What's Wrong With You Girl? #1 The Wallflower Anomaly

31. Oktober 2013 |

The Wallflower Anomaly

Hiermit rufe ich dann mal meine erste eigene Kategorie, Beitrag-Reihe, oder wie auch immer man so eine mehrteilige, in unregelmäßigen Abständen veröffentliche Serie von Posts nennen mag ins Leben. Ob dieses Thema neu ist? Hm, denke nicht. Aber wie dass mit neuen Idee ebenso ist, irgendjemand hatte sie schon vorher, es ist immer alles irgendwie schon einmal da gewesen usw.
Warum ich die Reihe dennoch starte? Nun, am ehesten weil ich es kann... Ja okay, auch weil mir da schon seit einiger Zeit Fragen, Sachverhalte, Verhaltensmuster und sonstige Dinge zu dem Thema unter den Nägeln brennen, mir den Schlaf rauben und mich so langsam in den Wahnsinn treiben...

Okay, der erste Post in dieser Reihe/Kategorie/Call it what you want, befasst sich wie der Titel schon sagt mit einer Anomalie. Für alle die es nicht wissen, eine Anomalie ist im Großen und Ganzen eine Unregelmäßigkeit oder um es mal frei nach Wikipedia zu formulieren: Eine Abweichung von der Regel oder von üblichen Strukturen.

Soweit alles klar? Gut, dann weiter. Besagte Anomalie die ich entdeckt habe (okay, der eigentliche Entdecker bin ich nicht, aber wen kümmert es?), befasst sich mit weiblichen Protagonistinnen die man allgemein als Mauerblümchen oder wie hier von mir in der englischen Übersetzung getan, als Wallflower bezeichnet. Für diejenigen die nicht wissen was ein/e Mauerblümchen/Wallflower ist... Google is your friend!

Alles klar soweit? Gut, dann weiter. Die Wallflower Anomaly bezieht sich kurz und knapp drauf, dass besagte Protagonistinnen (anders als im realen Leben), ständig die heißen, coolen, verwegen nahezu gottgleichen Typen abbekommen. An sich ja keine große Sache, wenn sich damit aber etwas genauer befasst fällt einem auf: Irgendetwas stimmt da nicht.

Um die Sache mal an einem einfachen Schaubild zu veranschaulichen:



Könnt ihr es sehen? Richtig, die beiden passen irgendwie nicht zusammen oder? Also jeder normal denkenden Menschen (jaaaa, es ist total oberflächlich so zu denken, aber so sind wir Menschen nun mal, thx God), wird sich sofort sagen: Der Typ? Will was von dem ollen Backfisch? No WAY!
Dann wenn man besagte Bücher aber gelesen hat, merkt man schnell: Moment! 
Das Mädchen sieht ja gar nicht so aus

Das Bild Wandelt sich und...




BAM! Plötzlich passt es dann doch!


Die eigentlich Frage die ich mir hier allerdings stelle ist folgende: Wenn besagte Protagonistinnen, ja eigentlich total scharf aussehen, und wirklich jeden JEDEN Kerl um den Fingen wickeln können. Die Schüchternheit, die Unsicherheit, die Introversion, der Mangel an Selbstbewusstsein und Selbstachtung die ja von dem vermeintlichen unattraktiven Äußeren herrühren im Grunde totaler Bulls**t sind, warum neigen so viele Autoren/Autorinnen in den letzten Jahren dazu, ihre Heldinnen genau so darzustellen?

Ich meine, die ganze: Ich-bin-so-hässlich-kann-dazu-auch-nichts-besonders-und-es-gibt-tausend-anderer-Mädels-die-hundertmal-besser-sind-als-ich-weswegen-mich-wohl-nie-ein-Kerl-auch-nur-mit-einer-Kneifzange-anfassen-will-Masche ist demnach doch absoluter Schwachsinn!

Ist es denn so verkehrt einer hübschen Protagonistin auch das dazugehörige Selbstbewusstsein/ die Selbstwahrnehmung mit in den Korb zu legen? 
Oder liegt hier einfach nur eine grobe Fehlinterpretation des Märchen vom hässlichen Entlein  vor? 
Das hässliche Entlein das eigentlich ein Schwan ist, dennoch aber weiterhin in der Rolle des Entleins verweilt weil es ja nicht zugeben darf ein schöner Schwan zu sein, weil sich ja der männliche schöne Schwan in das hässliche Entlein verlieben muss, um den ganzen Leserinnen vorzumachen, dass auch sie einen heißen Kerl finden werden, weil um das Äußere geht es ja gar nicht!

Wie darf ich die ganze Sache verstehen? Denken sich die Autoren/innen etwa die Leserinnen können sich mehr mit einem Mauerblümchen (das eigentlich gar keins ist, sich aber dennoch so gibt), identifizieren als mit einer selbstbewussten, möglicherweise attraktiveren Dame?
Oder anders gefragt, identifizieren sich die Leserinnen wirklich mehr mit den Bella Swans, und Gwendolyn Sheperds der Literaturwelt?

Und wie kann es sein, dass das Aussehen eines Charakters auf so ekelhafte Weise, ganz unterschwellig dann doch eine so enorme Rolle einnimmt? Muss das Mädel/die Frau denn immer ein Mauerblümchen in Verkleidung sein? Muss der Typ immer ein gerade frisch von der Men's Health ausgekotzter Adonis sein?
Wenn die weibliche Protagonistin so hübsch ist, warum wird es denn dann auch nicht so beschrieben, dass sie selbst es ebenso wahrnimmt wie die jeweilige Umwelt, im jeweiligen Buch? Ist die Erkenntnis des eigene Äußeren denn so schlimm?
Darf eine Protagonistin zwar hübsch sein, sich aber selbst nicht so sehen?

Ich weiß es nicht... Vielleicht kann mir ja das GalileoMystery-Team bei der Klärung dieser Fragen helfen. Obwohl, dann käme wohl nur raus dass im Grunde alle Schriftsteller den Illuminaten angehören. Dieser Tatsache bin ich mir aber schon seit längerer Zeit bewusst...



Kommentare:

  1. Huch, ein männlicher Blogger, da sage ich doch mal Hallo :-)

    Und jaaa, dem Post kann ich nur zustimmen. Normalerweise sucht man sich doch gleichrangig attraktive Partner (oder Frauen nehmen auch gern weniger attraktive, dafür aber charismatische Männer).

    Mich nervt es auch, dass das Mauerblümchen eigentlich immer eine kleine perfekte Schönheit ist. Und auch überperfekte Kerle langweilen mich. In Jugendbüchern mag ich am liebsten die ganz normalen Jungs und Mädchen, denn die sind genauso liebenswert und viel glaubhafter.

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    1. Richtig! Finde ich auch. Die Autoren wollen doch das man sich mit ihren Charakteren identifiziert und/oder, eine Verbindung zu ihnen aufbaut. Gelingt mir weder bei diesen Mauerblümchen in Verkleidung noch bei diesen engelsgleichen Schönlingen xD

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  2. Göttlich!!!

    Also du hast vollkommen recht! Kann ich nur zustimmen. Wobei ich sagen muss, dass Gwendolyn aber auch nicht fünf Kerle hinterher sabbern xD Aber ja, das ist ein sehr amüsantes Phänomen.
    Wobei sich so ziemlich alle Mädchen in der Pubertät hässlich finden. Und so 13 jährige sind ja die Zielgruppe, oder? Weshalb das irgendwo der Zielgruppe angepasst ist, obwohl man mit 16/17 schon wieder eine ganz andere Selbstwahrnehmung hat ;)
    Das mit den männlichen Adonissen ist übrigens auch echt nervig... UND DAS VERDAMMTE SCHIEFE LÄCHELN! ICH KENNE NIEMANDEN, DER SCHIEF LÄCHELT!!!!!!!!

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    1. "UND DAS VERDAMMTE SCHIEFE LÄCHELN! ICH KENNE NIEMANDEN, DER SCHIEF LÄCHELT!!!!!!!!" geil, hab ich noch nie drüber nachgedacht, aber so wahr :p

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    2. Ich hab ja auch nichts dagegen wenn sich die Mädels hässlich finden. Ich glaube jeder hat irgendwo etwas an sich, mit dem sie/er vielleicht nicht ganz so zufrieden ist. Doch diese aufgesetzte bzw. unbegründete Unzufriedenheit wie sie in vielen Büchern beschrieben wird, ist doch echt albern. Komplexe haben okay. Komplexe haben obwohl man eigentlich eine Sexgöttin ist und das auch von jedem gesagt bekommt... neee

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  3. Hallo Fabian, herzlich Willkommen unter den Buchbloggern erstmal :)

    Und gleich so ein gutes Thema gefunden.

    "Darf eine Protagonistin zwar hübsch sein, sich aber selbst nicht so sehen?" Ich behaupte mal, es ist momentan noch wesentlich krasser: Sie MUSS hübsch sein, DARF sich aber selbst nicht so sehen. Drei mal raten, wie oft sowas im wirklichen Leben vorkommt...

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    1. Vielen lieben Dank :D
      Stimmt, ich glaub so ist es wohl eher. Die Charaktere in den Büchern (ganz gleich ob Männlein oder Weiblein), müssen schön sein.
      Wobei ich mich auch da frage: Warum?

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  4. Du hast natürlich recht, irgendwie ergibt das nicht ganz Sinn, wenn ein hübsches Mädchen auf Schüchtern macht, aber ich denke das hängt auch viel damit zusammen, dass viele Autoren denken, es könnte arrogant oder oberflächlich wirken, wenn die Protagonistin dahinkommt und sagt: "Oh mein Gott, ich bin ja so hübsch,,," Und ich denke, viele Autorinnen haben von Teeanger immer noch diese klischeehafte Bild von Unsicherheit in Kopf. Wer weiß, vielleicht waren sie als Teeanger ja selbst so? Es GIBT ja Mädchen, die sind so ... es gibt auch welche, die sind anders. Und wenn man nur lange genug sucht, findet man bestimmt auch eins in einem Jugendroman... :D

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    1. Genau so sehe ich es ja auch. Die Autoren haben da wohl irgendeine seltsame Vorstellung wie die jeweiligen Charaktere ausschauen müssen, und wie sie sich demnach auch benehmen sollten.
      Nur Mir leuchtet halt einfach nicht ein, warum eigentlich hübsche Mädchen oder Frauen, in Büchern immer einen auch Mauerblümchen machen müssen, auf der anderen Seite aber den Typen nur deswegen lieben weil er so schön ist, so tolle Augen hat und einfach nur endgeil ausschaut. Also irgendwas stimmt da doch nicht xD

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    2. xD jaa, das stimmt. Das ist nicht ganz realitätsnah. Ich denke, dass ist einfach ein Traum vieler Frauen ... diesen perfekten Adonis zu bekommen xD eigentlich sollten die Autorinnen es besser wessen... ich will ja nicht mit einer feministischen-sexistischen Disskusion anfangen, aber viele Leserinnen lesen natürlich auch gerne von so einem perfekten Mann xD auch wenn sehr unrealistisch ist. Mittlerweile nervt mich das auch. Die Männer werden richtiggehend glorifiziert und ich kann nur mit den Augen rollen und denken: "Jaja, ich hab's verstanden, er ist perfekt! Du hast ihn nicht verdient! Jetzt lass dir Eier wachsen.." :D Aber das ist nur die Meinung einer einzelnen Leserin :D

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    3. Ja, das glaube ich auch. Das hier einfach versucht wird irgendwelche Fantasien zu bedienen. Finde ich an sich ja auch nicht schlecht. Aber warum muss das Mädel in dieser Fantasie immer eine hilflose, naive Trantüte im Köper einer Sexgöttin sein? xD

      Jupp, das finde ich auch zum Kotzen. Gut aussehen okay, aber diese Anbetung was dann durch die weiblichen Charaktere daherkommt...Why?!
      Hahaha, der Meinung bin ich auch ;D

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  5. "Vielleicht kann mir ja das GalileoMystery-Team bei der Klärung dieser Fragen helfen."
    Herrlich. xD Ich kann dir in vielen Punkten nur zustimmen.
    Mich persönlich nervt es dann auch immer, wenn die Männer super perfekt sind und die ädels sich alleine schon wegen dem Aussehen in sie verlieben. Aber auch die Mauerblümchen-Thematik nervt. ;)
    LG Mandy

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    1. Meine Tastatur hat ein M verschluckt. Das sollte Mädels heißen, nicht ädels...

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    2. Danke xD
      Genau, vor allem was für eine Botschaft wollen die Autoren/innen denn damit übermitteln? Wenn du einen heißen Kerl siehst bete ihn an, verliebe dich und schmachte was das Zeug hält?
      Oberflächlichkeit schön und gut, aber man kann es auch etwas übertreiben xD

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  6. Du hast ja so, so, so , so sehr Recht.
    Beim Lesen deines Textes sind mir gefühlte hundert Protagonistinnen eingefallen, auf die die Beschreibung passt.

    Aber mal ganz ehrlich. Wollen wir wirklich eine 13-jährige aus dem "normalen" Leben?
    Die wäre vielleicht schon schwanger und würde Kette rauchen. Ohne Schulabschluss! :D

    Da sind mir Mauerblümchen und ein hübscher Adonis wohl schon lieber ;)

    Liebste Grüße, Iv

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