All The Right Questions #6: Sind Autorinnen die besseren Sexisten?

12. Juli 2015 |

Vorab, möchte ich kurz erwähnen das folgender Beitrag lediglich auf meiner persönlichen/ subjektiven Meinung und Wahrnehmung beruht. Ich möchte hier niemandem meine Meinung aufzwingen oder gehe davon aus, das mein Empfinde bezüglich des Themas in irgendeiner Form für die Allgemeinheit spricht ect.
Muss man ja immer erwähnen, bevor einem hinterher wieder ein Strick draus gedreht wird :D


Ich schreibe in dem Titel explizit von Autorinnen, weil ich mich in diesem Beitrag mit dem Sexismus in Jugendbüchern und der Buchwelt befassen möchte.

Anfang des Jahres gab es eine Sexismus-Debatte um den YA-Autor Andrew Smith (u.a. Grasshopper Jungle, Winger, 100 Sideways Miles ect.), der den meisten wohl ein Begriff sein dürfte.
Dieser sagte nämlich in einem Interview, auf die Frage hin warum seine Bücher denn eher auf eine männliche Leserschaft ausgelegt sind und warum es denn so wenige weibliche Charaktere in seinen Büchern gibt sinngemäß, dass er keine Ahnung davon habe, wie Mädchen empfinden, denke ect. und er sich deswegen einfach nicht zutraut für/über sie zu schreiben, er aber daran arbeite (in der Hinsicht) besser zu werden.
Zugegeben, am Anfang empfand ich diese Aussage auch als recht unangemessen, weil ich mir dachte: Typ, du die bist seit vielen Jahren verheiratet und hast eine Tochter im Teenager-Alter, und du hast ernsthaft nicht auch nur die leiseste Ahnung davon, was Mädchen so bewegt?
Später und jetzt allerdings denke ich mir, dass seine Aussage nur richtig und lediglich der Wahrheit entspricht. Und dass sich einige Autoren mal eine fette Scheibe davon abschneiden könnten.
Dieter Nuhr, weise wie er ist, hat es ja mal sehr treffend auf den Punkt gebracht : '' Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten''

Auf die Aussage von Mr. Smith folgte aber (wie es heutzutage ja üblich ist) ein gewaltiger Shitstorm, in dem der Autor als frauenfeindlicher Sexist dargestellt/bezeichnet wurde usw. Dieser Endete darin dass sich Andrew Smith komplett aus den Sozialen Netzwerken zurückgezogen hat.

Wochen zuvor allerdings haben viele der bekannten Autorinnen den Instagram-Account Hotdudesreading über Twitter und Facebook geteilt und geschrieben wie toll und cool dieser doch sei.
Hotdudesreading ist ein Account auf dem Fotos von lesenden Männern gepostet werden. Die Bilder werden allem Anschein nach heimlich und ohne das Wissen/die Zustimmung dieser Männer, in der U-Bahn, im Park und weiß der Geier wo geschossen und dann samt eines, meinem Empfinden nach, immer sehr lüsternen und fast schon notgeilenText auf Instagram gepostet.
An sich eigentlich harmlos, würde man sich denken und das stimmt auch.
Das der Account aber dennoch sexistisch ist, scheint aber niemanden zu kümmern. Und es scheint auch die Autorinnen nicht zu stören diesen Sexismus zu unterstützen und munter in die Welt zur tragen.
Die aber ebenso harmloses Aussage von Andrew Smith, sorgte dafür dass der Autor aus dem Internet gejagt wurde.
Drehen wir die Sache um und es gäbe einen von Männern betriebenen Cutegirlsreading-Account, auf dem heimlich aufgenommene Fotos von Frauen gepostet werden, dann wäre das Geschrei groß und alle würden die Löschung des Accounts fordern.
Und eine weibliche Autorin könnte ohne Shitstorm sagen, dass sie nicht über Jungs schreiben möchte weil sie einfach nicht versteht wie diese ticken.

Feminismus bedeutet doch (für mich zumindest und ich denke für viele andere sicherlich auch) die Gleichstellung der Geschlechter. Jeder, ob männlich oder weiblich ist gleich. Hat die gleichen Chancen verdient, hat das gleiche Anrecht auf angemessen und faire Bezahlung, darf nicht wegen seines Geschlechtes diskriminiert werden ect.
Sollte demnach dann nicht aber auch alle gleichermaßen für sexistische Aussagen, Inhalte auf ihren Social Media-Accounts, sexistisches Verhalten usw. zur ''Rechenschaft'' gezogen und für ihren Sexismus ''angeprangert'' werden?


Vor allem ist das ja nicht das einzige Beispiel. Ich wette jeder kennt folgendes Szenario aus irgendeinem Jugendbuch:

Mädchen (meisten die Protagonistin)  wird von einem Bad Boy wirklich mies behandelt, das Verhalten des Jungen wird aber damit entschuldigt dass er a) einfach nur verdammt geil aussieht, und b) weil er ja eine tragische Vergangenheit hat, die auch jetzt noch an ihm nagt. Weil seine Seele verletzt ist und er Liebe nicht zulassen kann....

Fun Fact #1: Schlechtes, missbräuchliches Benehmen, oder Gewalt gegenüber Frauen (und auch Männern) lässt sich nicht entschuldigen, NIEMALS!

Kein Richter, würde Soziopathen/Psychopathen wie  Aaron Warner, Christian Grey, Jace Herondale Lightwood Wayland oder wie sie nicht alle heißen, davon kommen lassen, nur weil sie hübsch sind oder mal irgendein Trauma in ihrem Leben erlebt haben.

Fun Fact #2: JEDER hat irgendwann, irgendetwas tragisches erlebt, und jeder hat mit Ängsten, Nöten, Sorgen und Problemen zu kämpfen, das gibt einem aber noch lange nicht das Recht, sich dem anderen Geschlechte (allen voran, der Person die man angeblich ach so abgöttisch liebt) gegenüber wie das letzte Arschloch zu verhalten!

Vor allem was ist das bitte für eine Botschaft an jüngere Mädchen? Hey, scheißegal wenn der Typ dich wie Müll behandelt und einen Scheiß auf dich gibt, wenn er hübsch ist hast du doch alles was wichtig ist.

Krass an diesem Szenario ist ja, dass es in der Regel (mir würde spontan nämlich kein Buch einfallen, das ein solches Szenario beinhaltet und von einem Mann geschrieben wurde), von Frauen geschrieben wird. Das es weibliche Autoren sind die oben angeführten ''Gründe'' anbringen mit denen sie das abartige und frauenfeindliche Verhalten, dass ihren Heldinnen entgegenschlägt, entschuldigen.

Und es sind auch die weiblichen Autorinnen die ihre Heldinnen ihr komplettes Leben, Freunde und Familie vergessen lassen, sobald einer der HottieMcSuperhots auftaucht der sie kacke behandelt aber toll aussieht.
Manche gehe da ja sogar soweit in ihren Büchern und sagen, der Junge behandelt das Mädchen nur so weil er seine Liebe nicht anderes ausdrücken kann... ähm ja, und ich esse mein Abendbrot auf einer gepunkteten Wolke zusammen mit einem pfeifenden Schwein und Harry Potter.
Wenn der Typ seine ''Liebe'' nur durch frauenfeindliche/s Aussagen/Benehmen zeigen kann, dann sollter mal ganz schnell eine Therapie beginnen und das Mädel sollte sich vom Acker machen, aber asap!

Bestes Beispiel ist ja Shades of Grey, frauenfeindlich und sexistisch ohne Ende. Wer hat es geschrieben? Richtig, eine Frau. Wer liest diesen Schund hauptsächlich und feiert ihn wie einen Lagerverkauf von Zalando? Richtig, Frauen.
Sind Sexismus und frauenfeindliche Inhalte in Büchern also okay, solange sie von Frauen geschrieben werden? Oder achtet einfach niemand darauf weil Sexisten ja wenn überhaupt nur Männer sind?

Wenn ja, wäre das dann nicht unheimlich sexistisch?
Auf der anderen Seite ist es, finde ich, ebenso schrecklich das Jungs/Männer meistens zu bloßen Lust- und Sexobjekten degradiert werden, die halt nichts können als gut aussehen.

Dann haben wir da auch noch die Geschwister Slut- und Body-Shaming... auch so Phänomene die mir zumindest, eher aus Büchern bekannt sind, die von Frauen geschrieben werden.
Gerade in New Adult Bücher scheint Slut-shaming ja zum guten Ton dazuzugehören.

Ich persönlich finde das Frauenbild in Jugendbüchern ja schon zum Davonlaufen, zum Kotzen, zum sich selber lebendig begraben wollen.
Da kann ich mir gar nicht vorstellen, wie es Mädels gehen muss, wenn sie sooft mit solchen Dingen konfrontiert werden und wirkliche Vorbilder gibt es ja auch nicht. Die, die es gibt kann man an einer Hand abzählen. Was überwiegt sind aber trotzdem die weinerlichen, nervigen, anstregenden, obsessiven sich vollkommen von einem Typen abhängig machenden Puten.

Und es sind Frauen die dieses Bild in der Regel zeichnen, da kann man sich doch nur an den Kopf fassen. Vor allem weil ja gerade von weiblichen Autorinnen (obwohl wir uns ja denke ich mal alle einig sind, dass es Zeit dafür wird) nach starken Heldinnen geschrien wird.
Tja, was kommt dann... Frauen wie Celaena Sardothien. Versteht mich nicht falsch, ich mag sie sehr gerne, sie ist badass (manchmal zumindest) kann mit Waffen rumfuchteln usw. letztlich dreht sich aber auch für sie alles nur um Dorian, Chaol, Rowan oder Aedion.
Ich meine, wann und wo haben sich die Autorinnen getroffen und entschieden das die höchste Priorität die eine Protagonistin in ihrem Leben haben kann, ein Typ ist?
Wenn ein Mann, eine Frau so darstellen würde, wäre er ein Sexist.

Ich will mit diesem Beitrag jetzt auch nicht alle Autorinnen zum Teufel jagen oder über einen Kamm scheren oder männliche Autoren als weniger sexistisch darstellen, falls das so rüberkommt, entschuldige ich mich dafür dass ist wirklich nicht meine Intention gewesen.
Ich finde es ist nur einfach an der Zeit auch bei weiblichen Autoren darauf zu achten, was denn da alles an Sexismus und Frauenfeindlichkeit in den Bücher landet und von sich gegeben wird.
Ich bin ja eher jemand der nur müde mit den Augen rollt wenn mal wieder jemand wegen irgendeiner ''Lappalie'' zum Sexisten abgestempelt wird, aber diese einseitige Behandlung von Sexismus als Phänomen dass meisten von Männern ausgeht ist falsch und schlichtweg unfair.


Sind Autorinnen nun also die besseren Sexisten? Weil es niemanden zu interessieren scheint was sie an Sexismus in ihren Büchern so alles raushauen? Weil sie bessere darin sind ihren Sexismus zu verstecken? Oder zumindest besser darin sind ihren Sexismus besser zu verkaufen?
Oder ist es egal ob Frauen frauenfeindliche/sexistische Inhalte/Texte verbreiten weil sie Frauen sind und daher einen Freikarte haben?

Kommentare:

  1. Hey Fabian,

    erst einmal: toller Post!

    (Sorry, falls das hier lang wird.)

    Ich muss dir zustimmen. Du hast recht, dass Sexismus unter weiblichen Autorinnen sehr weit verbreitet ist - zumindest unter den (gerade) sehr populären Büchern wie Twilight, 50 Shades of Grey, Shatter Me, etc. die du hier auch erwähnst. Ich selbst kriege einfach nur Albträume von diesen Büchern und ihre Darstellung von einer angeblich gesunden Liebesbeziehung zwischen den Protagonisten. Du hast auch recht, dass Frauen oft "davonkommen", weil sie eben entschuldigt werden, "weil sie Frauen sind", so auf den Punkt gebracht. Das ist in der Tat sehr sexistisch und ein Problem, das man unbedingt angehen sollte.

    Ich denke, das Problem ist, dass wir einfach mit sexistischen (genauso wie mit rassistischen, etc.) Werten, die schon ewig bestehen, aufwachsen und erst durch Bildung und Selbsterarbeitung abbauen können. Als 12-Jährige habe ich nicht gewusst, warum Edward ein unheimlicher Stalker ist. Für mich war das normal, dass er die im Schlaf beobachtet, dass er sie bevormundet, etc. weil ich eben absolut keinen Schimmer hatte! Acht Jahre später bin ich mir im Klaren, was das für eine fucked-up Beziehung zwischen Bella und Edward ist, weil ich eben mehr Ahnung habe (würde ich behaupten), wie eine gesunde Beziehung ablaufen sollte.
    Dieses Mädchen verliebt sich in Bad Boy, der sie dann auf unterschiedliche Weise misshandelt, ist in der Tat problematisch.. und traurig, dass es sich so gut verkauft. Vor allem Sachen wie 50 Shades of Grey lesen ERWACHSENE, die eigentlich sehen sollten, was da alles falsch läuft! Ich bin immer wieder frustriert, wenn ich solchen Leuten begegne, die das gut finden. Ich komme aber immer wieder zum gleichen Schluss: Auch wenn das arrogant klingt, die Leute wissen es nicht besser.

    Diese ungesunden Beziehungen werden immer wieder romantisiert, die Fakten werden verklärt. Es ist ja so toll, dass er so eine dunkle Persönlichkeit hat! Oh, er kann nicht anders als sie zu beschimpfen und wie sein Eigentum zu behandeln! Aber er liebt sie doch so sehr! Ist das nicht total romantisch?! Ich glaube, viele Frauen wissen es wirklich nicht besser, weil sie so etwas (Gott sei Dank, natürlich) noch nie erlebt haben. Oder vielleicht doch, wenn man betrachtet, wie viel Frauen in so einer Beziehung bleiben... und da bleibt auch die Frage: Warum tun sie das? (Aber das ist ein anderes Thema).

    Ich verstehe, warum dich das aufregt, aber ich denke es hängen einfach viele Faktoren einander. Zu einem gibt es eben die ungebildeten Menschen (oh Gott, ich höre mich wirklich überheblich an.. sorry.. ich hoffe, du weißt, was ich meine) und so etwas schreiben / lesen. Ich kenne solche Frauen. Ich bin immer wieder auf das Neue frustriert, wenn ich einer in meinem Alter begegne und sie sagt, dass sie 50 Shades total toll findet. Und es gibt dann diese "angry feminists", die eben alles herauspicken und verteidigen, was weiblich ist (auch die Dinge, die vl nicht so gut sind, wie eben, was du am Instagramaccount Beispiel demonstriert hast). Ich kann auch verstehen, warum man das als Mann scheiße findet, die ja bei den "angry feminists" so gut wie nichts zu sagen haben..
    Aber was man unbedingt wissen muss: Zum Glück gibts nicht nur die angry feministis, sondern auch die, die das Problem in einer größeren Bandbreite sehen!

    Frauen haben definitiv (meiner Ansicht nach) keine Freikarte, sollten sie auch nicht. Männer sollten auch keine haben - jeder sollte wegen der gleichen Dinge kritisiert werden dürfen, oder eben nicht.

    Wegen Celaena: Also, ich hab nur das erste Buch gelesen, kann also nur mit diesem Wissen darüber urteilen: Für mich kam das alles sehr ausbalanciert vor? Da war es ihr auch egal, wenn sie abhauen müsste, dass sie die beiden Kerle hinter sich lassen muss. Oder seh ich das falsch bzw. ändert sich das in den folgenden Büchern? Nur so aus Neugier!

    Sorry, dass ich dich hier volllaber, ich hoffe ich hab's einigermaßen verständlich geschrieben. :D

    Liebe Grüße,
    Sanne

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    1. Hi Sanne,

      hehe, nein vollgelabert hast du mich nicht, keine Angst im Gegenteil. Freut mich dass du dir so viele Mühe gemacht hast, einen so umfassenden Kommentar zu tippen :)
      Du hast natürlich vollkommen recht, wie die anderen unter dir auch, wenn ich auf meinem Blog einen Like-Button hätte, würde ich den bei allen Kommentaren hundertmal drücken :D

      Und ist das aber nicht der Punkt, dass du mit 12 Jahren dachtest, dass das schon so okay geht und normal ist und später erst gemerkt hast, dass es das eben nicht ist? Sind gerade Autorinnen (weil es halt einfach meistens von ihnen kommt), nicht in der Verantwortung schon recht jungen Mädchen beizubringen, dass sowas eben nicht in Ordnung ist. Weil ich kann mir nämlich auch gut vorstellen, dass einige Mädels vielleicht nicht zu dem Punkt kommen zu erkennen, wie problematisch dass alles eigentlich ist, selbst wenn sie schon in dem Alter sind in dem sie es erkennen sollten/könnten.
      Von Schauspielern, Musikern ect, wird ja auch erwartet (zumindest dann, wenn ihr Publikum noch recht jung ist), dass sie in gewisser Weise eine Vorbildfunktion einnehmen, und das sollte meiner Meinung nach auch für Autoren/innen gelten, die haben ja auch oft eine sehr junge Leserschaft, die vielleicht noch nicht dazu in der Lage ist zu differenzieren oder zu reflektieren.
      Was jetzt nicht heißt, dass sich Autoren irgendwie selbst beschränken sollen in dem was sie schreiben, aber zumindest sollte doch verstärkt darauf geachtet werden.
      Bestes Beispiel ist für mich zumindest Cassandra Clare. Alle Welt feiert sie, weil sie homosexuelle Charaktere in ihren Büchern hat, weil sie über Menschen anderer Hautfarbe schreibt ect. Das ihre Darstellungen aber extremst homophob und rassistisch sind und das im Grunde alle Beziehungen in den Büchern missbräuchlicher Natur sind, scheint niemanden zu stören oder aufzuregen.
      Und da frage ich mich halt, wie kann das sein? Bin ich etwa einfach nur zu überkritisch und picke mir die Dinge so heraus, oder sehen alle anderen es einfach nicht bzw. wollen es nicht sehen/es interessiert sie nicht?

      Zu Celaena: Im ersten Buch deutet es sich meiner Meinung nach schon an, aber im dritten ist es am Schlimmsten weil dann halt Rowan auftaucht und jaa...
      Für mich hat es sich definitiv geändert, es geht halt recht viel um die Kerle.

      Haha, keine Sorge es ist alles sehr verständlich :D

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  2. Wow, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll...der Artikel ist wirklich sehr beeindruckend geschrieben und trifft gut die Mischung zwischen Ernst und einem Schuss Humor. Ich finde das Thema auch ziemlich "interessant" und habe mir schon oft meine Gedanken darüber gemacht. Es gab genug Bücher, die ich gelesen habe, in denen es wirklich Frauen waren, die die im Artikel erwähnten "Phänomene" nach außen getragen haben und das fand ich jedes Mal auch extrem krass. Ich denke, du hast leider recht und Autorinnnen haben eine Art Freifahrtschein für Sexismus. Anders kann man sich das wirklich nicht erklären. Das mit Andrew Smith habe ich gar nicht mitbekommen und hat mich gerade echt geschockt. Ich kann mir schwer vorstellen, was in den Köpfer solcher Leute (Frauen) vor sich geht, dass sie ihn auf solch eine Aussage hin so krass beleidigen müssen O.o Ich stimme dir da nämlich zu 2000% zu und finde auch, andere sollten sich eine Scheibe davon abschneiden. Ich schreibe deshalb auch nicht gerne aus der Sicht von Jungs, weil ich es mir nicht zutrauen würde...und das sollte man einfach in jedem Fall respektieren. Ich werde auch den Rest meines Lebens niemals begreifen können, wie LeserINNEN diese gewaltvollen, lüsternen Bücher gut finden können...eigentlich ist es ziemlich hart, weil man damit die Menschen, die drauf stehen verurteilt, aber ich kann mir das echt schwer verkneifen. Vor allem, wenn genau diese Leute jetzt mal deine schlagfertigen Argumente lesen würde...was würden die dagegen sagen können? In meinen Augen nichts. Vielleicht meldet sich der ein oder andere ja hier xD Jedenfalls - Super Artikel, Fabian!

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    1. Hehe, Dankeschön :3
      Eeben, vor allem solche Bücher wie Rush of Love oder Rock my World (gut die sind ja komplett PWP aber trotzdem), muss man sich doch ernsthaft fragen was mit den Autorinnen nicht stimmt, dass sie so einen sexistischen/frauenfeindlichen Bullshit schreiben. Also, finde die was in den Büchern passiert selber total erregend? Und wenn nicht, wie kann man dann darüber schreiben ohne sich selbst aus dem Fenster schmeißen zu wollen?
      Und dann wird der Shit auch noch von den Leserinnen gefeiert und verteidigt wenn man Kritik daran übt...
      Das mit dem Freifahrtschein muss in gewisser Weise einfach so sein, es kann ja ansonsten nicht wirklich angehen, dass so viele Autorinnen unbehelligt diesen BS schreiben können, ohne das es jemandem auffällt. Irgendwer muss während des Entstehungsprozess anscheinend immer wegschauen anstatt was zu sagen.

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    2. Ach ja, fast vergessen xD Genau, was soll man denn als Gegenargument bringen und kann es wirklich Gegenargumente geben? Klar, vielleicht könnte man ja sagen es ist alles nur Fiktion blahblah, aber das würde die Sache auch nicht besser machen.

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  3. Eine Sache, die leider viel zu wenigen bewusst ist: wir haben Sexismus und Frauenfeindlichkeit durch unsere Gesellschaft so verinnerlicht, dass sie uns oft nicht mal auffällt. Ich sage bewusst "uns", da ich bis vor einigen Monaten selbst kein Bewusstsein dafür hatte. Inzwischen fällt es mir so häufig auf, natürlich auch oft bei Autorinnen. Aber ich würde das gar nicht unbedingt nur auf Frauen reduzieren, ich glaube, die sind nur einfach mehr vertreten in gewissen Genres. Klar wird bei Männern vielleicht aufmerksamer geschaut, aber ganz ehrlich? Den meisten fällt Sexismus und Frauenfeindlichkeit weder bei Frauen, noch bei Männern auf. Bestimmte Kreise im Internet sind eine Ausnahme. Und vor allem wer sich nicht mit diesen Themen oder "guten" ;) Büchern auseinandersetzt, dem wird auch gar nicht bewusst, dass FSOG der letzte Kackscheiß ist, weil es sich als romantische Liebesgeschichte tarnt. Und weil Frauen einfach eingetrichtert wird, dass es wahre Liebe ist, wenn man den Bad Boy in einen Traumprinzen verwandelt, wenn man die eine Frau ist, die das schafft, koste es, was es wolle, und sei es Missbrauch... ich weiß gar nicht, worauf ich genau hinauswollte. Manche Autorinnen sind Teil des Problems, definitiv. Aber der Kern liegt einfach in unserer abgefuckten Gesellschaft, die noch lange brauchen wird, um diese Denkweisen abzulegen, mit denen wir alle aufwachsen. So. Das Wort zum Sonntag... :D

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    1. Hehe, diesem Wort zum Sonntag (und wie passend das heute wirklich wieder Sonntag ist xD) kann ich im Grunde nichts mehr hinzufügen. Du hast vollkommen recht, dass sich wohl erst grundlegend etwas in unserer Gesellschaft ändern muss bevor sich etwas in Medien ändert.
      Trotzdem, bleibt für mich natürlich die Frage, wie ich auch unten in einem anderen Kommentar geschrieben habe, wies wenn so viele Frauen involviert sind wie es bei Jugendbüchern der Fall ist, überhaupt dazu kommen kann oder warum es hingenommen wird?

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  4. Ja, ja, ja und ja, ich kann deinen Artikel echt nur unterschreiben! Besonders das Slut-Shaming ist mir in vielen NA-Büchern auch schon ganz übel aufgestoßen, und missbräuchliches Verhalten wird hier oft einfach nur unter den Teppich gekehrt oder verharmlost. Ich hätte echt kotzen können, als ich in "My favorite Mistake" gelesen habe, dass sich die Protagonistin nicht traut, ihren Freund in der Öffentlichkeit zu küssen, um nicht als Schlampe dazustehen. Bitte was?! Was ist denn das für ein Frauenbild???

    An der Aussage von Andrew Smith kann ich überhaupt nichts Sexistisches erkennen. Er hätte auch sagen können, "Ich schreibe nicht über Psychopathen, weil ich mich in die nicht hineinversetzen kann". Ist doch derselbe Schuh. Müssen denn alle Männer heute unbedingt Frauenversteher sein? Und wenn ich mir mal angucke, was manche Autorinnen für Schrott aus der Sicht eines Mannes schreiben, dann ist klar, dass die sich eigentlich auch nicht gut in die männliche Rolle hineinversetzen können.

    Danke für den Artikel, muss ich gleich mal teilen :-)

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    1. Exakt! Ich finde in NA ist das alles sogar noch viel, viel schlimmer. Gerade wenn man überlegt dass in den NA Büchern ja zu 99% darum geht, dass die Charaktere Sex haben, oder sich Daten ect.
      Oder das ja immer betont wird, dass sie älter und ''erwachsener'' sind, was man aber einfach mal so überhaupt nicht merkt xDD

      WORD! Wenn ich daran denke, wie viele ''verhunzte'' PoVs von Jungs ich schon in Jugendbüchern gelesen habe und wo ich mir gewünscht hätte, die Autorin hätte lieber ein Mädel zur Prota gemacht, wird mir ein bisschen schwindelig.
      Es ist doch immer noch besser, etwas gar nicht zu machen, weil man es sich nicht zutraut als totalen Bullshit zu fabrizieren!

      Haha, vielen Dank fürs Teilen :D

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  5. I totally feel with you! Genau DESWEGEN habe ich dem YA Genre fast schon abgesagt. Und fast jedes Mal wenn ich doch wieder dazu greife, dann frage ich mich nur warum? (natürlich gibt es auch tolle Bücher die ich nicht missen möchte)

    Smiths Aussage empfand ich von Anfang an als völlig ok. Er ist ehrlich und sagt dass er nicht weiß wie Mädels innerlich ticken, so what? Es gibt haufenweise Bücher die nur auf Mädels abzielen, dann kann er doch für Jungs schreiben.

    Richtig extrem sexistisch empfinde ich die deutsche Autorin Antonia Michaelis! In ihrem Buch "Solange die Nachtigall singt" ist der Protagonist der Inbegriff von Dummheit. Ihm geht es nur darum die drei heißen Schwestern flach zu legen. Er ist intolerant Behinderten gegenüber, oberflächlich und ein totales Arschloch und naiv. Ihr Buch wurde gefeiert! Meine schlechte Rezension auf Amazon wird in Grund und Boden herabgevotet.

    Und ich kenne noch genug andere Frauen die derbe sexistisch schreiben. Lese so etwas aber schon lange nicht mehr, das meiste begegnete mir als ich erst vor 2 Jahren begann YA zu lesen und schnell wurde es mir zu wider. da ich noch keine Ahnung von diesem Genre hatte griff ich natürlich zu allem was irgendwie interessant klang. Irgendwann lernt man im Klappentext die Schlagwörter zu deuten die ein gewisses Publikum triggern sollen...
    Und ich lebe gerne in meiner friedlichen Bubble mit Autoren wie Catherynne Valente, V.E.Schwab, Sue DeConnick oder Gail Carriger in der jeder gleich ist.
    Selbst Magonia! In Magonia ist es wahnsinnig subtil und nicht sehr ausgeprägt. Aber es wird mal wieder betont wie sexy der Bad Boy ist (er ist zum Glück nicht so bad, hat aber wieder etwas tragisches erlebt) und _SPOILER_ der neue Körper nach ihrem Tod ist viel "ausgeprägter" als der alte. Sie hat jetzt keine dicken Möppis oder so bekommen, aber sie war zuvor extrem dünn und schlacksig und nun ist sie halt irgendwie hotter. Aber ich weiß nicht ob ich da nur überreagiere. Ich vermute es mal stark. Ihr alter Körper war halt krank und ihr neuer ist gesund. Man darf selbst natürlich auch nicht alles zu eng sehen, haha.

    Aber ich gebe dir 100% recht. Mir war es nie so bewusst wie sexistisch YA eigentlich ist, ich wusste nur dass es mir nicht zusagt aus gewissen Gründen. Aber ja klar, so gesehen ist das purer Sexismus :'D

    Aber ich denke wir müssen diese Entwicklung auch durchmachen. Die erste war das neue Aufkeimen von Feminismus generell, das nächste wird es sein dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen ihr Handeln überdenken. Schritt für Schritt wird es sicherlich was.

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    1. Amen! Ich überlege mir ganz ehrlich, mittlerweile auch immer dreimal ob mir jenes Buch jetzt hohle oder nicht, weil wirklich einfach keine Lust mehr auf diesen ganzen Schmu habe. Daher weiche ich auch recht oft zu Middle Grade aus, weil da zum Glück solche Themen einfach keine Rolle spielen. Sollten sie zwar irgendwie um aufzuklären, aber Liebe ist da halt kein so zentrales Thema wie in YA. Generell scheint der beste Weg ein YA-Buch zu ruinieren der zu sein, dass sich die Protagonistin verliebt. Irgendwie geht es ab dem Punkt, in vielen Büchern, immer bergab xD

      Ich finde aber auch die ''Lösung'', wie sie zB Marvel gefunden hat nicht wirklich hilfreich. Also das weibliche Figuren die Rolle eines Helden übernehmen ist okay, Thor war ja auch mal ein Frosch, aber ich denke einfach dass das der falsche Ansatz ist. Es gibt soo unendlich viele weibliche Marvel-Figuren warum man sich da nicht einfach einige raussucht um sie in den Vordergrund zu schieben, verstehe ich nicht. Würde meiner Meinung nach, aber deutlich mehr bringen als liebgewonnene Helden jetzt zu Frauen zu machen.

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    2. Ach, das mit Marvel ist in den Köpfen der meisten irgendwie falsch verstanden worden. Es werden nicht einfach irgendwelche Charaktere zu Mädels ausgetauscht :) Thor ist bisher der einzige Charakter bei dem dies geschah und man eine neue weibliche Figur erfand und es hatte von der Story her auch einen Sinn und der Protagonist der einst Thor war, der wird auch irgendwann wieder Thor, er sucht ja danach wie er seine Kraft zurück erlangt. Wenn man sich z.B. Captain Marvel ansieht, so war Carol Danvers ja früher Ms Marvel und wurde quasi befördert da sie stets ein Teil der C. Marvel Handlung war und im Kostüm "Captain Marvel" steckten bereits ungewöhnlich viele Protagonisten, darunter auch andere Frauen. Marvel "tauscht" nicht einfach aus. Die bisherigen Charas existierten bereits alle. Sehr viele bereits seit den 40ern und 60ern. Ich weiß gar nicht wo dieser Irrglaube her kommt dass alle sich über angebliches Austauschen aufregen, sie machen ja genau das was alle verlangen: Bisherige Mädels weiter ins Rampenlicht rücken. Kamala gehört noch zu den wenigen komplett neuen, aber nur weil eine Stelle frei war und Ms Marvel war ja bisher auch immer eine Frau. In Spider-Gwen z.B. hat man sich erstmals getraut die Kraft eines Heldens an "die Freundin" abzutreten was geschichtlich für die Comicwelt ein großer Schritt war, aber das ist nur eine von vielen aktuellen Spidermen-Storylines. Er existiert also noch.
      Squirrel Girl existierte bereits usw usw usw
      Ich kenne so viele die die Geschichten nicht einmal gelesen haben und alle meckern. Das Teamwork innerhalb der Avengers mit den Mädels ist klasse, in den Handlungen kommen nicht NUR Frauen vor die Rollen der Männer übernehmen. Es sind die gleichen klassischen Stories wie immer. Genauso sieht es auch bei DC aus. Für Batman hat man einen neuen Side-Kick erfunden, ein Mädchen, darüber regt sich auch keiner auf. Ich verstehe das ganze Rage-Potential gerade bei Marvel nicht XD
      Schaut man sich die Verkaufszahlen an liegen die Mädels auch ganz weit unten und dominieren keineswegs den Markt. Sie sind mehr eine Randerscheinung die gerade in aller Munde ist.

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    3. Bin echt am überlegen was es noch so gibt gerade :D She-Hulk existiert auch schon ewig. das einzige was ich ein wenig doof fände wäre die neue Wolverine. Liegt aber wohl auch an der Wolverine-Publicity die ihn allgegenwärtig erschienen ließ. (look it up at tv tropes haha XD)

      Momentan gibt es viele neue Varianten altbekannter Teams. Aber: Viele dieser Teams durchgingen bereits in den 60ern einen starken Wandel durch und wurden neu designed. Wir sind also nicht die ersten in solch einer Phase ;)
      Für mich persönlich sieht es einfach nur zu bunt aus. Überall grelle Farben und "flippige" Designs und dazu ein Touch Hipster-Look. bbbrrr, da graust es mich.

      Wo ich allerdings Recht geben kann ist, dass es Marvel einfach zu schnell haben will. Sie wollen es von Heute auf Morgen und darauf ist wohl keiner vorbereitet und ob das Sinn macht, ist wirklich eine gute Frage!

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  6. Mein eigentlicher Kommentar war ernsthaft zu lang, um ihn hier zu posten :D Also, hier Teil 1
    __

    Ich ziehe meinen virtuellen Hut vor dir für diesen Post. Du hast absolut recht in allem, was du sagst. Von diesem Shitstorm auf Andrew Smith hatte ich komischerweise überhaupt nichts mitbekommen und als ich das gerade hier gelesen habe, war ich echt verblüfft. Ich würde mich selbst als passiv-aggressive Feministin bezeichnen, haha, ich stemple -- zugegebenermaßen -- schnell etwas als Sexismus ab und (schuldig im Sinne der Anklage) übertreibe ich da gerne mal. Allerdings behalte ich die meisten Kommentare oder Gedanken zu diesem Thema für mich selbst. Aber ich verstehe ernsthaft überhaupt nicht, wie man Andrew Smiths Aussage als "frauenfeindlich" bezeichnen kann. Es ist doch überhaupt nichts dabei, dass er sich nicht zutraut, aus der Sicht eines Mädchens zu schreiben oder FÜR Mädchen zu schreiben! Im Gegenteil, ich finde es gut, dass er sich selbst eher an eine männliche Leserschaft hält. Immerhin gibt es in der heutigen Zeit kaum noch Bücher, die überhaupt an Jungs adressiert sind. Ich bin hier ganz ehrlich, ich als Mädchen würde mir auch nicht zutrauen, ein Buch in der Sicht eines männlichen Protagonisten zu schreiben! Ich hab keine Ahnung, wie ihr tickt, an was ihr so denkt oder wie Ständer funktionieren. Für diese Aussage stempelt mich doch auch keiner als "männerfeindlich" ab. (Glaube und hoffe ich zumindest :D)

    Das Ding mit dem Sexismus in Büchern (und von weiblichen Autoren) ist, dass es mittlerweile so normal für uns ist wie der Fakt, dass es in den heutigen Werbungen nicht mehr um das Produkt geht, sondern um die Vermarktung. Wir kaufen einen Burger bei Burger King nicht, weil er lecker aussieht, oder weil diese Fast-Food-Kette für ihre besonders gute Qualität bekannt ist, sondern, weil wir ein Bild kennen, wie besagter Burger dabei ist, in einer lasziven Art und Weise in den Mund einer Frau geschoben zu werden. (In Anlehnung an dieses Werbeplakat: http://static0.therichestimages.com/cdn/864/832/90/cw/wp-content/uploads/2014/05/bad.png)
    Und wir lieben Männer in Büchern nicht, weil sie hilfsbereit, liebevoll oder einfach nur nett sind. Nein, wir lieben hotte Bad Boys, die uns wie den letzten Dreck behandel und Arschlöcher sind.
    Das hat sich scheinbar schon so bei uns eingebürgert und ist so normal, dass es vielen gar nicht erst auffällt.

    Ich finde es schade, dass so viele Bücher veröffentlicht werden, in denen Sexismus offensichtlich kein Fremdwort ist. Aber noch trauriger finde ich, dass es den Lesern und Leserinnen heutzutage schon gar nicht mehr auffällt. Oder dass Menschen nicht mal auf den Gedanken kommen, dass auch Frauen Sexisten sein können!

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  7. Teil 2:
    _____

    Das passt jetzt nicht ganz zu dem Thema "Sexismus in Büchern" aber auf Tumblr ging mal ein Video rum, von einem Interview, in dem ein Mann in einer englischsprachigen Talkshow davon berichtete, von seiner Frau (oder Freundin?) in ein Zimmer eingesperrt worden zu sein, aus dem er dann durch das Fenster flüchten musste. Anscheinend war das ein Fall aus relativ hoher Höher, sodass er sich verletzt hat. Das Publikum dieser Talkshow hat ernsthaft darüber gelacht und sich darüber lustig gemacht, was für ein "Weichei" dieser Mann doch sei. Allerdings hat sich der Moderator dann für das Opfer eingesetzt und meinte: "Das ist überhaupt nicht lustig. Und wisst ihr, warum das nicht lustig ist? Wenn eine Frau hier sitzen und davon berichten würde, dass ihr Freund sie in ein Zimmer eingesperrt hat und sie sich beim Flüchten verletzt hat, dann würde kein Einziger von euch lachen."
    Wie gesagt, hat jetzt nicht direkt etwas mit diesem Thema zu tun, aber es trifft den Nagel doch auf den Kopf, oder? Männer sind scheinbar immer die "Bösen". Wenn Männer etwas Falsches tun, werden sie sofort bestraft und beleidigt, etc. Tun Frauen etwas Falsches, wird oftmals ein Auge zugedrückt, so nach dem Motto: "Sie hat das bestimmt nicht so gemeint.". Und das hat überhaupt nichts mehr mit Gleichberechtigung zu tun.

    Denn obwohl viele Menschen heute der Meinung sind, dass sich das mit dem Sexismus erheblich gebessert hat, bemerkt fast keiner so genau, dass es sich letztendlich bloß in eine ganz falsche Richtung bewegt. Ja, vielleicht gab es in den letzten Jahren/Jahrzehnten Besserungen in mancher Hinsicht, aber letztendlich wird Sexismus immer gegenwärtig bleiben. Leider von beiden Geschlechtern aus und leider aus falschen Absichten. Sei es, um ein Produkt besser zu verkaufen, oder um den Inhalt eines Buches interessanter oder "ansprechender" zu gestalten.

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    1. Wow, dieses Beispiel finde ich trifft es wirklich und zeigt deutlich die Unterschiede auf.

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    2. Ich kann mich Fiorella nur anschließen, dein Kommentar bringt es sogar noch besser auf den Punkt als mein Beitrag :D
      Ich stimme dir vollkommen zu, die Frage die mich halt einfach immer beschäftige ist die, wie sowas bei Mädels/Frauen ankommen muss und wollen sie es nicht bemerken oder fällt es ihnen wirklich einfach nicht auf?
      Ich meine, die Leserschaft von Jugendbüchern scheint ja (wenn ich jetzt mal so von der Bloggerwelt ausgehe) überwiegend weiblich zu sein und ich glaube auch die Zahl der weiblichen Autoren und Verlagsmitarbeiter (also Lektorinnen ect) überwiegt deutlich, wie es da dann überhaupt möglich, dass sexistische und oder frauenfeindliche Inhalte ihren Weg an die Öffentlichkeit finde, und von dieser dann überhaupt nicht wahrgenommen werden?
      Mich als Mann stört das ja schon immer enorm, wie es muss dann erst einem Mädchen/einer Frau gehen?

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  8. WORD!!!

    Aber das traurige ist ja nicht nur, dass Frauen nicht nur in Büchern die besseren Sexisten sind, sondern auch im Real Life. Wenn ich meine kleine Schwester und deren Freundinnen heute höre... "Aww, voll süß, wie eifersüchtig der reagiert" und "Ich darf nicht ins Schwimmbad mitkommen, hat mein Freund mir verboten" ALTAAAA....

    Ich kann nur wieder sagen: Die Rechte für die unsere Großmütter mal gekämpft haben, die gibt die neue Generation einfach so aus der Hand. Weil ist ja voll süß, wenn dein Typ jeden Tag dein Handy kontrolliert, dir verbietet im Bikini rumzulaufen oder gar komplett den Kontakt mit anderen Kerlen untersagt. AWWW, *.* Er macht das ja nur, weil er mich SO SEHR LIEBT.

    Ja dann, Goodbye Frauenrechte. Warum nicht gleich wieder hintern Herd stellen? Und Wählen? Das lassen wir auch mal lieber die Männer machen, die haben ja eh mehr Ahnung.

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    1. Und das mit Andrew Smith wusste ich gar nicht... Das ist ja mal sowas von abartig lächerlich! Und wie das mit dem Hotdudesreading ne... Da hast du auch so mega recht xD Generell... Wie alle Theo James ansabbern und anfangen zu johlen, wenn Tyler Posey sich die Hose bei ner Pressekonferenz aufmachen will... Wenn das umgedreht wäre ne... ALTER.

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    2. JA! Und AMEN! Diese Aussage: ''Er macht das, weil er mich liebt'' ist schon so &%$§$?!#+ xD
      Ich verstehe auch nicht, warum Mädels sich so behandeln lassen, selbst wenn er so ganz arg doll in einen verliebt ist, dann lässt man sich doch trotzdem nicht von ihm herumkommandieren oder den Umgang mit irgendwem ect verbieten, was ist denn das dann auch für eine Liebe bitte?
      Und das ist ja auch wieder der Punkt, die jungen Mädels sehen das im TV oder lesen darüber in Büchern und sehen dass das als ganz normal und gesund betrachtet wird und denken halt, dass es im echten Leben wirklich so sein muss.
      Gerade Autorinnen (die ja auch immer die sind, die am lautesten Brüllen wenn irgendwas sexistisches von einem Mann kommt, kann man ja immer gut auf Twitter sehen) sind doch da am meisten gefragt und auch in der Verantwortung, wie kann man den auf der einen Seite schreien dass YA mehr starke Heldinnen braucht, dann aber über eine Emo-Pute schreiben die sich, sobald der Kerl auftaucht, plötzlich komplett selbst vergisst?

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    3. Und das mit Tyler Posey war auch einfach nur so zum fremdschäme irgendwie... ich meine, wenn das der einzige Weg ist auf dem du deine Fans zum ausrasten bringen kann, dann Prost, Mahlzeit xD

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  9. Ich bin gerade ein wenig verwirrt. Dein Artikel ist wirklich gut und ich kann dir da wirklich nur zustimmen, aber ich habe auch die Kommentare gelesen und musste etwas schlucken.
    Also erst mal: ich lese solche Bücher. Zumindest habe ich vor kurzen begonnen die Bis(s)-Reihe zu lesen und habe auch einige YA/NA Titel im Regal stehen. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich es gut finde, wie die Beziehungen in den Büchern dargestellt werden. Keine Ahnung, wie ich das jetzt sagen soll, aber mal als Beispiel. Sebastian Fitzeks "Passagier 23" hat mir wirklich gut gefallen, bedeutet das jetzt auch, dass ich (ACHTUNG SPOILER) Missbrauch bei Kindern gut finde? Nein, ganz bestimmt nicht! So ist es auch bei diesen anderen Büchern. Ich konnte zum Beispiel nicht nachvollzihen, weshalb es so einen Hype um Twilight gab. Bella ist total abhängig von Edward und lässt ihr ganzes Leben von ihm bestimmen. Zudem stirbt sie beinahe, wenn sie mal nicht 24 Stunden mit ihm zusammen ist? Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern auch dämlich. Natürlich ist es schlimm, dass viele jüngere Mädchen das gelesen haben und diese Art von Beziehung jetzt womöglich selbst anstreben. Aber glaubt ihr wirklich, das liegt nur an den Büchern? Ist es nicht vielleicht so, dass man sich extrem an diese Vorstellung klammert, weil die realen Vorbilder noch schlimmer sind? Ich kenne Jugendliche, die wechseln ihre Partner so häufig, wie ich mein Bücherregal umräume (so alle paar Wochen) und das erste was sie ihrem neuen Partner sagen ist "Ich liebe dich". Und das obwohl sie das gestern noch jemand anderem gesagt haben. So läuft das eben heute. Und ich weiß genau, dass diese Jugendlichen ihre Nase nicht in Bücher stecken.
    Viele Mädchen träumen wirklich von der Vorstellung, sie könnten einen Bad-Boy "therapieren" und dann jemanden bekommen, der sie auf Händen trägt. Das menschliche Persönlichkeiten sich nicht so stärk verändern übersehen sie dabei. Für alle die jetzt meinen "Aber wir verändern uns doch ständig!" Ja richtig, aber in so geringem Maße, dass wir es selbst kaum merken. Eine 180° Wende gibt es, aber dafür ist meist ein starker Auslöser von nöten. Ja, man kann sich für seinen Partner ändern. Zum Beispiel die Zahnpastatube zuschrauben, weil es den anderen stört. Aber plötzlich jemand ganz anderes sein? Nein. Ein Typ der es genießt von einer Matratze zur anderen zu springen, der wird das nicht aufgeben, nur weil er an einem Mädchen interessiert ist, die sein Verhalten nicht ab kann.
    Ihr seht, ich lese solche Bücher, mache mir aber trotzdem keine falschen Vorstellungen. Warum lese ich sie dann? Um mich unterhalten zu lassen.
    Ich habe die Splitterherz-Trilogie gelesen. Es ist das gleiche Schema: Bad-Boy behandel weibliche Prota mies und diese hängt trotzdem wie eine Klette an ihm. Allerdings gibt es hier auch noch körperliche Gewalt.
    Also ich kann schon verstehen, weshalb solche Bücher kritisch betrachtet werden. Manche sind einfach noch zu jung, um über gewisse Dinge richtig reflektieren zu können. Das ist nicht abwertend gemeint, doch weiß jemand mit 14 Jahren wirklich schon, was Liebe bedeutet?
    Also, wie gesagt ich kann deinem Artikel nur zustimmen. Die Darstellung von Männern und Frauen in manchen Büchern ist sehr traurig. Es ist geradezu schon klischeehaft. Ich wollte einfach nur sagen, dass es auch Menschen gibt, die so was lesen ohne es für "voll zu nehmen".
    Tut mir leid, wenn ich vom Thema abgewichen bin und mich etwas angegriffen gefühlt habe, aber in letzter Zeit gibt es ja heftige Diskussionen zum Thema "Was sollte gelesen werden".

    Liebe Grüße
    Jenny

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    1. Hi Jenny,

      also es war natürlich NICHT meine Intention hinzugehen und zu sagen, dass alle die Jugendbücher lesen total damit einverstanden sind, wie Mädels/Frauen dort behandelt werden, und deswegen ganz miese Puten sind. Falls das dennoch so rübergekommen ist, dann entschuldige ich mich natürlich dafür denn das war wirklich nicht meine Absicht :)
      Mir ging es wirklich nur darum aufzuzeigen, dass es doch recht fragwürdig und auch heuchlerisch ist, dass AutorINNEN mit diesem sexistischen/frauenfeindlichen Zeug in ihren Büchern ''davon kommen'' während ihre männlichen Kollegen schon wegen einer bloßen Aussage, direkt zum Teufel gejagt werden.

      Und natürlich hast du recht, diese Fantasie einen Bad Boy bekehren zu können ist totaler Bullshit, so leicht lassen sich Menschen nicht ändern und wenn doch, dann bestimmt nicht aus Liebe zu einer hirnlosen Pute, die mit sich machen lässt was man will xDD

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  10. Hallo :-)
    An sich finde ich, hast du ja auch Recht. Aber ich muss auch gestehen (ich habe die Biss-Reihe und 50 Shades of Grey nicht gelesen), daher kann ich bei diesen Büchern nicht mitreden, dass ich z.B. Jace Lightwood gar nicht so empfunden habe, wie du ihn beschreibst. In den Büchern ist er nie gemein zu Clary, sondern trägt sie auf Händen und Füßen. Er gibt eher bei den anderen, wie Simon seine beißenden Kommentare ab. Und oft ist das doch nur am Anfang so (jedenfalls bei den Büchern, die ich lese), dass sich ein Kerl wie ein A**** benimmt, aber sich wandelt und zuckersüß und lieb wird. Und da blüht doch Frau das Herz auf, wenn sie es schafft, einem "Bösen" zum "Guten" zu verwandeln. Ich bin nicht der Meinung, das dies der Realität entspricht, denn so schnell kann ein Mensch nicht seine Gewohnheiten ablegen, aber wir träumen doch alle davon, etwas Gutes zu tun und in Büchern passt das eben immer ganz wunderbar und macht glücklich. Und wie oft war es nicht vielleicht sogar im wahren Leben so, dass man eine Person am Anfang gar nicht mochte und plötzlich sind man die besten Freunde. Warum soll das nicht auch in der Liebe klappen?
    Aber generell habe ich irgendwo mal gelesen, dass auch im echten Leben, Mädels sich gern von BadBoys verführen lassen. BadBoys wirken geheimnisvoll und düster und Mädels sind fasziniert von ihnen. Wir sehen dann alles durch eine rosarote Brille, glauben an das Gute im Menschen und wollen ihm helfen und zum Guten bekehren. Wir glauben, wir hätten Macht über ihn und oft ist es dann schon zu spät, man wurde misshandelt ect., wenn sie erkennen, dass er sich nicht Bessern wird und sie sich aus seinen Fängen wieder befreien müssen. Aber Bücher sind eben Bücher, Märchen in denen alles Möglich ist und dort wird eben der Böse Wolf zum zarten Lämmchen und das lesen viele Frauen, auch ich, sehr gern.
    Und es wäre ja auch viel zu einfach, wenn sich alle Mädchen in den Sonnyboy, der immer lieb und nett ist, verlieben. da gäbe es ja dann keine Konflikte und Gedankenkarusselle. Frauen gehen immer lieber den komplizierten Weg. ;)
    Liebe Grüße,
    Fiorella

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    1. Hallo Fiorella,

      okay, klar da hast du natürlich bis zu einem gewissen grad schon recht, aber wäre doch nicht im realen Leben die erste Reaktion darauf dass dich ein Typ ständig doof von der Seite anmacht, ihm die Meinung zu geigen und ihm zu sagen dass er sich von dir fernhalten soll? Ich meine, niemand lässt sie doch pausenlos wie Dreck behandeln und schwärmt danach trotzdem nur davon wie seegrasgrün seine Augen doch sind. Klar, gibt es das bestimmt auch im echten Leben, aber dass in Büchern so ein verhalten entschuldigt wird weil er ja gut aussieht oder eine dunkle Vergangenheit hat, ist für mich persönlich einfach fragwürdig und sehr problematisch. Denn was wird damit denn für eine Botschaft an die zum Teil noch recht jungen Leserinnen gesendet?
      Na ja, wie wäre es denn wenn sich die Mädel in den Büchern einfach in einen ganz normalen Typen verlieben? Vor allem was sagt es denn bitte über die Autoren dann aus, wenn sie zwischenmenschliche Dramen nur dadurch mit Konflikten befeuern können, wenn der Typ sich dem Mädchen gegenüber wie ein totales Arschloch verhält?

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  11. Interessanter Artikel.
    Von der Sache mit Smith habe ich vorher noch nichts gehört, und als ich erst die Aussage gelesen habe, war ich wirklich absolut einverstanden - ich hätte nie gedacht, dass darauf ein Shitstorm folgt. Ich meine, in der Regel ist es doch natürlich, dass man am besten weiß, wie das eigene Geschlecht tickt, aus offensichtlichen Gründen? Ich selbst schreibe auch lieber aus der Sicht von Mädchen. Ich verstehs nicht.
    Genauso wenig wie den Hype um SoG, wobei ich das (wohlweislich) noch nicht mal gelesen habe, aber allein die Vorstellung, dass sich Frauen anscheinend danach sehnen, von einem Typen mit eindeutiger Persönlichkeitsstörung gefesselt und geschlagen zu werden (im übertriebenen Sinne), lässt mich meinen Glauben an die Menschheit verlieren.

    Dennoch würde ich das nicht auf den allgemeinen Jugendbuchbereich übertragen. Bad Boys sind vermutlich deshalb so faszinierend, weil sie den Reiz der Gefahr verkörpern und eben "spannender" sind als der liebe, aber "langweilige" Sunny Boy (ebenfalls übertrieben dargestellt, nur um das Prinzip zu verdeutlichen). Das Schema ist harte Schale, weicher Kern. (Ich glaube, es läuft darauf hinaus, dass das Mädchen den Jungen "erobern" und die harte Schale knacken will...) Jedenfalls ist es vermutlich dieses Prinzip, dass sich unter der dunklen Fassade ein eigentlich lieber Charakter verbirgt, das, was alle (Mädchen) so anzieht.
    Ich habe auch nichts gegen Bad Boys. Aber gegen Mädchen, die ihnen hinterherrennen. Da sind mir Protagonistinnen, die nicht klein beigeben, die auch mal ihren Kopf durchsetzen und die eigenständig sind, lieber. Wie überall muss auch hier eine Balance gefunden werden, die nicht zum Missbrauch rüberkippen darf. Und frau mal nicht vergisst, das sie eigentlich im letzten Jahrhundert für ihren Stolz gekämpft hat.

    Ansonsten ist es das jahrhundertealte, romantische Bild der Liebe, das wohl der Grund dafür ist, dass sich in vielen YA-Bücher alles darum dreht.
    Was Celaena angeht, habe ich bisher auch nur die ersten beiden Bücher gelesen, hatte da aber nicht das Gefühl, dass sich bei ihr alles um die jeweiligen Männer dreht, im Gegenteil, sie schien da ziemlich eigenständig, auch wenn ihre Beziehung ihr Verhalten natürlich beeinflusst hat. Vielleicht ändert sich das ja mit dem dritten Teil, keine Ahnung.

    Generell zeugt es nicht gerade von der Intelligenz unserer Gesellschaft, wenn wir das, was wir bei Frauen gutheißen, bei Männern verdammen und dann groß "Gleichberechtigung" verkünden. Das ist inkonsequent und nervt mich auch.

    Ich hoffe, meine Meinung kam jetzt einigermaßen verständlich rüber. ;)

    Liebe Grüße
    Dana

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