The Iron Trial - Holly Black & Cassandra Clare

11. November 2014 |

!!Diese Rezension enthält Spoiler!!

Oh Freunde, ihr wisst was jetzt kommt oder? Natürlich wisst ihr es, ein Buch das wie Harry Potter klingt, irgendwie auch so aussieht wie Harry Potter, und dann auch noch von Cassandra Clare geschrieben wurde...
Das Buch ist geradezu prädestiniert dafür um auseinander genommen zu werden.

Aber fangen wird doch mal mit dem Cover an. Eigentlich ist so 'ne Aufteilung ja nicht mehr mein Ding, aber in dem Fall mach ich eine Ausnahme.
Als ich den Klappentext gelesen und dann später das Cover zu dem Buch gesehen habe, hat mein Harry Potter-Fanboy-Hirn in sekundenschnelle das hier ausgespuckt:



Also wenn das Cover schon so aussieht, dann brauch sich doch wohl keiner wundern wenn gleich die halbe Buchwelt: ''Harry Potter Rip-Off'' schreit.
Versteht mich nicht falsch, das Cover sieht echt cool aus, (definitiv besser als das der deutschen Ausgabe, aber dazu komme ich gleich), aber es hat einfach zu viele Elemente die sich (in meinem Fall zumindest) zu stark mit Harry Potter assozieren lassen.
Was ja irgendwie nicht Sinn der Sache sein kann.
Und dann das deutsche Cover....


Wer auch immer für dieses Cover verantwortlich ist, sollte entlassen werden, oder zumindest eine fette Abmahnung bekommen.
Die Idee den Titel als Ambigramm darzustellen ist ja noch ganz cool, aber dieses Farbschema... Warum?
Und dann dieser sinnlose und irreführende Maze-Runner-Trittbrettfahrer-Beititel?
Ja, das Magisterium ist ein Höhlenlabyrinth, für die Geschichte an sich ist das aber von keiner großen Relevanz. 
Warum man nicht etwas in Richtung: Die eiserne Prüfung, Prüfung des Eisens, Das eiserne Jahr ect. genommen hat, was ein zentrales Thema des Buches wiederspiegelt, erschließt sich mir absolut nicht.
Vor allem wenn man bedenkt, dass der Weg ins Labyrinth aka. das Magisterium im Grunde eigentlich ziemlich einfach ist.
Ich will dem Verlag nichts unterstellen, aber für mich sieht das Cover so aus, als hätte man sich gedacht: "Ach, egal, packen wie ein scheißiges Cover drauf und ballern es schnell auf den Markt! Hauptsache wir können es in den Handel bringen"
Der goldene Seitenschnitt, ich weiß nicht ob der in der finalen Version dabei sein wird.. aber was zur Hölle?
Wurde das Buch überhaupt gelesen? Müsste das Buch nicht, dem eisernen Jahr entsprechend, einen dunkelgrauen/blaugrauen leicht metallischen Seitenschnitt haben? Irgendwas das nach EISEN aussieht?
Müsste der goldene Seitenschnitt nicht erst beim letzten Buch sein, dann wenn die Charaktere ihr goldenes Jahr im Magisterium antreten?
Und mal ehrlich, wer würde, wenn er die Wahl hätte, nicht lieber zu dem englischen Cover greifen?

Gut, hätten wir das geklärt. Kommen wir zur Geschichte. Oh Mann, ich hab ehrlich gehofft dass es bei den Ähnlichkeiten zur Harry Potter letztlich doch anders aussieht, als es auf den ersten Blick scheint. Tja, zu früh gefreut.

Die Ähnlichkeiten sind wirklich enorm, ich zähle mal einige der herausstechend auf:

Wie Harry hat auch Callum (der Protagonist) seine Mutter verloren als er ein Baby war.
Wie Harry hat Callum als Baby eine dauerhafte Wunde aus dem Krieg der Magier davongetragen
Harry hat seine Narbe und bei Callum ist es das Bein, dass ihn ähnlich wie Harry Narbe auch ab und an mal mit Schmerzen plagt.

Der Antagonist in dem Buch nennt sich ''Enemy of Death'' was wenn man ein bisschen drüber nachdenkt Voldermot perfekt beschreibt. 
Und jetzt schaut euch mal an, wie dieser ''Enemy of Death'' im Buch beschrieben wird:

The Enemy was a great - maybe even the best - but he went crazy. He wanted to live forever..Kapitel 4, Seite 54


Ganz zu schweigen davon, dass der Enemy of Death einmal selbst Schüler im Magisterium war und schon damals seine Experimente betrieben hat.

Dann zum Enden hin wird erklärt, dass der Enemy of Death, als er starb seine Seele in den Körper von Baby Callum transferiert hat, um halt irgendwann zurückkehren zu können.

Ähm ja, Voldemort + Harry als Horcrux.

Und dann sind da auch noch die vielen Charaktere, die einfach mal die gleiche oder zumindest ähnliche Persönlichkeit haben wie Charaktere aus Harry Potter.

Callum und Jasper (ein andere Schüler) sind wie Harry und Draco Rivalen. Jasper war vor dem Krieg sogar stinkreich.
Aaron ist wie Ron der gut gelaunte Kumpel.
Tamara ist wie Hermine ziemlich klug, wenn auch nicht so besserwisserisch.
Usw.ect.pp.

Was die Magie anging, bin ich auch etwas enttäuscht. Denn ich hatte eher etwas im Sinne von ''klassischer'' Magie erwartet, mit Zaubersprüchen und Tränken usw.
Im Magisterium lernen die Schüler allerdings eher, die Elemente (also Feuer, Wasser, Wind, Erde und Chaos) zu beherrschen und zu ihren Gunsten zu nutzen.
Mich hat das ganze doch arg an die Bändiger-Fähigkeiten aus Avatar - The Last Airbender erinnert, was jetzt nicht wirklich viel mit Magie zu tun hat.

Gestört hat mich auch, dass man als Leser nicht wirklich viel von dem Unterricht mitbekommt. Hier und dort müssen die Schüler sich natürlich beweisen, oder kriegen etwas vermittelt, aber so richtig ankommen im Magisterium und erst einmal so wirklich eingewiesen werden in die Welt der Magie, wird da niemand.
Es gibt auch keine Unterrichtsfächer, sondern jeder Lehrer (hier Master genannt) unterrichtet seine eigene kleine Gruppe.
Richtig doof daran ist aber, dass einfach mal die Wochen vergehen ohne dass was passiert.
Es wird einfach alles irgendwie übersprungen.

Dann noch die Sache mit den Makar(i), das Wort ist eine Abwandlung von Maker, und beschreibt jene Magier, die Chaos-Magie beherrschen, 
ich jedoch musste immer irgendwie an Affen denken xDD
Makaken oder wie die noch heißen.

Was die Charaktere angeht, na ja, wirklich interessiert haben die mich ehrlich gesagt 
 alle nicht.
Gerade weil das Protagonistin-Trio einfach mal eine langweilige Light-Version von Harry, Ron und Hermine ist.

Gefehlt hat mir auch ein bisschen die Spannung, also die letzten vier Kapitel sind wirklich cool, davor ist es aber echt dröge und einfach nicht na ja, magisch genug.

Das große Problem an dem Buch sind aber gar nicht mal die vielen Überschneidungen mit Harry Potter, sondern eher dass Cassandra Clare eine der Autorinnen ist.
Wer sich ein wenig mit der Frau befasst, findet schnell heraus dass sie vor ihrem Debüt als professionelle Autorin (damals schrieb sie sich noch Cassandra Claire), eine ziemlich große Hausnummer im Harry Potter-Fandom war, wo sie eine, wenn nicht sogar die bekannteste Harry Potter-Fanfiction geschrieben hat.
Nun, hängt aber an jener Zeit ein endloser Rattenschwanz aus einer Plagiatsaffäre, und Internetmobbing dass sie betrieben hat, und all das gibt verleiht diesem Buch einfach einen sehr bitteren Beigeschmack.

Daher nervt es mich auch so sehr, dass alle irgendwie nur schreien: ''Ohh, Cassandra Clare hat mal was anderes geschrieben (was sie ja im Grund ja nicht hat xD), mal etwas ohne ihre Shadowhunter''
Und das Holly Black (die für mich persönlich, die besser Autorin ist) dabei total untergeht.
Ich meine das letzte Buch von Holly Black kam vor einem Jahr raus und das nächste kommt erst 2015, während Cassandra Clare Bücher bis ins Jahr 2020 anstehen hat!

Mehr Aufmerksamkeit für Holly Black bitte!

Tja, was soll ich abschließend zu diesem Buch sagen, Cassandra Clare hat es geschafft ihre Harry Potter-Fanfiction bei einem Verlag zu veröffentlichen.
Wer sich an den Ähnlichkeiten zu Harry Potter nicht stört, oder generell Fan einer der beiden Autorinnen (oder von beiden) ist, der wird das Buch sicherlich eh lesen.
Lesen lässt es sich natürlich sehr gut, beide Autorinnen können schreiben, aber was die Geschichte, die Charaktere und Dinge wie Spannung und Humor angeht, sollte man nicht zu viel erwarten.


 Scholastic  Hardcover, 295 Seiten,  The Iron Trial #1,  12, 77€ 

Kommentare:

  1. Oh Fabian xDD
    Das mit den Makaken ist echt genial, ich hab grad Tränen in den Augen xDD
    Ich habe die Ähnlichkeiten auch gesehen, aber mich haben die echt wenig gestört - von daher hat mir das Buch eigentlich ganz gut gefallen :D

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    1. Ja, stimmt doch oder? Makar und Makaken klingt doch total ähnlicht xD
      Ich wünschte sie hätten mich weniger gestört, aber da Harry Potter einfach DIE Buchreihe für mich ist, konnte ich da einfach kein Auge zudrücken ^^
      Freut mich aber dass es dir gefallen hat :)

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  2. Die Rezi hätte von mir sein können, auch wenn ich es nicht so hart formulieren werde ;)

    Ich hatte "das Glück" das Buch vorab lesen zu können und quäle mich schon seit Wochen es endlich zu beenden.
    Stören tu ich mich an den Ähnlichkeiten zu Harry Potter nicht, obwohl sie natürlich auffallen.
    Wobei ich es persönlich immer sehr gefährlich finde, Bücher mit Bestsellern zu vergleichen die in einer ganz anderen Liga spielen. In meinen Augen schneidet das Buch doch automatisch schlecht ab...
    Was mich dagegen sehr stört ist Callum. Seine jammernde und in Selbstmitleid badende Art ist der Grund, warum ich sogar lieber Fernseh schau, als zu lesen. Und das hat wirklich was zu bedeuten! Jetzt habe ich ein anderes Buch angefangen und zwinge mich, die Geschichte nebenbei ab und an zu lesen.

    Anfangs war ich richtig begeistert von der Optik des Buches. Ich fand es liebevoll gestaltet, mit wunderschönem Seitenschnitt und süßem Lesebändchen (was ich persönlich immer sehr toll finde). Allerdings hast du Recht. Man hätte hier um des Buches willen andere Farben wählen sollen!

    Liebste Grüße,
    Kasia

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    1. Hahaha, dann bin ich ja zum Glück nicht alleine ^^

      Ich finde es eher schwierig, dass man, wenn man ein solches Buch schreibt, und bei dem ja schon irgendwie klar ist dass viele direkt nach Harry Potter schreien, sich nicht so gut es geht davon abhebt. Ich meine, hätten die Autorinnen sich inhaltlich gänzlich von Harry Potter entfernt, hätte ich es wohl besser gefunden. Aber so, nä, hatte es einfach zu viel von einer Harry Potter-Fanfiction ^^

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    2. Genau! Warum müssen es zwei Freunde sein - warum nicht drei oder vier? Warum muss Jason so stark an Drago erinnern und ihn gleich zu beginn anfeinden - das hätte sich doch schön entwickeln können.
      Warum muss Call auch "eine Narbe" davon tragen, nachdem man versucht hat ihn zu töten.
      Ehrlich gesagt, hat es mich irgendwann doch angefangen zu nerven und ich glaube, wären diese Ähnlichkeiten und somit die Vergleiche nicht gewesen, hätte es auch bei mir besser abgeschnitten!

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  3. Normalerweise versuche ich die Ähnlichkeiten auszublenden, aber wenn die Ähnlichkeiten keine Ähnlichkeiten mehr sind und einem geradezu ins Gesicht schreien, dann reagiere ich immer etwas aggro ^^
    Ich hoffe, man versteht, was ich meine ^^

    Ach, die ewige Debatte mit Cassandra Clare, die eigentlich ganz gut schreiben kann, aber sich immer für den bequemen Weg entscheidet :(

    Tolle Rezi :)

    Liebe Grüße

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    1. Verstehe ich total, sieht man ja glaube ich auch an meiner Rezension xDD

      JA! Und versteh doch mal einer warum eigentlich... warum nicht mal was neues, anderes, cooles wagen als immer den selben ''Schrott'' zu fabrizieren...

      Danke, freut mich ^^

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  4. Hehehehe.... Sehr treffend.
    Ich muss ja zugeben, dass mich diese offensichtlichen Übereinstimmungen mit unserem Lieblingszauberlehrling nicht weiter gestört haben, weil das ganze Buch einfach zu leblos ist, um an die HP-Reihe heran zu kommen. Deswegen tat ich es immer als armen, aber eben nicht ausreichenden Versuch ab, das geistige Eigentum eines Genies als das eigene zu verkaufen. Das ist zwar böse, aber ich bin eh kein Clare-Fan.

    Dein Kummer über das deutsche Cover kann ich gut nachvollziehen. Anfangs, als ich noch nicht wusste, was mich erwartete, fand ich es noch ganz schick. Nach dem Beenden des Buches müsste jedoch jeder Volldepp einsehen, dass es mal so gar nicht zum Inhalt passt. Ich glaube, es war nur der jämmerliche Versuch des Verlags, die üblichen Verdächtigen anzulocken, was so viel heißen soll wie: Mädchen.

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    1. Jahaha, so könnte man es auch ausdrücken xDD
      Aber Cassandra Clare scheint ja ohne eine nicht ganz so geheime J.K. Rowling-Obsession zu hegen xD

      Ich finde das Cover einfach nur schrecklich, nichts davon passt zu dem Buch, gar nichts.

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  5. Ich hab bei dem Buch versucht so wenig wie möglich zu erwarten und das ist mir ganz gut gelungen. die HP-Ähnlichkeiten hatte ich so gut es ging ausgeblendet und fand es danach recht unterhaltsam. Vor allem die Wendung zum Ende hin hatte noch eine Wertung zwischen 3 und 4 Sternen rausgeholt. Ich werd die Reihe auch weiterverfolgen und hoffe, dass es dann auch mehr eigene Wege geht.

    Deine Meinung kann ich verstehen, mich wundert es oft was alles im Rahmen künstlerischer Freiheiten möglich ist... Aber den Aspekt hab ich versucht auszublenden. Ich wollte gerne eine Geschichte lesen, die mich ein bisschen an den HP Zauber erinnert.

    Liebe Grüße,
    Tina

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    1. Das hatte ich mir auch erhofft, dass es mich halt ein wenig an Harry Potter erinnert, mir dieses Gefühl von damals nochmal vermittel oder es wieder aufleben lässt, aber es mir dann mit den ganzen Überschneidungen einfach zu sehr ein Abklatsch als ein eigenständiges Buch.
      Aber du hast recht, der Twist zum Ende war echt cool. Ich denke deswegen werde ich zumindest auch den zweiten Band lesen, und wer weiß, vielleicht rückt die Reihe ja doch noch ein gutes Stück weg von Harry :)

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