[Rezension] The Coldest Girl In Coldtown - Holly Black

23. Dezember 2013 |

Titel: The Coldest Girl In Coldtown
Autor: Holly Black
Verlag: Little Brown Book
Format: Gebunden [Stand-alone]
Seiten: 418
Preis: 11,03€
Erscheinungsdatum: September 2013
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Tana lives in a world where walled cities called Coldtowns exist. In them, quarantined monsters and humans mingle in a decadently bloody mix of predator and prey. The only problem is, once you pass through Coldtown's gates, you can never leave.

One morning, after a perfectly ordinary party, Tana wakes up surrounded by corpses. The only other survivors of this massacre are her exasperatingly endearing ex-boyfriend, infected and on the edge, and a mysterious boy burdened with a terrible secret. Shaken and determined, Tana enters a race against the clock to save the three of them the only way she knows how: by going straight to the wicked, opulent heart of Coldtown itself.



Auf das Cover gehe jetzt einfach mal nicht genauer ein, das ich nämlich durch und durch einfach cool.

Daher komme ich mal gleich zum Buch. Auch wenn Vampire gerade oder besonders im Young Adult Sektor, sowas von ausgelutscht und durch Reihen wie Twilight auch ein bisschen zerstört worden sind, freue ich mich dennoch immer sehr, auf ein Buch über Vampire zu stoßen wenn es vom Klappentext und vom Cover her so überzeugend ist wie The Coldest Girl In Coldtown.

Ich habe mich wirklich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut, und habe mir doch so einiges erhofft. Leider wurde ich wirklich enttäuscht und zwar maßlos.

Angefangen mit dem Worldbuilding. Mit Sicherheit ist es unheimlich schwer, sich etwas neues im Bezug auf Vampire einfallen zu lassen, doch anfänglich hat mich die Idee von Holly Blacks Vampiren, die zwar öffentlich auftreten, dennoch weggesperrt hinter den hohen Mauern der Coldtowns leben ziemlich begeistert... Anfänglich.

Denn wirklich viel bekommt man von den Coldtowns jetzt nicht mit, selbst dann nicht wenn man zusammen mit der Protagonistin mitten ins größte und bekanntest aller Coldtowns hineinmarschiert.
Mir fehlte da irgendwie etwas, mir wurde da zu viel Potential verschenkt. Obwohl ich sagen muss, dass mir die von der Autorin geschilderte Atmosphäre super gefallen hat.
Die düstere und vor allem sehr, sehr blutige  Atmosphäre war letztlich für mich auch der einzige Punkt, der dieses Buch überhaupt getragen hat.

Die Charaktere allen voran die Hauptprotagonistin Tana, waren zwar alle recht sympathisch und gut geschrieben, dennoch hätte ich Tana von Beginn an, am liebsten nur gegen die Wand geklatscht. Denn wenn man die ganze spätere Handlung mal herunterbericht auf den Auslöser, sind die Ereignisse schon arg unsinnig und fast unnötig.
Wenn Tana einfach mal das getan hätte, was jeder normal denkende Mensch (und eigentlich schien Tana auch ein solcher zu sein), mit ein wenig Selbsterhaltungstrieb tun würde, hätte nichts von alle dem passieren müssen.

Sie wacht mitten in einem Massaker auf, all ihre Freund niedergemetzelt. Tja, und anstatt wegzulaufen und Hilfe zu rufen oder sich sonst irgendwie in Sicherheit zu bringen, spaziert sie zurück, retten ihren Ex-Freund Aidan, der inzwischen schon infiziert ist, rettet mit Gavriel noch einen Vampir, entkommt gerade so den Vampiren die das Blutbad angerichtet haben und macht dann einen auf Amy & Roger's Epic Detour.

Ich hatte irgendwie das Gefühl, als konnte sich Holly Black nicht entscheiden was für ein Buch sie eigentlich schreiben wollte. Road Trip, Vampir-Romanze oder doch lieber einen düsteren Horror-Roman mit ordentlich Gore und Splatter. Irgendwie ist The Coldest Girl In Coldtown von allem etwas und doch nichts Ganzes. Weder Fisch noch Fleisch.

Richtig schlimm wurde es dann aber, als Tana und ihre Gang (die sich inzwischen um zwei Emo-Zwillinge erweitert hat, die Vampir-Groupies sind und gerne selbst welche wären), Springfield erreichen, DAS Coldtwon aller Coldtowns.
Tana und Gavriel legen erst einmal eine blutige Knutsch-Session ein, ehe sich Gavriel aus dem Staub macht. 
Midnight und Winter (die Emo Twins) locken Aidan (nun schon fast verwandelt) und Tana in eine Falle, Tana kann sich mit einer akrobatischen Klettereinlage retten und ab da, macht die Geschichte einen Wendung steil Richtung Kellergeschoss.

Tana mutiert zu einer dieser Horrorfilm-Protagonistinnen, die jedes Mal genau da hingeht, wo der Killer gerade zwei Leute abmurkst. Ich konnte nur mit Mühe und Not dem Drang widerstehen, in das Buch Lauf! Verdammte Scheiße lauf doch!  hineinzubrüllen.

Dann kommt die Party von Lucien, dem Obermotz der Vampire in dem Coldtown und ab da, scheint es Holly Black mit der Logik auch nicht mehr so genau genommen zu haben. Denn wie schon zu Beginn der Geschichte macht Tana genau das, was niemand machen würde. Sie sollte um ihr Leben rennen, sich in Sicherheit bringen und stattdessen, läuft sie freudestrahlend einer tödlichen Katastrophe nach der anderen in die Arme.

Später werden hier und da mal Flashback-Kapitel zu Gavriel und Lucien eingestreut, die in mir die Hoffnung aufkeimen ließe, dass das doch noch ein richtig geniales Buch werden würde aber Pustekuchen.

Warum dann auch noch Pearl, Tanas kleine Schwester dort auftauchen musste hab ich auch nicht so ganz begriffen.

Und das Ende von dem Buch... DAS ENDE... Selbst (und ich glaube nicht dass ich das jetzt wirklich schreibe), der erste Band von Shades of Grey hatte ein besseres Ende, als The Coldest Girl In Coldtown!


Ich habe definitiv mehr erwartet, sehr viel mehr. Es ist düster, es ist blutig, die Charaktere sind auch okay, aber der Rest... der ist schon grob unsinnig.
Ich gebe dennoch drei Godzillas, weil Holly Black einfach eine geniale Autorin mit einem unheimlich atmosphärischen Schreibstil ist, den ich schon in ihrer Curse Workers Trilogie sehr gemocht habe.










1 Kommentar:

  1. Ich hoffe echt, dass das Buch noch auf Deutsch übersetzt wird, weil es irgendwie interessant klingt... Ach ja, wegen der Curse-Workers-Trilogie (über die die Meinungen sehr auseinandergehen)... Ist diese Trilogie gut?
    LG
    Krypta :-)

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