsere lieben Wutbürger, mit unnötigen Angriffen und Parolen a la "Die nehmen uns die Jobs weg!"

      Richtig! Anstatt hacken, lieber an den Händchen packen und was gemeinsam starten! :D

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  6. Mensch Fabian, wieso wusste ich bis gerade nichts von deinem Blog?
    Dein Text ist einfach mega unterhaltsam. Ich glaube, dass waren meine schönsten 10 Minuten Beitraglesen meiner gesamten bisherigen Beiträgelesen-Geschichte.
    Dein aller letztes Statement gefällt mir richtig gut, aber in so ziemlich jedem Bereich gibt es die, die andere nicht machen lassen was sie wollen.
    Ein absolut unnötiger Konkurrenz- , ich könne niemandem überhaupt irgendwas und bin ein geniales, von den anderen Idioten abzugrenzendes Individuum, kampf-Ding. Bei sowas würde ich mir nicht mal die Mühe machen, den Mund nur einen klitzekleinen Spalt zu öffnen.
    Sei's drum!

    Schönen Sonntag wünsch ich dir,
    Marius :)

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    1. Jo Marius, dat frage ich mich jetzt natürlich auch!
      Oh wow! Haha, da wer ich ja gleich ein bisschen rot. Freut mich, dass der Beitrag dich gut unterhalten hat. :D
      Fragt nur warum ne?
      Dir einen schönen Montag :D

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  7. Lieber Herr Booknerd,

    ich schließe mich den Vor-Kommentatoren an - sehr treffend und amüsant auf den Punkt gebracht. Ich finde den Text sehr gelungen und habe trotz der Angriffe auf meine Person sehr gelacht.

    Und in der Tat, die Unterscheidung zwischen Buch- und Literaturbloggern ist weder besonders trennscharf noch besonders durchdacht. Die gleiche Problematik der Differenzierung haben zum Beispiel auch Verlage, wenn es darum geht, ein Buch in eine Warengruppe einzuordnen. Ist das jetzt anspruchsvolle Gegenwartsliteratur oder eher Unterhaltungsliteratur? Die Übergänge sind da fließend, Definitionen immer schwammig und angreifbar.

    Wenn wir eine Differenzierung bei uns Bloggern vornehmen wollen, dann sollte es meiner Meinung nach weniger darum gehen, welche Bücher gelesen und besprochen werden, sondern wie man das Gelesene bewertet und sein Urteil begründet. Das muss überhaupt nicht nach Art des Feuilletons sein (ist es bei mir übrigens auch nicht), sondern darf gerne so sein, wie Dein obiger Text. Persönlich, meinungsstark und einfach gut geschrieben. Dann wird das gerne gelesen, dann erweitert sich die Gruppe der Follower und dann wird auch geretweetet und geliked.

    Und ich finde auch Dein Fazit gut. Lass uns einfach das machen, was uns Spaß macht und was wir gut können. Der Leser wird von alleine entscheiden, was er gut findet und was nicht. Mit der Zeit wird sich von ganz alleine die Spreu vom Weizen trennen - auch ohne Begriffsdefinition. Ich nehme also meinen Tweet zurück und behaupte jetzt das Gegenteil. Oder sagen wir es so: Es gibt gute Buch- und Literaturblogger und weniger gute (und in beiden Gruppen natürlich auch welche, die stinken).

    Es grüßt herzlich
    Herr Nazemi aus dem Buchrevier

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    1. Lieber Herr Nazemi,

      sehr sportlich von Ihnen, Hut ab dafür.
      Ein persönlicher Angriff war selbstredend keineswegs meine Intention, für die doch arge Wortwahl, entschuldige ich mich natürlich bei Ihnen.
      Es war halt einfach Ihr Tweet, der auf die Hitzköpfigkeit meinerseits gestoßen ist, die manchmal ungebremst aus meinem ansonsten recht introvertierten Schädel hervorsprudelt.

      Da haben Sie natürlich vollkommen recht. Ihr Tweet klang für mich nur so, als wäre es Ihnen zu wider, mit den Buchbloggern, so wie sie in dem Artikel dargestellt werden, in einem Satz genannt zu werden. Das Sie sich als Literaturblogger über diese stellen möchten, und daher eine klar(ere) Abgrenzung wünschen.

      Das dem nicht so ist, haben Sie ja jetzt sehr dufte klargestellt. Und zu dem Schlussteil beleibt mir nur, ein kräftiges Amen auszusprechen.

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  8. Guten Morgen

    Ich bin noch ganz neu hier, denn ich habe dein Blog erst gestern, dank eines Twitteres, entdeckt. Und bin gleich hier geblieben.

    Du sprichst mir da voll und ganz aus der Seele. Es geht mir wie dir, ich kann die ganze Zankerei echt nicht nachvollziehen. Sollen mich die "Profis" doch in eine ihnen gefälligen Schublade stopfen. Ist mir egal, sie müssen mein Blog weder besuchen, geschweige den lesen. Sie können mir auch das recht absprechen mich Literaturbloggerin oder Kritikerin zu nennen, mir sowas von schnuppe, ehrlich. Ich lese Bücher, somit nach meinem Befinden Literatur, ich schreibe darüber öffentlich meine Meinung, also krietisiere ich es auch, und logischer Weise, bin ich dann? Genau...

    Das wichtigste ist, wie du selbst schon gesagt hast, der Spass an der Freude. Zu lesen, sich auszutauschen und neue Menschen kennen zu lernen. Soll jeder tun was ihm gefällt und der neid ist wohl, wie immer, fehl am Platz.

    Danke also für die amüsante Zusammenfassung ;)

    Liebe Grüsse und guten Wochenstart!
    Alexandra

    Ach ja, und ich bleib hier wenn ich darf ;)

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    1. Hi!
      Cool, freut mich dass du jetzt mit an Bord bist, Alexandra.
      Isso! Aber wie es scheint, sind Blogger für die "echten" Kritiker ja ein richtiger Dorn im Auge. Ich frage mich, warum man nicht einfach mal die Hand ausstreckt und so. Kann mir schon gut vorstellen, dass es da eigentlich ganz coole Kooperationen geben könnten. Man müsste halt nur wollen, und dem scheint ja im Moment eher nicht so.

      Exakt. Letztlich sind wird doch, so abgedroschen es auch klingt, durch die Begeisterung zu Büchern miteinander verbunden, warum dann also aufeinander spucken, wenn man auch etwas zusammen machen kann? Macht doch auch viel mehr Spaß, als irgendwie eine einsame Herrschaft zu führen, ohne Leute mit denen man sich austauschen kann dies das.

      Gerne :D

      Den wünsche ich dir auch ;)
      Darfst du, hier ist jeder ganz herzlich willkommen!

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    2. Och, das ist ja lieb von dir, da fühlt man sich doch gleich Willkommen :D

      Ja, das seh ich eben auch so. Ist doch wie bei vielen Dingen so, das eine wird immer vom anderen Ausgeschlossen, anstatt mal zusammen das ganze betrachten und einen neuen Blickwinkel zu bekommen. Ne, die Grundhaltung der meisten Menschen scheint ja so, das sie sich bedroht fühlen, in was auch immer. Das ist schade, genau diese Haltung schürt genau diese Reaktionen. Man mag es einem anderen nicht gönnen auch ein kleines Stück des Kuchens zu bekommen. Oder das dieser eben genau viel Gehör bekommt wie man selber, denn dann fühlt man sich ja gleich viel unwichtiger. Schade...schade...

      Tja, manchen reicht das durchaus! Wie es scheint. Auch wenn du, viele andere und ich das nicht nachvollziehen können. Irgendwie eher traurig als was anders. Denn eigentlich verpassen diese Menschen ja etwas, nicht wir.

      Danke noch mals und bis bald ;)
      Alexandra

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    3. Freut mich :D

      Wie traurig das einfach nur ist. Vor allem, wir ja oft und sehr laut betont, dass es nicht auf Follower und so weiter ankommt, aber letztlich tut es das ja anscheinend doch...?

      Also, ich kann es ja irgendwie verstehen, aber mich wundert es halt, dass es oft die ohnehin schon bekannten Leute sind, die scheinbar tierische Angst davor haben, ihren "Ruhm" mit anderen zu teilen, oder Platz zu machen an der Spitz oder so.

      Gerne, gerne :D

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  9. Super geschrieben und sehr gut das fingierte Problem dargestellt. Ich sag's mal ganz platt so: Für mich ist der Unterschied zwischen Literatur und Buch ungefähr der gleiche, wie zwischen Film und Blu-Ray. Nämlich keiner. "Literatur" sagt man einfach nur, wenn man wichtig(er) klingen will, "Buch", wenn man sich auf das Medium, das die Literatur nun einmal transportiert, bezieht. Wenn man mich fragt Erbsenzählerei, die schon lächerlich ist.

    Liebe Grüße,
    Sarah
    (Buchblogger. Oder sogar Buch-Vlogger. Hobby-Literaturkriter. Ach, nennt mich doch wie ihr wollt.)

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  10. Wieso hast du bitte nur 150 Follower. Lauter Banausen da, tz... (Den Rest haben alle vor mir schon gesagt :D )

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  11. Ach Fabian, immer wieder ein Vergnügen bei dir auf dem Blog vorbeizuschauen! Ich fand den Artikel vor allem seltsam, weil ich die Aufregung nicht verstanden habe. Alleine der Aufwand sich in dem Maße über die Blogger zu entrüsten, die lesen, was ihnen gefallen könnte. Und dann werden die auch noch selbst von anderen gelesen. Auwei wo kommen wir dahin?! Für jeden Blog, der aus dem Boden sprießt, werden 5 Zeitungen weniger gelesen oder wie?...

    Die Einstellung ein Blogger ist besser als der andere, weil er nur Bücher mit "literarisch hoch anspruchsvoll"-Stempel drauf liest, ist für mich ohnehin unverständlich. Ich fände es auch schön, wenn sich mal wieder mehr um den eigenen Kram gekümmert werdem würde, statt immer danach zu glotzen, was die anderen wieder (falsch) machen. Statt sich ständig das Maul zu zerreißen oder über etwas aufzuregen, könnte man etwas sinnvolles tun, wie ein Buch lesen zum Beispiel.

    So lange man als Blogger, welcher Art auch immer, mit Spaß und Freude dabei ist, ist doch die Hauptsache. Schließlich kann jeder selbst entscheiden, welche Blogs und welche Bücher er liest, who cares...

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Hehe, Dankeschön! :D
      Ja, ich glaube so in etwa fühlen sich die werten Damen & Herren des Feuilleton, die Blogger ruinieren ihnen die Zeitungen und klauen ihnen die Arbeit, weil wir das for free machen, und nicht als Job.

      Amen! Leider ist das ja selbst unter den Buchbloggern so, wenn ich da auf Facebook in gewisse Gruppen schaue, gibt es ja auch oft an allen Ecken und Enden beef, wegen Dingen, die eigentlich kaum jemanden betreffen. Alleine, das mit dem Rezensionsklau, was eine sehr miese Sache ist, immer direkt so in der breiten Öffentlichkeit anzuprangern, anstatt mit der betreffenden Person mal zu reden, nur damit es auch ja alle mitbekommen, nun ja...

      Richtig! Und wenn es einen stört oder nervt oder weiß der Geier was, dann kann man ja einfach oben auf das süße kleine X klicken und gut ists.

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  12. Amen und Danke! Ich habe mich gerade beim Lesen bestens unterhalten gefühlt!:D Zudem bin ich deiner Meinung, hätte meine Gedanken aber niemals zu gut zu Wort bringen können. Soll doch jeder das lesen und schreiben, wozu er Lust hat. Können wir uns einfach mal an der Gemeinsamkeit erfreuen, dass wir Bücher wertschätzen und Spaß daran haben (also die meisten von uns)!?
    Ich frag mich auch echt, warum das bei uns so verpönt ist, etwas einfach nur zu gucken oder zu lesen, weil es schlichtweg unterhält. Nein am besten mein Wissen steigt jedes Mal exponentiell an, wenn ich ein Buch lese. Da weiß man doch gleich, warum wir nicht zu den glücklichsten Ländern der Welt gehören;P

    Liebe Grüße

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    1. Haha, freut mich, sehr sogar. :D
      Oh je, doch, das hättest du mit Sicherheit auch geschafft!

      Exakt! Warum sind die nicht einfach alle froh, dass es so viele gibt die ihre Leidenschaft für Bücher teilen und sich am Lesen erfreuen? Vielleicht brauchen einige das einfach, sich aufregen und meckern und zetern wie kleine Kinder, die nicht bekommen was sie möchten.

      Haha, ja, das erklärt es natürlich sehr treffend. Ich glaube, es hat halt wirklich was mit der Sicht zu tun, mit der viele Leute (Kritiker) Literatur bewerten. Unterhaltung ist ja sowieso ganz schlecht, weil das kann ja nur RTL 2 Niveau sein, und Jugendbücher sind ja sogar noch schlimmer! Pfui!

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  13. Bin heute erst mit Verspätung auf Deinen Beitrag gestoßen - und habe wirklich herzhaft gelacht und ständig (wie der Hund auf der Hutablage im Auto) mit dem Kopf geknickt ;-)

    Schön und wahrhaftig herausgearbeitet. Besten Dank für den Einblick!

    Liebe Grüße,
    Kati

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  14. Hey guten Morgen!

    Das Thema lässt sich einfach nicht aus den Köpfen kriegen oder? *g* Du hast es wieder mal sehr passend in Worte gefasst :D
    Ich hab deinen Beitrag heute in meiner Stöberrunde verlinkt.

    Wünsch dir ein schönes Wochenende!
    Aleshanee

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  15. Herrlich, dieser Artikel! Einfach nur herrlich! ;D

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