[Rezension] John Green - The Fault In Our Stars

11. März 2014 |

Einzelband | Dutton Books | 313 Seiten | 7, 20€ | Kaufen



Hach ja, The Fault In Our Stars, ein Buch das sehr viele  Mädchen und auch Jungen feucht werden lässt, also so in Richtung Augenpartie halt.
Mich jedoch, konnte das Buch nachdem ich es vergangenes Wochenende nochmal gelesen habe, wieder nicht zum weinen bringen und dabei versucht es John Green schon recht hartnäckig die Tränendrüsen des Leser zur Produktion der salzigen Tröpfen anzuregen.



Den Hype der dieses Buch umgibt konnte ich auch nicht näher ergründen. Verstanden warum alle Welt in Sturzbäche ausbricht, sobald nur das Wörtchen Okay ausgesprochen wird habe ich auch  nicht. Ich muss aber auch zugeben dass ich das Buch auch einfach zu lustig fand um da irgendwie zu heulen und zu schluchzen. Ja, genau, ich fand The Fault In Our Stars lustig. Ihr wollt wissen warum? Tja, zum Beispiel als Hazel und Gus eine Anzeige für die alte Kinderschaukel in Hazels Garten aufgeben wollen und Hazels Vorschlag so aussieht:

''Loneley, Vaguealy Pedophilic Swing Set Seeks the Butts of Children''
Und das Buch ist voll von solchen lustigen, sarkastischen Bemerkungen und auch Dialogen.
Aber damit wäre ich auch gleich bei dem Punkt, der TFIOS wirklich lesenswert macht und für mich persönlich dieses ganze Buch trägt: Hazel.
Ich liebe dieses Mädchen! Ja, es gab auch ein, zwei Momente in denen ich sie am liebsten mit dem Schlauch ihres Sauerstofftanks erdrosselt hätte, aber ansonsten ist sie einfach unheimlich stark, verdammt witzig und absolut sympathisch.
Die Liebesgeschichte zwischen Hazel und Gus mochte ich absolut nicht, dazu waren es mir einfach zu viele Klischees die ich generell an YA Büchern nicht mag. Liebe auf den ersten Blick, er ist verdammt heißt ect.
Die einzige Sache die mir wirklich gut gefallen hat, und die ich auch wirklich schön fand, war die Sache mit dem Kreis der Jungfrauen.

Was mich auch gestört hat, bzw. was mir nicht so richtig verständlich ist, ist diese Begeisterung die da um die Tiefe des Buches besteht.
Ja, es hat eine gewisse Tiefe, ist gibt philosophische Aussagen und Gedanken zu den Themen, Tod, Leben, Schmerz, was man (wenn überhaupt) zurücklässt wenn man gestorben ist usw. Aber da muss ich für mich sagen, solche Sachen erwartet man doch auch, wenn man ein Buch über krebskranke, dem Tode geweihte Teenager liest oder? 
Man erwartet einfach dass die trotz ihres sehr jungen Alters, oder gerade deswegen, total tiefgründige Lebensweisheiten ausspucken, logisch sie werden ja auch bald sterben, da wird man schon mal philosophisch....

Desweiteren fand ich die ganze Thematik (so sensibel und schwierig sie auch ist) um die Krebserkrankung einfach nicht überzeugend. Und dass sich John Green (und ja, mir ist bewusst dass TFIOS immer noch Fiktion ist), dieses Medikament welches Hazel überleben lässt nur ausgedacht hat, nimmt dem ganzen noch mehr von der ohnehin schon recht dünnen Authentizität. 

Dennoch ist The Fault In Our Stars ein sehr lesenswertes, tolles und unheimlich unterhaltsames Buch. Es hat mein Leben jetzt nicht sonderlich bereichert oder mir eine neue, tiefere Einsicht in sterbende/krebskranke Menschen und deren Gedanken und Gefühle vermittelt, trotzdem habe ich es gerne gelesen und bin auch froh darum. Alleine schon weil ich Hazel kennenlernen durfte. Auf den Film freue ich mich auch ^^

P.S. Ja, das Foto ist mit Absicht so kitschig bearbeitet ^.~

Kommentare:

  1. BINGO!
    Ich verstehe deine Kritikpunkte sehr gut, denn ich mochte das Buch zwar, kann aber nicht nachvollziehen, wieso der Hype dazu so enorm war. Es gibt andere, bessere Jugendbücher, die sich auch ernster mit solch problematischen Themen auseinandersetzen. Aber ich bin ja eh nicht so ein John Green-Narr, denn ich finde nicht nur, dass der Hype um das Buch, sondern auch um den Autoren ZU groß ist.

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    1. Ja, John Green ist für viele wohl sowas wie der Messias des Jugendbuchs... warum auch immer. Ich verstehe es auch nicht. Vielleicht weil er auch so einen supertolligen YT-Kanal hat und einfach nur voll cool und knorke ist und John Green halt... xD

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  2. Ich kann mich dir nur anschließen :D Ich fand das Buch auch gut, aber weinen musste ich auch nicht. Inzwischen werde ich aber ein wenig mit dem Okay-Hype angesteckt xDD Wenn man das jeden Tag hört/liest ist das voll die Beeinflussung des Unterbewusstseins :O

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    1. What!?! Aber eher eine Beeinflussung in Richtung einen Amoklauf begehen wollen oder nicht? OMG! Jetzt weiß ich was ''Es wird keine Helden geben'' gefehlt hat... Der Amokläufer hat TFIOS nicht gelesen und war daher dem Okay-Hype nicht ausgesetzt. Legit!

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  3. Word! Mir ging es bei TFIOS genau so. Ich habe sogar einen beachtlichen Teil einfach überflogen, weil es mir einfach zu langweilig war. Und zu gewollt dramatisch, menschlich wertvoll oder was auch immer. Am Ende habe ich mich tränenlos gefragt, ob ich ein Herz aus Stein habe, oder das Buch einfach nur so stinkt vor Klischees auf die ich nicht mehr reagiere. Mit einigen Wochen Abstand kann ich sagen: Es war letzteres.

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    1. Stimmt, den Großteil mit der Reise nach Amsterdam fand ich auch recht langweilig und irgendwie auch sinnlos...

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  5. Hallo,
    habe gerade deinen Blog gefunden. Und nach der tollen Rezi hast du eine Leserin mehr.
    Super geschrieben, da bin ich doch auch mal richtig gespannt auf das Buch.

    Liebe Grüße

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