[Rezension] Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe - Benjamin Alire Sáenz

30. Juli 2014 |




Dante kann schwimmen. Ari nicht. Dante kann sich ausdrücken und ist selbstsicher. Ari fallen Worte schwer und er leidet an Selbstzweifeln. Dante geht auf in Poesie und Kunst. Ari verliert sich in Gedanken über seinen älteren Bruder, der im Gefängnis sitzt. Mit seiner offenen und einzigartigen Lebensansicht schafft es Dante, die Mauern einzureißen, die Ari um sich herum gebaut hat. Ari und Dante werden Freunde. Sie teilen Bücher, Gedanken, Träume und lachen gemeinsam. Sie beginnen die Welt des jeweils anderen neu zu definieren. Und entdecken, dass das Universum ein großer und komplizierter Ort ist, an dem manchmal auch erhebliche Hindernisse überwunden werden müssen, um glücklich zu werden!

Englische Ausgabe

Simon & Schuster •  Hardcover, 359 Seiten  Stand alone 13, 80€ • 

Deutsche Ausgabe

Thienemann Verlag  Hardcover, 384 Seiten Einzelband 16, 99€ • 



Als ich mit dem Buch angefangen hab, dachte ich mir nach einigen Kapitel: "Jo, das wird wieder eine schöne Mecker-Hate-Rant-Rezension werden!"
A
ber als ich es dann mit feuchten Augen und pochendem Herzen zugeklappt habe, hab ich es mir anders überlegt.
Ich muss gestehen den Großteil des Buches war ich einfach nur angepisst, entnervt und frustriert. Aristoteles aka Ari der die Geschichte aus seiner Sicht erzählt, war einfach nur krass anstrengend, und wenn ich gekonnt hätte, dann hätte ich ihn gerne mit dem Kopf voran gegen die Wand gedonnert.
Er war nicht wirklich unsympathisch aber ich konnte seine Gedankengänge und Ansichten einfach nicht nachvollziehen. Das es einen beschäftigt wenn der ältere Bruder im Gefängnis sitzt und die Eltern so tun, als wäre er gestorben kann ich ja verstehen. Ich kann auch verstehen dass es hart sein muss, wenn der Vater aus dem Krieg heimkehrt (hier ist es der Vietnamkrieg, das Buch spielt nämlich ende der 80er Jahre) und ein völlig anderer Mensch ist. Aber die Schlüsse die Ari daraus für sich selbst zieht und auch die Gedanken die er sich deswegen macht, waren mir einfach zu... ähm ja... zu emo.
Vielleicht bin ich da auch einfach zu rational, aber ich fand Ari einfach nur weinerlich und nervig.

Das ändert sich zwar ein bisschen als er dann Dante kennenlernt, aber wirklich übergesprungen ist der Funke auch dann nicht. Wirklich gepackt hat mich Geschichte erst auf den letzten 150 Seiten und dann aber so richtig! Und das Ende... perfekt!

Ich glaube dieses Buch ist nicht für jeden etwas. So gibt es zum Beispiel keinen roten Faden und auch kein Ziel auf das die Geschichte zusteuert. Es passiert über weite Strecken eigentlich nichts. Es gibt da zwar zur Mitte hin ein Ereignis, dass mich vollkommen überrascht hat, aber danach geht es dann genauso ruhig weiter und wie schon geschrieben, entwickelt sich die Geschichte zum Ende hin erst so richtig.

Daher denke ich mir, wird das einige vielleicht zu langweilig sein, mir ging es da echt nicht anders, aber ich hab durchgehalten und es hat sich gelohnt, definitiv gelohnt.
Es gab zum Ende hin ein, zwei Stellen an denen mir die Tränen kamen und als ich es dann ausgelesen hatte, hat mein Herz wie wild geschlagen.
Und das, das hatte ich zuletzt als ich damals zum ersten Mal Die Heiligtümer des Todes beendet hab. Also ich hab danach schon noch wirklich gute Bücher gelesen, auch welche die mir das eine oder andere Tränchen entlockt haben (und nein, Tifos aka Das Schicksal ist ein mieser Verräter gehört nicht dazu), aber kein Buch seit damals, hat mich emotional so ergriffen und überwältigt zurückgelassen wie Ari und Dante.

Was die Charaktere angeht, bin ich etwas unentschlossen, zum Ende hin habe ich Ari zwar in mein Herz geschlossen, aber vorher hatte ich echt meine Probleme mit ihm. Ich denke aber, man  muss sich mit Ari durch diesen Anfang kämpfen damit einen das Ende dann umhauen kann.
Dante mochte ich sehr gerne, er war manchmal zwar irgendwie seltsam, aber das ist ja nicht unbedingt etwas Schlechtes.
Die Familien von Ari und auch von Dante... ich liebe sie. Großartige Charaktere! Und auch Legs (ich weiß jetzt nicht, ob sie sie in der deutschen Fassung Beine genannt haben) fand ich toll. Insofern man einen Hund der nur Hundesachen macht, toll finden kann xD

Mein Fazit für dieses Buch fällt durch und durch positiv aus. Ari und Dante haben mich erst überrumpelt, dann umgehauen und am Ende schlichtweg überwältigt.
Ich kann ohne Zögern sagen dass dieses Buch, das beste ist das ich in diesem Jahr bisher gelesen habe. Und generell eines der besten Bücher ist, die ich jemals gelesen habe.
Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe ist ein leise wenn auch nicht ganz einfache Coming of Age-Story, über das anders sein, darüber wie wichtig Familie ist, was wahre Freundschaft bedeutet und das Liebe wirklich die stärkste Macht im Universum ist. 
Oh Gott, ich klinge schon wie eine Protagonistin aus einem Kerstin Gier Buch, aber ja, so ist es eben :D



Kommentare:

  1. Da muss das Buch dich am Ende ja echt umgehauen haben, wenn es trotz der Probleme noch 5 Godzillas geworden sind! :D Ich bin jetzt sehr gespannt und verspreche am Anfang durchzuhalten xDD

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  2. Ui, ui das hört sich ja erst durchwachsen und dann sehr vielversprechend an! Ich habe das Buch geschenkt bekommen und bin schon sehr gespannt, was mich da erwartet. Wird Zeit einmal damit zu beginnen ;)

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  3. Und noch eine begeisterte Stimme. :) Man hört ja wirklich fast nur Gutes. Ich muss es mir bald mal vornehmen!

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  4. Oh, ich höre tatsächlich das erste Mal von diesem Buch. :) Werde ich mir auf die Wunschliste schreiben!

    Liebe Grüße!
    Lydia

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