[Rezension] Me and Earl and The Dying Girl by Jesse Andrews

20. Oktober 2013 |

Titel: Me and Earl and The Dying Girl
Autor: Jesse Andrews
Verlag: Harry N. Abrams, Inc.
Format: Gebunden [Stand-alone]
Erscheinungsdatum: 7. Mai 21013
Seiten: 304
Preis: 10, 98€
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Ein Junge, der Filme dreht. Ein Mädchen, das stirbt. Eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt

Was Greg mag: sich in der Schule so unauffällig zu verhalten, dass er nahezu unsichtbar wird. Gelegentlich mit seinem Freund Earl einen Film zu drehen. Seine Ruhe. Was er nicht mag: die Idee seiner Mutter, der todkranken Rachel beizustehen. Womit er nicht gerechnet hat: Rachel selbst, die keinen braucht, der sie bemitleidet, und die ihre ganz eigene Vorstellung von jenen Tagen hat, die ihre letzten sein könnten …


Gestaltung & Aufmachung

Mir gefällt dieses Cover unheimlich gut! Es war neben dem Preis und der schnelleren Verfügbarkeit auch einer der Gründe, warum ich dieses Buch unbedingt haben und lesen wollte. Der Hype der englischen Buchtuber hat dann den Rest erledigt.
Die deutsche Version von Heyne finde ich zwar nicht schlecht, sieht mir aber zu retro aus, ebenso finde ich es äußerst bescheiden, dass der Titel ins Deutsche übersetzt wurde. 
Aber halte ich mich nicht länger damit auf, hier geht es um die englische Ausgabe also weiter...

Zum Buch

Neben Dystopien, Märchenadaptionen/ Neuerzählungen und Zeitreise-Geschichten sind Bücher über Krebs momentan wohl ein absoluter Renner.
Wer erinnert sich nicht an The Fault in Our Stars von John Green? Ich erinnere mich noch sehr genau an das Buch, und vor allem an den Hype der da von vielen Lesern los getreten wurde.
Nicht dass mir TFiOS nicht gefallen hätte, im Gegenteil. Nur war es mir stellenweise dann doch echt zur rührselig und zu sehr drauf aus, mir Mitleid und Tränen zu entlocken. Krebs ist bestimmt kein äußerst amüsantes Thema, doch nur auf die Tränendrüsen des Leser zu drücken ist jetzt auch nicht so das wahre.

Aber gut, Me and Earl and The Dying Girl ist eines dieser besagten Krebsbücher, jedoch vollkommen anders als etwa The Fault in Our Stars.

Zu Beginn lernen wir Greg kennen, der sich auch als Autor dieses Buches vorstellt und sogleich klar stellt, dass diese Geschichte keine Liebesgeschichte enthält, das einem keine bedeutungsvollen und lehrreichen Lebensweisheiten mit auf dem Weg gegeben werden, und das Rachel im Angesichts des Todes nicht schlagartig zu einer lebensbejahenden Optimistin wurde, die den Sinn des Lebens erkannt hat.

Die Erzählweise wechselt hier von einfachen Fließtexten hin zu Dialogen und ganzen Kapiteln im Drehbuch-Stil. Jesse Andrews bzw. Gregs Humor sind der Wahnsinn. Die Kapitel in denen Greg seine Familie vorstellt, seine Versuche sich dem anderen Geschlecht anzunähern erläutert, oder sie Filme die er und Earl bereits gedreht haben dem Leser näher bringt, sind einfach urkomisch. Greg durchbricht an vielen Stellen auch die vierte Wand (insofern man das bei Bücher auch so nennt?), und spricht den Leser direkt an.

Generell folgt die Geschichte nur unterschwellig einem roten Faden.Vielmehr springt sie zwischen Erzählungen über Gregs Familie, die Schule, wie er verschiedene Personen kennengelernt hat, was er von ihnen hält, ect, über Treffen mit Rachel hin zu Hintergrundgeschichten über Earl.

Greg der sich in der Schule möglichst bedeckt hält, niemanden so wirklich an sich heran lässt und dem Leitsatz folgt, sich bloß keine Freunde zu machen, hängt die meiste Zeit mir Earl ab, der aus ziemlich schlechten Familienverhältnissen stammt, sehr reizbar ist und mit einem Slang herüberkommt der jedem Senioren sofort Ohrenkrebs (coole Anspielung auf die Krebs-Thematik oder?), verpassen würde. Greg und Earl teilen die Leidenschaft zum Film und nachdem sie sich unzählige alte Filme von Gregs Vater angesehen haben, beschließen sie selbst Filme zu drehen, was ihnen jedoch eher schlecht als recht gelingen mag.

Das ist im Großen und Ganzen der Hauptbestandteil der Geschichte. Greg, Earl und die Filme. Die Sache mit Rachel die an Leukämie erkrankt ist, wird erst später eingefügt und spielt dann auch nur eine sekundäre Rolle.

Greg soll Rachel Gesellschaft leisten, sie aufmuntern und ablenken. Dazu hat er zwar keine Lust, macht es aber dennoch weil seine Mutter ihn dazu drängt. Die anfängliche Unlust Rachel zu besuchen bleibt auch bis zum Ende des Buches so. Greg kommt zwar nach und nach aus seinem Schneckenhaus, wirft auch seinen Vorsatz möglichst keine Freunde zu haben über Bord, doch so richtig mag der Funke nicht überspringen.
In einigen Rezensionen hab ich gelesen wie Greg als gefühlskalt beschrieben wurde, oder das es der Geschichte generell an Emotionalität fehle. Mumpitz sage ich da nur! Wie kann man von einem Teenager erwarten, der mit sich selbst zu Kämpfen hat das es ihm gelänge einer gleichaltrigen Person die sehr bald sterben wird, mit einer Reife zu begegnen die nicht einmal viele Erwachsene besitzen? Natürlich versucht er Rachels Schicksal nicht zu sehr an sich heran zu lassen, selbstverständlich ist er mit der Situation vollkommen überfordert und weiß nicht was er machen oder sagen soll. Für mich vollkommen legitim!


Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen! Es ist trotz der Krebs-Thematik ein wirklich erfrischend leichtes und humoriges Buch, die Charaktere sind durch die Bank sehr eigen und authentisch beschrieben. Einziges Manko ist wohl, dass sich der Autor zu lange mit der ganzen Film-Thematik aufhält. Die ganzen Hintergrundgeschichten zu Earl waren jetzt für den Verlauf der Geschichte auch nicht so relevant, und auch der eigentliche Punkt nämlich das Greg und  Earl einen Film für Rachel machen wollen, wird viel zu spät und viel zu kurz in Angriff genommen.
Wer hier auf ein The Fault in Our Stars 2.0 hofft, wird maßlos enttäuscht werden. Nichts an diesem Buch ist sentimental oder rührselig!

















Kommentare:

  1. ok ich hab einen neuen Blog entdeckt der mich begeistet, diese Rezension und die zu Fangirl fand ich einfach toll, Fangirl liegt noch auf dem SUB und dieses ganz oben auf der Wunschliste, wir haben also den selben Lesegeschmack. Ich bin gespannt was es sonst noch hier zu entdecken geben wird.

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  2. Danke dass dir meine Rezensionen gefallen und freut mich, dass dich mein Blog begeistern kann :)
    Beide Bücher sind absolut lesenswert und wenn du Fangirl bereist bei dir auf dem SuB hast, dann nichts wie ran an das Buch, lohnt sich auf jeden Fall!

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    1. hihi
      OK Fangirl steht ganz oben auf meiner TBR Liste für Dezember

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    2. Super! Ein wirklich tolles Buch :D

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